Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1843)
- Date
- 1843-07-31
- Page
- Seite 458 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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auch nuv eine Msichk wäre obrr emo Seite, von dm man an der Spitze des.Ordens ihn auffaßt., so wäre das Gmrnd genug, den Juden die Zulassung zur verweigern? " Keineswegs; denn das hieße den Eroten zerhauen, anstatt ihn' zu lösen, und ist dies auch, sehr beguem, soist es doch nichts minder als gerecht: Wenn die vermeintlich christliche Tendenz des'Bundes nur eine Ansicht iss oder eine Seite, von der man ihn auffaßt, so wäre dies nicht etwa ein Grund, und vollends ein hinreichender Grund, den Juden die Zulassung zu verweigern, sondern es wäre vielmehr eine Auffoderung, jene irrige Ansicht, jene, einseitige Auffassung mit allen Waffen der Vernunft und. der Wahrheit, mit allem Ernst einer bessern-Ueberzeugung zu bekämpfen, in je höher» Regionen sie sich geltend, machte, desto nachdrücklicher sie zu bekämpfen. Wenn schließlich den Bekennern des mosaischen Glaubens der Rath ertheilt wird, noch anderweitig Logen zu bilden, so hätte der geehrte Einsender billig zugleich die deutsche Mutterloge namhaft machen sollen, welche bereit wäre, die neu zu bildenden Logen als ihre Töchter anzuerkennen. Denn zur Bildung eines Vereins aufzufodern, ohne ihm zugleich die Zusicherung geben zu können, daß in dem großen Familienkreise der deutschen Logen eine Stelle für ihn offen sei, ohne ihm zugleich eine Mutter zu geben, welche ihre schützenden Arme über ihn breite; ja, mit dev Voraussicht, ihn im gegebenen Falle zu verläugnen,. ihn als ein dem deutschen Gesammtkörper fremdes, ihn wol gar störendes Element zu Mären, und ihn allen Mißlichkeiten einer isolirten Stellung preiszugeben: ein solcher Rath wäre wol klug, wenigstens: leicht, zu ertheilen, aber schwer, wenigstens unklug, zu befolgen. Rußland und Dolen. Bo« der russisch-polnischen Grunze, 14: Juli. (Augsb. Allg. Zeit.) Der gefürchtete Augenblick der Eröffnung des Ukases in Betreff der «Uebersiedelung der Gränzjuden nach dem Innern als-eines Regierungs-Befehls auch für das Königreich Polen: ist big jetzt nicht eingetreten, und die Maßregel' dürfte auch nach der Meinung einsichtiger und in der Regel gut unterrichteter Kalischer Juden' sich darauf beschränken, die Hauflrer und die den Grünzkreffen nicht durch Geburt angeh origen Jndi-. viduen mosaischen Glaubens von der Granze fern zu halten. Aus Westpreußen, 8. Juli. Unter dieser Rubrik enthält die Deutsche Allg. Zeit, einen kurzen Artikel über die Bittschrift der Königsberger Israel. Gemeinde, der uns des Schlusses wegen sehr erfreut. Er lautet: „Der russische Ukas vom 2. Mai d. I., zufolge dessen alle innerhalb 50-Werst von der Gränze wohnende Jude n in. das Innereder Gouvernements übersiedelt werden sollen, hat den Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Königsberg veranlaßt, ein Schreiben an den Kaiser von Rußland zu richten und denselben um Aufhebung dieses Ukases zu bitten. Solche Schritte sind nicht nach ihrem Erfolge zu beurtheilen; wahrscheinlich wird die Bittschrift unbeachtet bleiben, sie ist aber darum nicht minder ein Beleg für die wachsende Energiemit welcher die Juden entgegenstreben und sich von mittelalterlichen Beschränkungen zu befreien suchen." — Diese Energie, die wir. unsrerseits zu wecken feit Jahren redlich mitgestrebt, kann dem Judenthume nur Achtung erwecken. Es ist „Allgemeinsi'nn," der nur gute Früchte tragen kann, da er zugleich die Schranken der Gesetzlichkeit auf's genaueste einhält. Personalnachrkchten. Iüllichau. Dem hiesigen Kommunal- und. Armenarzte vr. F. Jacoby, israelitischer Religion, aus Deßau, wurde am 9. Mat d. I., als dem Jubiläum seiner fünfundzwanzigjährigen Berufstätigkeit, wegen seines pflichttreuen Wirkens und in Anerkennung seiner Verdienste als geschickter und erfahrener Arzt um die Stadt Züllichau, nach einer deshalb vorher abgehaltenen Versammlung von dem Magistrate und den Stadtverordneten Hierselbst, das Diplom des Ehrenburgerrechts durch eine Deputation, den Bürgermeister an der- Spitze, nach einer dahin paffenden gehaltvollen Anrede, feierlichst überreicht. Kr. Jacoby ist Einer von' denen, welche im Befreiungskriege 1813 sich sogleich nach dem ersten Aufrufe an die studierende. Jugend auf der Hochschule zu Berlin den ruhmreichen Schaaren Preußen's als freiwillige Kämpfer in dem Pommerschen reitenden Jägerregi-