Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1843)
- Date
- 1843-07-31
- Page
- Seite 456 (sequence 4)
- Language
- German
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456 jüdischen Glaubens beantragte Bitte Allergnädigst in Erfüllung gehen lassen werde.:; Mk der ausgezeichnetsten und dankbarsten Hochverehrung verharren Einer hohen Ständeversammlung ganz gehorsamst Das israel. Konsistorium. Die Vertreter der israel. Gemeinde. (Folgen die Unterschriften.) —. Seitens der hiesigen israelit. Gemeinde ist dem Herrn Bürgermeister Leysner hier die Summe von 100 Lhlr. Pr. Crt. eingehändigt worden, um solche an dem Tage der feierlichen Abholung des hiesigen. städtischen Landtagsabgeordneten, des Herrn Stadtraths v. Beckerath bei seiner Rückkunft von Düsseldorf unter die hiesigen Armen aller Konfessionen zu vertheilen. Aachen, 16. Juli. (A. Z.) Auf die Nachricht von dem erfreulichen Votum der hohen Ständeversammlung, Se. Majestät den König zu bitten, die Beseitigung aller noch bestehenden Hindernisse zur völligen Gleichstellung der Juden in bürgerlicher Und politischer Rücksicht mit den christlichen Unterthanen Allergnädigst herbeiführen zu wollen: hat auch die nur wenig zahlreiche jüdische Gemeinde hiesiger Stadt dem Herrn Präsidenten der Armen- Kommission 150 Thlr. übersandt, mit der Bitte, dieselben zu einer außergewöhnlichen Vertheilung von Bröd an die christlichen Armen unserer Stadt zu verwenden. Düsseldorf, 15. Juli. (Düffeld. 30 Außer der gestern erwähnten Dankadresse der hiesigen israelitischen Gemeinde sind heute auch von den israelitischen Gemeinden der Nachbarstädte Köln, Duisburg und Ruhrort Dankadressen an den hohen 7^ rheinischen Provinzial-Landtag eingekommen. Koblenz, 15. Juli. Heute ist eine Deputation der hiesigen israelitischen Gemeinde nach Düsseldorf abgereist, um dem Landtage für dessen Votum zu Gunsten der Emanzipation der Juden eine Dankadreste zu überreichen. Die Deputation besteht aus den Herren S. Landau, Moritz Feist und Max Seligmann. Deutschland. Frankfurt am Main, 12. Juli. ( Bordemerkung der Red. d. Allg. Zeit. d. Jud. Nichts ist unzuverlässiger, als die Artikel der Deutsch. Allg. Zeit, über, das Judenthum betreffende Gegenstände. Sie ist darin die treue Tochter ihrer Mutter, der Allg. Leipz^ Zeit. Daher wir folgenden Artikel aufnehmen, ohne für den JnhaltOm geringsten einzustehen. Er heißt:) In der Mitte der hiesigen Israeliten trägt sich seit einigen Wochen ein Unwesen ganz eigner Art zu. Ein jüdischer Kaufmann aus Amsterdam, der sich nichts Geringeres als den Titel eines Fürsten (hebräisch Nassi) von Palästina beilegt, kolligirt von Haus zu Haus, und zwar ohne alle obrigkeitliche Erlaubniß, angeblich zum Besten der Armen in Palästina, in Wahrheit aber, um, wie man aus hier eingelaufenen direkten Berichten von Jerusalem längst weiß, sich die Mittel zu verschaffen, von käuflichen türkischen Beamten eine Art Suprematie über die dortigen Juden für sich und'feine Agenten zu erkaufen und so die in dem bombastischen Titel angedeutete Gewalt faktisch zu erlangen, eine Gewalt, welche den Berichten zufolge bereits auf die barbarischste Weise und durch die gewaltsamsten Mittel sich geltend zu machen begann; was denn auch im vorigen Jahre Sir Moses Montesi'ore in London veranlaßte,, zur Uebermachung von Unterstützungsgeldern für die Nothleidenden Palästinas seine Dienste auf's uneigennützigste anzubieten. Der amsterdamer Nassi wurde von vielen Seiten und in mehren öffentlichen Blättern aufgefodert, über die bereits in srühern Jahren von ihm kolligirten Gelder, die sich auf nicht weniger als 200,000 Pf. St. belaufen sollen, Rechnung abzulegen. Hierauf aber antwortete er in einem gedruckten „Sendschreiben" mit Androhung des „Bannes ," und statt der begehrten Abrechnung giebt er nunmehr den Gläubigen allerlei wunderliche, angeblich religiöse Ausübungen und Werkheiligkeiten zum Besten, indem er z. B. an Sabbat - und Festtagen keine andere als die hebräische Sprache spricht, sich an diesen Tagen ganz in Weiß kleidet und dergleichen Tartuffereien mehr ausübt, an deren Existenz wir heutzutage gar nicht glauben würden, wenn sie sich nicht vor unfern Augen zutrügen und wenn wir nicht täglich mehre Personen zu dem neuen Heiligen