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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-31 · Heft 31 (31.7.1843) · p. Seite 455

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 31 (31.7.1843)
Date
1843-07-31
Page
Seite 455 (sequence 3)
Language
German
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Und wie? ist d i efeMeffiastchre nichtvon jeher ein wesentliches Bekenntniß des Zudenthums gewesen? ist sie etwa eine neue Erfindung? E^wded nrchA jedes Gebet der Synagoge mit dem Prophetenspruche: „au jenem Läge wird der Ewige einig sein und sein Rame einig" d. h. in jener Zeit wird alles Volk der Erde den einigen Gott allein anbeten! Also die verrufene partikularistische Synagoge kann kein Gebetwort endenohne die Ueberzeugung auszusprechen: daß einst alle Menschheit sich in der Anerkenntniß des einigen Gottes vereinen, und so Glaubenseinheit, Religionsfriede auf der Erde herrschen werde! Sehet also wohl zu, und wahret Euch, was Ihr mit Eurer hohlen Phrase vom deutschen Baterlande als Messias wollet! Ihr richtet Euch einen Götzen auf, weiter Nichts, und saget: „Dies sind die Götter Jftael's!" So Ihr aber also Israel seinen wahrhaften Gott, seinen wesentlichen Glauben nehmen wollet.- wird es Euch zurückstoßen und allein lassen. Israel ist nicht so ein Thor, um sich von einem leeren Worte blenden zu lassen, das wie Leben klingt, und in dem der Tod und der Selbstmord lieget! Zeitnngsnachrkchten. Preußen. Crefeld, 18. Juli. (Privatmitth.) Die hiesige israelitische Gemeinde hat durch eine Deputation aus ihrer Mitte der hohen Ständeversammlung zu Händen Seiner Durchlaucht des Landtagsmarschalls Herrn Fürsten zu Solms-Lich, heute folgende Dankadresse überreichen lassen: Hochzuverehrender Durchlauchtigster Herr Landtagsmarschall! Hohe Standeversammlung. Die frohe Kunde von dem Votum Einer hohen Ständeversammlung in der Emanzipationsfrage der Juden hat die Herzen aller Israeliten mit unaussprechlicher Freude erfüllt. Dieser glanzende Sieg der Intelligenz und wahren Religiosität über Vorurtheile, die aus fernen Zeiten übrig geblieben, wird in hundertfachem Echo durch ganz Deutschland verkündet, und überall, wohin bis jetzt der Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetz nicht gedrungen ist, segensreiche Früchte bringen. ’ , ' Die fortschreitende Bildung und Zivilisation, wel^ chen auch die Juden nicht fremd geblieben, mußte ihnen jedes Exemptions- Gesetz und jede Zurücksetzung in bürgerlicher und politischer Beziehung doppelt fühlbar machen, und die Besorgnisse, welche dunkle Gerüchte der jüngsten Zeit aufkeimen ließen, erschienen desto peinlicher, je mehr sie den gehegten Wünschen gerade entgegen waren.' Um so erhebender ist das hochherzige Votum, welches Freisinnigkeit und Nächstenliebe geschaffen, und das, mit Aufhebung des noch bestehenden Exemptions-Dekretes, die Bitte an Seine.Majestät richtet: daß Allerhöchstdieselben geruhen mögen, die Wegräumung aller noch bestehenden Hindernisse zur völligen Gleichstellung der Juden in bürgerlicher und politischer Beziehung mit Seinem christlichen Unterthanen vorzubereiten, und deren Beseitigung Allergnädigst herbeiführen zu wollen. - Dieses Votum, ehrend die Provinz und ihre Vertreter, ist allein schon hinreichend dem 7. rheinischen Landtag in den Annalen der' Geschichte und besonders in den Herzen der SfraeUten ein bleibehbeS Denkmal zu errichten, ein Denkmal der Humanität und des Rechtssinnes, welche die Verhandlungen dieser Session in jeglicher Beziehung auszeichneM Der segens- und erfolgreiche Beschluß wird beglückend sortwirken in spätern Geschlechtern; gleich uns werden sie mit Stolz aus , .die Männer blicken,, deren hochherziger Sinn, die letzten Schranken der Vorurtheile wegräumend, uns gleiche Rechte mit unfern christlichen Brüdern zuerkannte. Die gehorsamst Unterzeichneten, Namens der israelitischen Gemeinde Crefelds, kommen einer hohen Ständeversammlung den freudigsten und heißestem Dank darzubringen , mit welchem die Gebete ^zurm Allmächtigen sich vereinigen: Er möge das Füllhorn des Segens über unfern würdigen Vertreter ausschütten, und uns die Wohlthaten Ihres Ausspruches angedeihen lassen. Wir leben der zuversichtlichen Hoffnung, daß Seine Majestät unser Allverehrter König, die Stimme seines Volkes und' dessen hoher Vertreter in Seiner allbekannten Recht- und Gerechtigkeitsliebe nicht uttberücksichtiget und die für seine getreuen'Unterthanen

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