Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 30 (24.7.1843)
- Date
- 1843-07-24
- Page
- Seite 450 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3225281-3225312--05385-3236035- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
- Oran 1× ep/1048048
- Tlemcen 1× ep/1048142
OCR text
hohen Miüisterrathe konftriren, und somit die Möglichkeit einer schönen segensreichen Zukunft den Juden. ftlbst^n Händen gegeben wurde. Am Schluffe gÄobte er feierlichst die seiner Leitung anverttauete Anstalt, unbeirrt von her dermaligen Theklnahmlosigkeit der reichen und wohlhabenden Klaffe, mit rastlosem Eifer zu fördern und zu vervollkommnen,, und forderte die ihm beigegebenen Lehrer zur gemeinsamen Mitwirkung'- an Erreichung des vorgrsteckten Zieles auf. — Darauf wurde in russischer Sprache ein Bericht über, die in den verflossenen vier Jahren stattgehabten Einnahmen und Ausgaben abgelesen, und die Finanz- und Oekonomie-Verhältnisse der Anstalt genau dargelegt. Dann fand die Austheilung der Prämien an mehrere, beim jüngsten Jahrsexamen, besonders. ausgezeichnete Schüler durch den Herrn Gymnaflaldirektor statt, worauf sämmtliche Schüler die russische Volkshymne „Lossobe Zaria chrani“ in ergreifend deklamatorischer Weise anstimmten. — Somit wurde dieser feierliche, hier in seiner Art einzige Akt, zur Zufriedenheit aller Anwesenden würdig beschlossen. — Mögen die Hoffnungen, die von so mancher Seite an die Installation des Herrn Dr. G. geknüpft werden, recht bald verwirklicht werden, und möge die hiesige Gemeinde die an Bildung , Humanität und Wissenschaft ausgezeichnete Judenschaft Odessa's sich zum Muster nehmen, die die Aera ihrer geistigen Entwickelung, von der Etablirung der dortigen. Schule datirt. — Der Vorstand der Gemeinde. Königsberg, den 8. Juli. (Königsb. Zeit.) DM Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde hatin diesen Tagen ein Schreiben an Se. Majestät den Kaiser von Rußland gerichtet, in welchem der Kaiser um Aufhebung des Ukases vom 2 Mai gebeten wird, zufolge dessen die an der preuß. und österr. Grenze wohnenden Juden in die inneren Gouvernements Rußlands übersiedelt werden sollen. — Algerien. Mgrer, im Juni. (Schluß.) In Bona ist feine israelitische Schule, Philippeville hat eine höchst unvollkommene Stadtschule, aber die Juden: sind höchst arm, und mhmM keinen Theit daram IN Mostaganem. giebt es keine, französischen Schulendie jüdische Schule hat 25- Schüler, und 150 Kinder vagabondiren in den Straßen umher. In Dran hat man eine hebräischfranzösische Schule gegründet, der Lehrer .erhalt 408 Fr: (IW ß Thlr.) Besoldung, aber Lokal, Hülfsmittel, Alles fehlt, und der Lehrer leistet feine Pflicht im höchstem Ueberdruß. — Den Grift der Bevölkerung erweist das einzige Faktum, daß, als Herr Cohen- und Altaras nach Oran kamen , und ihnen das Gerücht-vorangegangen, sie wollten die Kinder zum Unterrichte sammeln, die meisten Familien ihre Knabennach Tlemcen und Maskara gesandt hatten , um sie den Blicken jener zu entziehen. — Ein Hauptfehler aller dieser Schulen ist die viele Zeit, wo keine Schule ist, so jede Woche drei: Tage: Freitag, weil die Kinder da den Eltern helfen müssen, die Sabbatspeisen zu bereiten-, Sonnabend und -Sonntag; dann die jüdischen Feste, und wiederum ein großer Theil der katholischen. — Die eingeboren-jüdischen Schulen sind in einem erschrecklichen Zustande. Enge Zimmer, wo die Kinder zusammengeschichtet sind, schlecht und unreinlich, ungesunde Düste, die Kinder sitzen halb auf engen Banken, halb auf der Erde um den Lehrer herum, der auf den Beinen sitzt, Lehrer und Schüler in stets schüttelnder Bewegung. Der Lehrer psalmovirt einen Vers durch die Nase, und alle Kinder schreien ihn mit, stoßen und schlagen sich dabei, laufen raus und rein, der Lehrer ohne Anschn, die einzige Autorität — der Ochsenziemer. — Literarische Machrichterr. Paris, im Juni. Vor Kurzem hat Herr Ed. Franck, Prof, der Philosophie: am Kollegium Charlemagnedn Werk: La Kabbale ou la philosophie religieuse des Hebreux erscheinen lassem Cousin legte es . der Akademie der moralischen: und. politischen Wissenschaften vor, und bediente sich dabei folgender .Worte:. „Ich überreiche im Namen des Herm FranL, Dozenten der Philosophie, an der::Fakultät der Wissenschaften non Paris und Professors am Kollegium Gliariemagnc, der Akademie ein Werk,' betitelt: Die Kabbala