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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-24 · Heft 30 (24.7.1843) · p. Seite 448

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 30 (24.7.1843)
Date
1843-07-24
Page
Seite 448 (sequence 12)
Language
German
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448 leicht der Nachbarsmann von unfern Großthaten nichts'erfahren hätte. Die geehrten Leser werden es ersehen, daß wir durch die Errichtung eines diesem großen Gelehrten würdigen Grabsteines nur einer schuldigen Dankespsiicht Nachkommen, und sie wollen mir erlauben, Jeden, der für Kunst und Wissenschaft irgend ein Interesse hat, vorzüglich aber Aerzte und Naturforscher, zunächst die israelitischen hiermit aufzufordern, daß sie nach ihren Kräften zur Errichtung eines solchen Denksteines beitragen möchten. Möge sich in den weiten Gauen Deutschlands zu diesem Zwecke ein Konnte bilden,, und dieses baldigst zur Realisirung desselben schreiten, möge der würdige Herr Redakteur dieser Blätter so gütig sein, diesem Gegenstände jetzt und in der Folge eine Spalte seiner Zeitung zu öffnen; mögen auch befreundete Redaktionen die Gefälligkeit haben, auf die Errichtung dieses Grabsteines durch Aufforderung und Mitwirkung zur Zustandebringung desselben beizutragen. Sollte ich einen dereinst (hoffentlich aber bald) zu bildenden Konnte in seinem Wirken mit meiner schwachen Kraft behilflich sein können, werde ich-es gewiß nicht unterlassen, so wie ich bemerke, daß ich bei Eröffnung von Subskription mit 1 st. C. Mze. Wundarzt zu Gronow. (Nachbemerkung der Redaktion: Wir zeigen uns gern bereit, vermittelnd für obige Sache mitzuwirken.) Frankreich. Mühlhausen, im Juni. (Privatmitth.) Ich übersende Ihnen anbei den Bericht über die seit einem Jahre bestehende israelit. Kunst- und Gewerbeschule, die hier durch die „israelit. philanthropische Gesellschaft des Oberrheins" errichtet worden. Am 19. April fand die Prüfung, statt. Am Morgen fand die Prüfung der Jünglinge statt, die zur Schule wieder zugelassen werden sollten; unter einer größern Zahl mußte sich das Konnte aus Mangel an Mitteln auf fünf beschränken. Das Examen der ' Schüler selbst fand Nachmittags im Rathhaussaale statt, und waren von den Behörden und Honoratioren der Stadt viele zugegen. Die Schüler hatten auch Arbeiten ihrer Profession ausgelegt. Der Rabb. M. S. Dreyfus, Direktor der Schule, eröffnte die Sitzung durch eine kräftige Rede. Er zeigte, welchen Pnklang diese Schule gefunden, indem sehr viele Christen sie mit Beiträgen unterstützen, und über vierzig jüdische Jünglinge den Eintritt bereits verlangten. Er wies auch darauf hin, wie die Ansicht in der Masse immer mehr durchdringt, daß allerdings die Religion mit der Arbeit sich verträgt, und nach sechs Tagen gewissenhafter Betriebsamkeit, der siebente Tag der Ruhe gewidmet sei. Einnahmen hatte die Anstalt im verflossenen Jahre 6623 Fr. Ausgaben 6212 Fr. Die Prüfung siel sehr günstig aus. Zuletzt wurden Prämien ausgetheilt. — Die philanthropische Gesellschaft selbst hielt ihre Sitzung am 17. April. Der Präsident, Herr Werth, las einen Bericht, in welchem er besonders über den Mangel an Theilnahme von Seiten der reicheren Israeliten des Departements klagte — wohingegen der Pariser Rothschild allein 500 Fr. spendete — ja, über den Widerstand, den der Gesellschaft das Departemental- Konsistorium leiste, während die Mitglieder der benachbarten Departemental-Konsistorien. selbst subskribirt hätten. Er sprach dies mit sehr scharfen, obschon anständigen Worten aus. Rußland und Polen. Kischineff, im Juni. (Privatmitth.) In dem Augenblicke, wo die gesammte Judenschaft Rußlands ahnungsvoll dem Ergebniß der unter Präsidentschaft des Herrn Ministers der Volksaufklarung Uwarow zu Petersburg stattft'ndenden Rabbinerkonferenzen entgegensieht, hat sich die hiesige Gemeinde eines Ereignisses zu erfreuen, das wir schon jetzt als segensreiche Folge jenes welthistorischen Faktums begrüßen können. Als nämlich die Rede von der in Rußland bevorstehenden allgemeinen Errichtung jüdischer Schulen nach Deutschland gelangte, — boten sich viele dortige namhafte Gelehrte brieflich an, nach erfolgter Kreirung fraglicher Lehranstalten, die vakanten Stellen zu übernehmen. Aber der ausgezeichnete Rabbinatskandidat, der in der gelehrten Welt durch Veröffentlichung alter werthvoller Manuskripte bekannte Dr. I. Goldenthal ging rasch vom Entschluß zur That über, und begab sich vor einigen Monaten nach

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