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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-24 · Heft 30 (24.7.1843) · p. Seite 440

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 30 (24.7.1843)
Date
1843-07-24
Page
Seite 440 (sequence 4)
Language
German
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440 schönste, edelste Weise begonnen: von innen heraus. Siehat begonnen mit der Bildung, mit der Wissenschaftlichkeit, mit der Veredlung der Sozialität. Die Reform des Judenthums hat darauf den Gottesdienst ergriffen, und thuet hierin täglich die besten Fortschritte. Die Reform des Judenthums hat noch viel zu thun, und manche verlebte Form bei Seite zu bringen. Die Reform des Judenthums darf aber nicht die Grundformen, die Stützen, die wesentlichen Träger der Religion antasten: sonst ist es keine Reform, sondern eine Zerstörung! Säget die Grundpfeiler durch, und das Gebäude stürzt ein! Dann habet Ihr gethan, was unsre Gegner schon vor Jahrtausenden gewollt. Aber diese vermochten es nicht, und Ihr — werdet es auch nicht können! Die Reformbestrebungen dürfen die Gemeinde Jeschurun's nicht zerreißen, nicht die zehn Stämme von den zwei Anderen lösen, um jene für Israel verloren gehen zu lassen. Von innen heraus muß sie kommen, stets die Gesammtheit im Auge behalten, sonst seid Ihr keine Retter, sondern Verräther! Wir, haben (in No. 28) die erste Nachricht über den Verein bekämpft. Wir haben heute unser Zeugniß gegen den zweiten Bericht abgelegt. Wir werden nicht unterlassen, Schritt vor Schritt der Sache zu folgen. Die heilige Sache der Veredlung und Entwickelung des Judenthums legt uns diese Pflicht auf. Wir warnen und warne». Wir bitten die, so sich zu Teilnehmern dieser Sache machen, um ihr, um Jsrael's Heil willen, um Vorsicht, um Prüfung, um Liebe in allem Dem, was uns Allen das Heiligste ist! Zeitungsnachrichten. Deutschland. Frankfurt am Main, 10. Juli. (Privatmitth.) Die vielen Lügen, die man über die hierorts entstandene „neue Sekte" in den politischen Blättern verbreitet, werden in dem Folgenden eine Berichtigung finden. Es giebt hier sowol wie anderwärts eine große Anzahl Juden, die — ohne aus dem Judenthum heraus getreten zu sein oder treten zu wollen — die meisten zeremoniellen Gebräuche, namentlich solche, deren Quelle die Tradition, unbeachtet lassen. Insofern aber alles das, was der festen Unterlage entbehrt, schwankend ist und durch die Verschiedenheit der Ansichten hier für richtig und dort für unrichtig erkannt wird, als etwas der Moral Widerstrebendes angesehen werden muß, stellt sich für den negirenden Theil die Nothwendigkeit einer öffentlichen Anerkennung, heraus. Kann man für seine Ansicht Gründe und Beweise anführen, ist eine Mehrheit vorhanden, die sich öffentlich dazu bekennt, so wird freilich dadurch noch nicht in den Augen der Gegner jedwede Einwendung vernichtet sein, aber die Ansicht des Individuums wird eine allgemeine, das Unmoralische des Negirens verschwindet und es ist eine kräftige Stütze gewonnen. Dies war es, was Dr. Theodor Creizenach veranlaßt«:, ein Memoire zu schreiben, worin er die Notwendigkeit einer solchen Vereinigung, behufs öffentlicher Darlegung des negirenden Prinzips und dadurch zu restituirenven moralischen Unterlage, auf philosophischem und geschichtlichem Wege gezeigt. Dr. G. Nießer in Hamburg und Dr. Stern in Göttingen leisten dem Vereinihren Beistand. Die ausgesprochene Tendenz desselben gründet sich auf die drei Punkte: a) das Judenthum ist der Fortbildung fähig; b) Palästina wird nicht als die eigentliche Heimath betrachtet; e) die talmudischen zeremoniellen Vorschriften sind nicht verbindlich. — Daß der Verein jedoch über die talmudischzeremoniellen Vorschriften schon hinausgeht, ersteht man daraus, daß seine Verfechter die Beschneidung mit vieler Wuth angreifen, und auch bereits in solchem Sinne ein namhafter Jude hierorts die Beschneidung seines eben gebornen Sohnes verweigert. Preuße«. Aachen, im Juli. (Privatmitth.) Da Sie mit gutem Bedacht die Stimmen vom Rhein über die Gleichstellung der Israeliten sammeln, so darf Ihnen ein leit. Art. in. der hiesigen Zeitung vom 8. Juli nicht fehlen, aus dem einige schlagende Stellen hervorzuheben wären. „In diesen Tagen wird auch die Juden-Emanzipation bei unserem Landtage zur Sprache kommen. Von den meisten Städten sind Petitionen für dieselbe eingelaufen. Man wird den Rheinländern nicht

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