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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-24 · Heft 30 (24.7.1843) · p. Seite 438

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 30 (24.7.1843)
Date
1843-07-24
Page
Seite 438 (sequence 2)
Language
German
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438. ungeheuren Majorität von 68 gegen fünf Stimmen vernlchM. Endlich die voltkommne bürgerliche Gleichstes. W Schwinden aller Unterschiede, das Niedrrsiuken aller Schranken im sozialen Leben gewinnt mit 54 gegen 19 Stimmen die Oberhand — während die absolute Majorität 37 gewesen, hat sie noch 17 Stimmen mehr, so daß also 6a. -f für, k dagegen gestimmt. Jndeß wird man uns wol Nachsehen, ja sehr natürlich finden, wenn wir auch noch einen andern Schluß daraus ziehen. Dieses Votum, wenn nicht für die gesammten jüdischen Preußen, so doch für die Juden im Rheinlande ist es auch ein Ehrenbrief. So sie nicht einen hohen Grad von sozialer Entwickelung erreicht hätten, so sie in irgend einer Beziehung bloß im Allgemeinen ein schädlicher, ein nicht ebenbürtiger Theil der Bevölkerung wären: ungeachtet alles Rechtsgefühls würdest sie wol schwerlich so viele Stimmen für sich vereinigt haben. Also Ehre dem Ehre gebührt! Würden materielle incommoda von Seiten der Juden vorliegen: der Sieg wäre gewiß nicht so entschieden, so unbedingt gewesen. So sind die Vota der Rhein. Stände auch ein großartiges Zeugniß, das wir jenen bekannten Schreiben der Großdignitarier Holland's an die Seite stellen können. Auch unser Vaterland, auch Preußen hat gesprochen, wir können jubelnd unseren Mitbürgern die Hand drücken! Daß die Stände die Aufhebung des käiferl. Judendekrets besonders votirt haben, obschon diese doch in die vollkommne bürgerliche Gleichstellung von selbst aufgeht, ist mit großem Danke aufzunehmen. Denn in wie weit die Petition um letztere reelle Folgen haben wird, steht sehr zu bezweifeln — um desto eher wird die erstere zu berücksichtigen sein. Der israelitische Literaturverer'n. Wir haben unseren Lesern mit vielem Vergnügen mitzutheilen, daß die Zahl der Teilnehmer sich von Tage zu Tage mehrt, so daß das in's Leben Treten des Vereins kaum mehr zweifelhaft erscheint. Männer von Gewicht, wie vr. Rießer in Hamburg, Rabb. vr. Hirschfeld in Wöllstein, Albert Cohn in Paris, Rabb. Neckarsulmer in Schnaittach ff. ff. haben ihren Beitritt eingesendet. Die Zahl der Mitglieder beläuft sich jetzt ca. 120 schon.' Wir bitten daher alle, die diesem höchst wichtigen Institute'ihren Beifall geschenkt, recht bald ihren Zutritt anzuzeigeu, insbesondere aber sich um die Erwerbung von anderweitigen Teilnehmern zu bemühen. Wir können nicht umhin , deshalb des Herru Cr oubach in Grar;denz rühmlichst zu erwähnen, der sofort nach der Emission des ersten..Artikels über diesen Verein durch die Erwerbung von zehn Mitgliedern sich zum Ausschußmitglied machte. Je bälder die Anmeldungen geschehen, desto eher kann die Anordnung der Provinzial- Kommiffionäre organisirt werden. Der Termin zur Anmeldung ist allerdings nach §. 2 der Statuten (No. 23) bis zum Ende Februars 1844. Allein da die Vorbereitungen zur Konstituirung des Vereins doch vielfältig sind, so ist es sehr wünschenswerth, daß die zur Konstituirung des Vereins nothwendige Zahl von 500 Mitgliedern (§. 36 der Statuten,) bald zusammen sei. Wir bemerkea nun noch, daß wir so eben die Statuten nebst Motiven besonders abdruckeu lassen, und daß daher eine Anzahl Exemplare einem Jeden zu weiterer Verbreitung zu Gebote stehen. Mögen es besonders jüdische Buchhandker nicht verabsäumen, der Sache-ihre Thätigkeit zu widmen *). Der Frankfurter Verein. Die, durch die Zeitungen verbreitete, in No. 28 auch von uns besprochene Nachricht von einer Neformbewegnng in Frankfurt am Main stellt sich insofern heraus, daß es einen Verein zur Reform des Jndenthums zu bilden gelte, als dessen Hauptleiter Herr Dr. Theodor Creiznach, Teilnehmer Herr Dr. G. R Lester in Hamburg und Herr vr. Stern in Göttingen genannt werden. Als ersten Schritt bezeichnet man allgemein die Abschaffung der Befchneidung. Es wäre vielleicht besser, über diese Angelegenheit zu schweigen, bis sie sich erst wirklich herausstellt: denn durch eine öffentliche Anregung und Aufreizung wird das Extrem erst wirklich geschaffen. Da indeß die Sache schon zu vielfach berührt worden, das Frankfurter Journal (als die Staatszeitung der neuen Bewegung) bereits eine Menge Artikel gebracht hat, und unsre nach Pikantem hungrige Zeit sich überhaupt zu einer stillen, geräuschlosen Entwickelung nicht bequemt: so muß auch dieser Gegenstand, so weit er vorliegt, in's Auge gefaßt werden. Dadurch, daß öffentlich die Abschaffung der Befchneidung *) Wir machen wiederholt auf §. 29 aufmerksam, daß zedes Ausschußmitglied ein Freiexemplar erhält.

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