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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-17 · Heft 29 (17.7.1843) · p. Seite 434

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 29 (17.7.1843)
Date
1843-07-17
Page
Seite 434 (sequence 14)
Language
German
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Ln Beziehung auf die Juden treu bleibt, und so das schönste Zeugniß der wahren Gesinnung der deutschen Na. tion ablegt, hat ein Substitut des König!. Prokurators zar 8. Lu RheinbaLern in einer öffentlichen Sitzung, wo über 11 Diebstähle verhandelt wurde, von denen einer, und zwar der eines 4 Kr. (sogenannten Batzen-) Laibes einem Juden zugeschrieben wurde, es gewagt, diese Anklage mit folgenden Worten zu begründen: „Der Angeklagte ist Jude. Grund genug, daß er den Diebstahl begangen. Dem Geize und der Habsucht auch des vermögendsten Israeliten genügt es, sich, wenn auch durch 4 Kr., zu bereichern." Der arme Teufel wurde vom Gerichte zu zwei Tagen Gefangniß, zu weit härterer Strafe aber wurde der Herr Substitut, der sich seines Berufs so unwürdig zeigte, vou der öffentlichen Meinung verurtheilt. (B. Bl.) (Wir begreifen nur das Eine nicht, wie unsre dortigen Glaubensgenossen so Etwas mit Stillschweigen übergehen können, und diesen verachtungswerthen Mann nicht h'öhern Orts belangen, um „der Berurtheilung der öffentlichen Meinung" auch noch eine andre, unmittelbare hinzuzufngen. Red. d. A. Z. d. I.) *) Literarische Nachrichten. Paris, 2. Juli. (Entgegnung.) So eben kömmt mir die „literarische Zeitung" von Berlin (1. April) zu Gesichte, die folgenden Artikel enthält. Ich bitte selben gefälligst in Ihrem geschätzten Blatte, begleitet von den beiliegenden Bemerkungen, abdrucken zu wollen: „Notice sur Joseph ben Jehouda, ou Aboul’hadjadj Yousouph ben Ya’hja Alsabti Almagrebi, disciple de Maiinonide; par M. S. Munk. Paris imprimerie royale 1842 72 S. — Diese kurze Abhandlung ist nur °) Als einen schönen Gegensatz wollen wir erwähnen, daß vor Kurzem in M etz auf einem Markte ein Krämer sich des Ausrufs bediente: „Seht meine Artikel! Sie sind keine Judenwaaren!" Er wurde arretirt, der Polijeikommissarius wirft ihm sein Unrecht in der stärksten Weise vor. „Sie haben, sagte er, offenbar einen Theil unsrer Bürgerschaft beleidigt. Katholiken, Protestanten, Israeliten genießen in Frankreich eine vollkommene Gleichheit, es giebt nur Franzosen. Die Israeliten beleidigen heißt die ganze bürgerliche Gesellschaft beleidigen." Der Krämer wird zu 24 Stunden Gcfängniß, 15 Fr. Strafe und in die Kosten verurtheilt. (Aus den Arch. isr, de Fr.) Red. ein besonderer Abdruck aus dem Journal Asialique vom Juli vorigen Jahres, so wie die frühere Nolice sur Saadia Kann von demselben Verfasser nur ein Abdruck aus dem Cahen'schen Bibelwerke ist. Schon in dieser Notice über Saadia zeigt der Verf., daß eine Don Scharfblick geleitete Durchdringung des Gegenstandes nicht seine Sache ist, sondern daß nur die Mittheilung handschriftlicher Textfragmente, zu denen ihm der Zugang geöffnet ist, seinen Schriften ihren Werth, giebt; die wissenschaftlichen Resultate seines Fleißes sind schwach, das Ringen des Verfassers nach denselben konnte der Aufmunterung zwar würdig, keineswegs indeß kann es als gelungen bezeichnet werden. — Die vorliegende neue Schrift steht noch hinter jener zurück, weder Gründlichkeit des Forfchens nach Geschick in der Behandlung des Thema's begegnet uns hier; die arabischen Textstücke sind hier nicht allen Handschriften entlehnt, sondern der Verf., der gern Prunk mit arabischen Lettern treibt, umschreibt oft bloß die Stellen aus Pococke's Werken.— Von dem Inhalte dieses weder seinem Gegenstände nach wichtigen, noch auch durch seine Bearbeitung interessanten Schriftchens wollen wir Folgendes bemerken: Joseph ben Jehuda war ein Schüler des Maimonides, der in Spanien den Islam angenommen Hatte, nachher in's Morgenland ging und wieder Jude geworden war. Dort hat er angeblich viel studirt, Kinder gehabt, aber nichts oder fast nichts Gelehrtes hinterlassen. Um diese Thatsachen dreht sich unser Büchlein. Es steht nur zu wünschen, daß die Wenigen, welche von dieser Schrift Notiz zu nehmen haben, auch die Mängel der Darstellung und das geistlose Geschwätz des Verf. glücklich überwinden. — Es verdient noch bemerkt zu werden, daß der Vers, mit Herrn F. Lebrecht in Berlin, einem in der jüdischen und rabbinischen Literatur recht bewanderten Gelehrten, in einen kleinen Kampf verwickelt wurde, der dem Namen des Herrn Munk keineswegs Ruhm gebracht hat." — Dies ist die Ansicht eines Blattes, in dessen Gewohnheit es sonst gar nicht liegt,' Rezensionen selbst über die bedeutendsten Werke mitzutheilen, sondern welches sich in seiner bescheidenen Stellung gefallt, bloß kurze aus wenigen Worten bestehende Notizen und Büchertitel anzuzeigen. Dies kleine aus 72 Seiten bestehende Schviftchen hat dieses Journal aber veranlaßt, obenstehenden Bericht abzudrucken. Erlauben Sie mir, Herr R., zuerst, jenen Kampf zu erzählen, der zwischen Herrn Lebrecht und Herrn Munk statt fand, und dem Namen des pariser Gelehrten nach dm Worten des Be-

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