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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-17 · Heft 29 (17.7.1843) · p. Seite 433

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 29 (17.7.1843)
Date
1843-07-17
Page
Seite 433 (sequence 13)
Language
German
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433 Stirn , der Glanz der Blicke, das lebhafte Mienenspiel. Desto versunkener, indolenter find die Araber, die sich von den französ. Instituten völlig entfernt halten. Alle Hoffnung, diese für die europ. Zivilisation zu gewinnen, ist eitel. 1837 besuchten 146 Juden und 81 Jüdinnen die verschiedenen öffentlichen Schulen, und nur 90 Mauren. 1840 waren es 168 Juden und 85 Jüdinnen, und nur 87 Mauren. So aber ist es auch der Fall mit den Schulen der Eingebornen: die jüd. Schulen haben 794 Knaben und 52 Mädchen, wahrend die maurischen nur 406 Schüler haben. Die Versuche, den Primärunterricht unter den Algier'schen Israeliten zu heben, sind bis jetzt noch nicht mit großen Erfolgen gekrönt worden. Eine Spezialschule 1832 mit Anfangs 40 jüd. Kindern hörte bald auf. Eine allgemeine Schule mit wechselseitigem Unterricht 1833 hatte Anfangs 50 Juden auf 200 Schüler, sie blieben aber bald weg, da aller Religionsunterricht mangelte. Im Februar 1837 wurde vom Stadtrathe eine Summe für eine Primärschule für die israel. Mädchen ausgesetzt, und die Erfolge dieser ließen 1840 auch eine Spezialschule für israel. Knaben errichten. Da aber die Zöglinge dieser Anstalten den untersten Klassen der Gesellschaft angehören, so ist der Besuch höchst unregelmäßig, da die Eltern die Kinder der Unterstützung bei ihren Arbeiten wegen oft zurückhalten, oder bald zurückziehen. Darum ist die Mädchenschule von 100 auf 30, die Knabenschule von 198 auf 80 gesunken. Was hierzu kommt, ist, daß, sobald die Knaben zum dreizehnten Jahre gehen, sie zu den Rabbinen zum Unterricht geschickt werden, und dann meist nicht wieder kommen. Und doch giebt die Stadt jährlich 6900 Fr. (1840 Thlr.) für diese Anstalten her. — Doch ist Algier der einzige Ort, wo etwas zu diesem Zwecke geschieht. (Schluß folgt.) PersorralnachrLchten. Paris. Der »ausgezeichnete Blumenmaser Jacobber, israel. Glaubens, aus Metz, hat den Ehrenlegionsorden erhalten. — Herr Gustaph Bedarrides, israel. Religion, ist als Substitut des Generalprokurators von Aix eingeführt worden. — Narichten von Intoleranz aus der jüngsten Zeit. Magdeburg. Man hat uns wiederholt vorgeworfen, daß wir Beweise toleranter Gesinnung, Beispiele hochherzigen Charakters zu bereitwillig heranbrächten, mit zu vielem Gepränge bewillkommten. Man übersieht dabei freilich, daß dieses nur geschieht, um anzuspornen, um solche Gesinnung als die immer mehr trotz allem Ankämpfen des Zelotismus sich verallgemeinernde zu bezeichnen; daß dieses nur geschieht, um Muth, Ausdauer, Trost daraus zu ziehen bei sich stets wiederholenden Unbillen. Aber gut. Wir wollen einmal die entgegengesetzte Bahn beschreiten. Wir wollen die traurigen Fälle der Intoleranz heranbringen, wir wollen sie an den Pranger stellen, sie geißeln, so viel wir vermögen — ohne jedoch im Voraus Bürgschaft zu geben, daß wir nicht — bald ermüden werden. Aus dem Kreise Soest. (Westphäl. Merk.) Am 18. Mai feierte zu Oestinghausen ein jüdischer Einwohner seine Hochzeit. Dem Brautpaare zu Ehren hatte man in der vorhergehenden Nacht mehrere Ehrenbogen errichtet und Blumen gestreuet. Keiner aus dem Volke nahm Anstoß daran. Nur einem, dem katholischen Seelsorger, dem dortigen Vikar B. — einsiweiligem Stellvertreter des kürzlich verstorbenen Pfarrers Schulte — war die Ausschmückung ein Dorn im Auge; er beorderte den Schullehrer, durch seine Schulkinder Blumen und Kränze wegnehmen zu lassen. Die Schuljugend bezeigte ihrem Lehrer den schuldigen Gehorsam. Um Mittag zur Trauungszeit erschien im Hause des Brautpaares ein Abgesandter des Vikars, der Küster Dahme, mit dem gemessenen Aufträge, den Weg über den katholischen Kirchhof zur Synagoge nicht zu nehmen, obwol außer einem morastigen, augenblicklich in Folge des vielen Regens nicht zu passirenden Fahrwege kein anderer Weg dahin führt.— Auf diese Weise ward die Vollziehung der Trauung gehindert, die aber am Nachmittage des folgenden Tages stattfinden konnte, nachdem der,Herr Bürgermeister Pilger zu Weßlarn, davon in Kenntniß gesetzt, den Weg für einen öffentlichem.erklärt — die polizeiliche Hülfe, gesandt hatte. — Einsender begnügt sich, dieses Faktum zur Oeffentlichkeit zu bringen; den Kommentar dazu möge sich ein Jeder selbst machen. Speier, 21. Juni. Während der rheinpreußifche Landtag den Grundsätzen der Zeit und der Vernunft auch

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