Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 29 (17.7.1843)
- Date
- 1843-07-17
- Page
- Seite 430 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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430 H Erstens weit diese Art von Eidleistung meinem Gewissen gerade zu zuwider läuft, denn den Eid " zu leisten Mors judaico* das hieße so viel als die FotMl und den gewöhnlichen Gebrauch weniger heilig, weniger bindend betrachten, daß folglich der Meineid erlaubt sei, öder Nicht dieselbe Wichtigkeit als-der Bürger-Eid habe, wasl durchaus den Vorschriften meines Glaubens zuwider ist, welcher alle Arten Eide für gleich heilig, gleich bindend erklärt. Er stellt sogar eine einfache Bejahung oder wiederholte Verneinung an Eidesstatt. Unser Patriarch Abraham hat geschworen, indem er die -Hände zum Himmel gehoben (1 Mos. 14,22;. Maimon. Nedar. Ioreb Deah 239. Schebuoth f.M. Redar 5. 25. Thoseph!b-.L 23.) Zweitens-, weil ich den Eid iaoir6 jüdaico für rine Beleidigung meiner Religion ansehe, weil derselbe voraussetzen läßt, daß sie den Zivil-Eid nicht in demselben Grade heilig halte. Drittens, weil es eine Beleidigung für meine Religionsbrüder sein würde, wenn ich Massen würde, daß sie den von dem Gesetze auferlegten Eid weniger heilig erachten sollten, wenn er von weniger Formeln begleitet ist. Viertens, weil ich die auferlegte Formel als einen Bruch der konstitutionellen Charte ansehe, die alle Franzosen.- älK'gleichvor dem Gesetze erklärt. Man könnte emwenden, daß der Eid ein religiöser und kein konstitutioneller Akt sei; über sobald die Religion alle Formen von Eiden ohne Unterschied heiligt, vok es die jüdische Religion thut, so ist kein Grund zur Unterscheidung vorhanden. Kann Jemand behaupten, daß es Israeliten gebe, oder geben könnte, W aus Unwissenheit den Eid niore judaico für heiliger hielten? Die Sache ist möglich; aber glebt bs nicht Christen, die einen auf das Evangelium geleisteten Eid heiliger achten als den gewöhnlichen Eid? Es giebt deren gewiß, und selbst in großer Menge, während man es sich noch 'Niemals angelegen sein ließ, eine Ausnahme zü ihsertt Nachtheil daraus zu machen. Aus allen diesen Gründen sehe ich die Weigerung eines jeden Rabbiners in Betreff seines Beistandes zu einem ausnühmsweisen Eide als eine heilige und unerläßliche Pflicht, an. Metz, .10. Jan,. 1843. . L. M. Lambert, Großrabb. i Das Tribunal nahm diesen Protest, nicht an, indem dieser eine Zensur der Entscheidung des Gerichtshofes gebe, verurtheilte den Huiffier in die Kostenweil er ihn angenommen, und bestimmte, daß der Eid More judaieo vor dem Gerichtshöfe selbst geleistet werde. Jndeß verglichen sich liebev die Parteien. (Nach den Arch. isr. de Fr.) —. Das Munizipal-Kollegium von Bisheim, bei Straßburg, hat so eben 3000 Fr. (809) Thlr. Unterstützung zur Erbauung eines israelit. Schulhauses votirt. (Areü. isr. de Fr.) C o r f «. Von einem hiesigen Kommite ist ein Aufruf an die abendländischen Israeliten ergangen, ,sie bei Gründung einer Schule zu unterstützen. „Wenn, sagen sie, Erderschütterungen, Feuersbrünste oder andere Unglücksfälle gerechte Titel sind, um Hülfe zu fordern, so glauben wir, daß im gegenwärtigen Falle, die Gefühle der Menschenliebe in den Israeliten sich um so mehr zu unseren Gunsten manifestum werden, als es sich um ein dauernderes und unheilvolleres Unglück handelt, als es gilt, die Unwissenheit zu vernichten, dieses Ungeheuer, das jedes bessere Gefühl unterdrückt, den Menschen seiner Würde beraubt und ihn der Verachtung aussetzt.^ Algerien. Augsburg, 1. Juli. Die hiesige allg. Zeit, hat in der Beilage No. 181 einen Aufsatz: „Afrikanische Sitten in der Provinz Konstantine," der in der bekannten Manier dieses Blattes das Bösartigste über die Juden aussagt. Eigentlich wollte sie nur ein Mährchen — man weiß, daß die Allg. Zeit. Liebhaberin von Mährchen ist — aus dein Bereiche des afrikanischen Jüdenthums erzählen.- Um dies Mährchen zu erzählen, bedurfte sie einer Einleitung, weil jenes sonst zu kindisch, geklungen. Und ln diese Einleitung legt sie nun Gift genüge Ich könnte viel darüber sagen, - warum die Mg. Zditt so viel Gift verbreitet, so bald sie: auf Juden und JMnthiirn zu sprechen kömmt. Die Hauptsache ist, daß die Allg. Zeit, eigentlich voller Gift ist- und dieses nur zürückhält — wo sie muß-, wo die Macht mit dem blan-