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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-17 · Heft 29 (17.7.1843) · p. Seite 429

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 29 (17.7.1843)
Date
1843-07-17
Page
Seite 429 (sequence 9)
Language
German
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429 die Forderungen der Zeit erkennend, und eifrig bedacht das sittliche und moralische Wohl der Juden zu gründen und zu festigen, hat dem Sinne des Testators zufolge eine Schule, die für ewige Zeiten den Namen Kestenbaumsche führen soll, hier in Ujhely errichtet, und deren Leitung dem Herrn Gabor von Matolay, Assessor hiesigen Komitats überwiesen. An der Schule arbeiten drei Lehrer vom löbl. Komitate angestellt und besoldet, und werden sechs Knaben von der kestenbaumschen Familie, die die Schule besuchen mit allen Nöthigen versehen. Schulgegenstände sind: Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen, ungarische, deutsche und hebräische Sprache, Styl, Geographie, Technologie und Bibel. In der Wahl des Direktors hat das löbl. Komitat auf's klarste dargethan, wie es für das Wohl der Juden väterlich sorge, und wie Menschenglück zu fördern sein eifrigstes Streben; indem Herr von Matolay allgemein als gerader und biederer Mann, der das Gute um seiner selbst willen liebt, hinlänglich bekannt ist, was schon die Thatsache beweist, daß derselbe auf seinem Gute auf eigene Kosten eine Schule in's Leben gerufen, und so durch Handeln sein Denken zu erkennen gegeben. Wir dürfen hier auch des Inspektors der Schule Herrn Moritz Thomann nicht übergehen, der manches Verdienst um die Schule hat. Wenn nun die Schule, die seit Oktober J838 besteht, bis jetzt nicht im vollen Maße den Erwartungen entsprochen hat, die man von ihr gehegt, darf dieses nicht sowol dem mehrmalig nothwendig gewordenen Wechsel des Lehrpersonals, als dem Uebelstande zugeschrieben werden, daß bis jetzt keine Elementarklasse dahier besteht, und theils nicht gehörig oder ganz unvorbereitete Schüler ausgenommen.wurden. Sonstige Hindernisse und lokale Verhältnisse, die ebenfalls das Aufblühen der Schule hinderten, wollen wir, da sie von selbst zu schwinden ansangen , hier unberührt; lassen. Doch möchten wir, und das aus reiner Liebe zu unfern Glaubensbrüdern auf die Nothwendigkeit. einer Elementarklasse hingewiefen haben, und glauben solche nicht angelegentlich genug empfehlen zu können. Bei der Hochherzigkeit des löbl. Komitats, bei der wahren Humanität unseres hochgeachteten Direktors Herrn v. Matolay und bei der Empfänglichkeit für das Gute, die mehre Gemeindeglieder beseelt, zweifeln wir nicht, daß unser Wunsch baldigst verwirklicht, und zum Oktober eine Elementarklasse in's Leben treten werde. Warum sollte auch eine Gemeinde wie Ujhely von über 300 Familien nicht im Stande sein eine solche Anstalt zu begründen! Gewiß sie kann es, und muß es, und will es, so sie die Nothwendigkeit eingesehen. Wir werden nicht verfehlen, da wir vernehmen, daß nächstens dieser wichtige Gegenstand bei der Gemeinde verhandelt werden soll, -zur Zeit den Erfolg in diesen Blattern zu berichten, und die edeln Männer, die um die Gründung einer solchen Anstalt sich verdient gemacht, anzuführen. Schönmann, . Lehrer an der Kestenbaum'schen Schule. Lewberg,. 23. Juni. (Privatmitth.) .Die erledigte Rabbinatsstelle in unserer Gemeinde ist endlich besetzt worden, und zwar mit einem eifrigen Reformer, mit dem Herrn Rabbiner A. Kohn.in Hohenems. Nach Vollendung des Tempelbaues hoffen wir ihn in unserer Mitte zu sehen. Unsere Gemeinde kann sich zur Akquisition eines solchen Mannes,, dem es um das wahre Fortschreiten des Judenthums Ernst ist — man braucht, abgesehen von dem praktischen Wirken desselben, blos seine literarischen Arbeiten zu lesen — Glück wünschen *). Die Schwei;. Genf, 14. Juni. So eben ist die Naturalisation dreien Israeliten unsrer Stadt bewilligt worden, das erste Ereigniß der Art in der Schweiz. (Arch. isr. de Fr.) Frankreich. Metz, im Juni. Vor Kurzem spukte wieder der Eid mors judaico vor hiesigem Gerichtshöfe. In einer Prozeßsache zwischen Juden, hatte letzterer der einen Partei den Eid in der Synagoge in Gegenwart des Rabbinen zu leisten befohlen. Der Großrabbine übergab dem Huissier 'folgende Protestation: *) Nach anderweitiger, aus offizieller Quelle uns zugekömmener Nachricht ist diese. Wahl noch nicht gänzlich bestimmt, und ist es nicht die Rabbinerstelle, sondern die Predkgerstelle beim neuen Tempel, die besetzt wird. Redakt. 29

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