Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1843)
- Date
- 1843-07-10
- Page
- Seite 416 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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416 aufgehört hatte Jude zu sein. Mit welcher Treue mag er das Interesse, wenn man sich bei solch hei-' liger Angelegenheit, wie dies Anfertigen von Schulbüchern oder Bibelübersetzen ist, so ausdrücken darf, der jüdischen Religion, die Bestimmung des Judenthums, des strengen Monotheismus vertreten haben?! Dieser Mensch hatte auch einen bessern Religionsunterricht erhalten, als der Knabe aus den Rheinprovinzen (???), er hat aber doch und noch auf eine schmählichere Art von seiner Seite apostasirt. Bessere Bildung schützt also, wie ohnehin längst bekannt, nicht immer gegen Treulosigkeit, und viele mit ihrem einfältigen Verstand sind weit treuere Anhänger des Judenthums als mancher literarische Schächer. Endlich wird es,, wo bei weitem nicht gerechtfertiget, doch einigermaßen entschuldiget, wenn viele wahrhaft gebildete aber darum ihrer heiligen Religion treulich anhängenden Israeliten gegen literarische Erscheinungen im Gebiete der Religion in so lange mißtrauisch sind, bis sie von der Ehrenfestigkeit ihrer Urheber überzeugt sich glauben. Man findet gar manches Schul- und Lehrbuch für Israeliten in den Händen von Lehrern und Schülern, deren Verfasser bereits längst das Judenthum höhnen und es treulos verlassen haben. Charakteristisch ist es, daß Bloch einem jüdischen Studirenden gegenüber geäußert hat, die Konflikte im Judenthum, die zur Zeit auftauchen, hätten ihm zu diesem Schritte verleitet. Als wenn das Christenthum, in feinen vielen Sekten, und in den Kämpfen in diesen Sekten selbst nicht hundertmal mehr Konflikte darböte!! Ich bin überzeugt, daß Sie diesen Bericht aufnehmen werden, um so mehr, damit die ungarischen jüdischen Lehrer und Rabbiner in der Wahl der Bibelübersetzungen sich zu benehmen im Stande sind. Ulm. Oesterreich. Preßburg, 17. Juni. In der Sitzung der Ständetafel vom 14. wurde unter Anderm per magvra beschlossen: 4) daß in Ungarn mit Inbegriff von Kroatien in Religionssachen vollkommene Freiheit eingeführt werden soll. Frankreich. Straßburg, 30. Juni. (Pri»atmitth.) Der Herr Großrabbine hatte in seinem, in diesen Blättern bereits erwähnten Berichte auf mögliche Minderung der Bettelei gedrungen, und'hierzu die Errichtung eines israelitischen Spitals und israelitischen Armenhauses vorgeschlagen. Hiegegen tritt in einem gut geschriebenen Aufsatze „ein Israelit im Courr. du Bas-Rhin auf. Es gestattet uns der Raum nicht, den uns zugesandten Aufsatz aufzunehmen. Die Hauptgründe sind: die Bettler würden dadurch erst recht nach Straßburg gezogen, so daß zwei Betteleien statt fänden, die geflüchtete und die herumziehende Bettelei; und die besonderen Institute würden in einer Stadt, wo die öffentlichen Anstalten dem Israeliten eben so offen stünden, wie anderen Glaubensgenossen, nur neue Jsolirungsmomente hervorbringen. Rußland und Polen. Warschau, 5. Juni. (Bresl. Z.) Es wandern an dreißig und einige israelitische Familien unserer Stadt nach Jerusalem aus, um dort einst ihre Häupter in die heilige Erde ihrer Väter niederzulegen. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 26. Juni. sMendelssohn's Werkes Moses Mendelssohn's gesammelte Schriften. Nach den Originaldrucken und Handschriften herausgegeben von Prof. vr. G. B. Mendelssohn. In sieben Banden. Leipzig, 1843. — Es liegen uns bereits drei Bände vor, von denen der erste das Bildnkß Mendelssohn's nach dem Originalgemälde von Frisch trefflich lithographirt und zwei Facst'mile's bringt. — Bei einer neuen Ausgabe von Mendelssohn's sämmtlichen Schriften können nur drei Fragen zur Beantwortung kommen: 1) die Vollständigkeit, 2) die Ausstattung, 3) die Korrektheit. In Bezug auf die erste Frage haben wir von der vorliegenden Ausgabe Alles zu erwarten, was irgend gewünscht werden kann, und wird sogar mehreres, noch Ungedruckte und allerdings nicht Unwichtige dem Publikum übergeben. Der erste Band