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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-10 · Heft 28 (10.7.1843) · p. Seite 415

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 28 (10.7.1843)
Date
1843-07-10
Page
Seite 415 (sequence 11)
Language
German
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415 ständige Ausübung irgend eines, bürgerlichen Gewerbes, außer durch mehrseitige, theils in den Gesetzen selbst, Lheils in der Rivalität derjenigen, von welchen die-Bewilligung ausgeht, namentlich in den Orten mit magistratischer Verwaltung liegenden' Hemmnisse, noch besonders durch die in dem bekannten Juden-Edikte vom neunzehnten Jahrhundert festgesetzte Matrikelzahl beschrankt ist: diese fanden keinen Vertreter; ihre so vielseitige und dringende Abhilfe heischende Angelegenheiten haben keine Diskussion veranlaßt, und werden auch bei diesem Landtage keine veranlassen, obwol schon sehr oft, ein dem jetzigen Standpunkte des Israeliten entsprechendes Reglement und eine theilweise Emanzipation in Aussicht gestellt wurde. — Einmal doch geschah ihrer Erwähnung. — Es wurde nämlich der Staatsregierung ein Gesetzentwurf über die Vereinfachung der bisher unter verschiednen Titeln bestandenen Besteuerung im Kreise Unterfranken eingebracht. Bei der darüber entstandenen Debatte wurde von mehren Seiten Verwahrung eingelegt, daß den dortigen Juden von den Personal-Staatsauflagen *) ja kein Titelchen nachgelassen werde, ungeachtet angenommen wurde, daß durch dieses Gesetz hauptsächlich die Juden eine Mehrung der Gewerbssteuer treffen würde. — „Ueber diese Saloirung äußerte der Abgeordnete Herr Dr. Schwindel: Meine Herren, die Juden scheinen mir in den fränkischen Provinzen überhaupt seit früher Zeit gewaltig bedrückt zu sein. Wenn man da liest von Judenschatzung rc., so kann man sich wahrhaftig nicht mehr wundern, wie eine fränkische Stadt sogar die rothe Hose des *) Irr einem Verzeichnisse der Personalstaatsauflagen werden folgende in Unterfranken und Aschaffenburg dermalen noch übliche Abgaben von Seiten der Juden aufgeführt, zu denen dann noch verschiedene Gewerbsauflagen kommen, außer denjenigen Lasten die sie gemeinschaftlich mit den christlichen Einwohnern tragen, als Judenhausirpatentgelder rc. Extragelder der Bandjudenfchaft, Judeneinschatzung, Judenschatzung, Judenkopfgelo, Judenhintersassengelder, Judenschutzgeld, Judendeputatgeld, Judenbotengeld, Juden - Neujahrgetd, Judenschreib- und Aktuariatsgeld, Judensterbgelder, Judenschulgelder, Judenbegrabnkßgelder, Judenrezeptionsgelder, Judenfrohngeld, Judenspinngeld, Judenmartinsganse, Rindzungen vom Schlachten der Juden, Neujahrteller der Juden. Pilatus in Anspruch genommen hat. Uebrigens kann dem Herrn Antragsteller zur Beruhigung dienen, daß eben diese Neujahrgelder, sofern sie nur irgend wie auf Begründung fußen, auch der Geistlichkeit nicht entzogen werden. Sollte es dennoch sein, je nun, was die Zeit erheischt, muß man entweder gutwillig fahren lassen, oder irgendwo dafür eine andre Entschädigung suchen. Die Staatsregierung wird auch nicht anstehen, derlei Grundbesitzern allenfalls eine Entschädigung zu bestimmen. Wenn auch die Worte dieses liberalen Biedermannes ohne Anklang und Erfolg geblieben, da in dem Gesetze die Saloirung der Judengelder, wie die andern privatrechtlichen Abgaben ausgenommen wurde, so waren sie doch erfreuend und erquickend, wie lichter Sonnenstrahl an einem nebligten Tage, wiewol er das trübe Gewölke nicht zertheilen, die starre Kälte nicht mildern kann, weil er doch immer die Anwesenheit einer Sonne zeigt, und auf bessere Tage, wo sie sich in ihrer vollen Stärke zeigen wird, hoffen läßt. Aus dem Wüvttembergischen, im Juni. (Privatmitth.) Sie haben vielleicht aus dem Schwäb. Merkur ersehen, daß vor einigen Tagen in Nozingen, einem Dorfe bei Kirchheim unter Tak, ein Jude durch einen Pfarrer, der ehemals Missionär gewesen, getauft worden ist. Dabei wurde dieser Apostat als ein Mann, der im Auslande einen großen Ruf habe und der ein ausgezeichneter Literat sei, gerühmt. Dieser Apo.statet ist aber kein anderer, als der ungarische Bibelübersetzer — Moses Bloch! Dabei drängen sich folgende Betrachtungen auf. Herr Moses Bloch ging aus Ungarn nach Württemberg, um sich daselbst in einem Dorfe, von dessen Existenz ich als Württemberger, und kaum sechzehn Stunden davon entfernt seit zwanzig Jahren lebend, nichts wußte. Der Pfarrer war früher Missionar, der also seine Seelenjagd durch alle Lande ausdehnte. Weil nur der Apostat eben diesen aufgesucht hat, muß er notwendig schon früher mit demselben in Verbindung und über seinen endlichen Schritt einig gewesen sein. Und doch hat dieser Mensch gewissenlos genug eine Bibelübersetzung für israel. Schulen angefertigt, während er schon im Herzen

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