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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-10 · Heft 28 (10.7.1843) · p. Seite 414

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 28 (10.7.1843)
Date
1843-07-10
Page
Seite 414 (sequence 10)
Language
German
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414 stet worden war, erhielt endlich, von der Armendirektion den Bescheid, er könne, als Jude, keine Stelle-als-Armenarzt bekleiden, weil auch der Arzt christlichen Trost spenden müsse. Der also Abgewiesene wendete sich nun mit diesem Bescheid an die Aeltesten der Judenschaft, welche, da bereits ein Jude Armenarzt ist, mit einer Beschwerde bei dem Vorgesetzten Magistrat einkamen und wenigstens das Prinzip wahren wollten. Der Magistrat versügte auch sofort, daß die Beschwerde allerdings gegründet wäre, indem Juden als Armenärzte unbedenklich zuzulaffen seien; er habe auch bereits der Armendirektion aufgegeben, bei der nächsten Vakanz den eben abgewiesenen Arzt mit in Vorschlag zu bringen.— Deutschland. Offenbach, 19. Juni. (Didask.) Wem die geräuschlose, aber um so sicherer fortschreitende Wirksamkeit des Vorstandes der hiesigen israelitischen Gemeinde, welcher dermalen aus den Herren E. H. Posen, N. L. Maynz, N. L. Weißenburg, S. Goldschmidt und I. S. Fuchs besteht, bisher noch unbekannt geblieben sein sollte, der hat jetzt durch eine, zwar wol nicht für den Buchhandel bestimmte, aber doch den Freunden der Wahrheit zugängliche kleine Druckschrift, welche in diesen Tagen unter dem Titel: „Worte des Friedens und der Wahrheit. Ansprache des israelitischen Gemeindevorstandes zu Offenbach am Main an seine Gemeindeglieder über besten Anordnungen und Einrichtungen seit 1821 bis auf die Gegenwart" erschienen ist, eine willkommene Gelegenheit, all das Gute kennen zu lernen, was seit 22 Jahren durch die erwähnte Behörde in's Dasein gerufen und wodurch namentlich auch das kirchliche Leben der hiesigen israelitischen Gemeinde auf eine sehr achtbare Stufe emporgehoben worden ist. Um aus dieser überall mit den nöthigen offiziellen Nachweisungen und Belegen versehenen Quelle'hier wenigstens das Vorzüglichste anzudeuten, was der Vorstand in dieser Zeit geleistet hat, so wurden durch ihn nicht allein die finanziellen Verhältnisse der Gemeinde bestens geordnet, sondern es wurden außerdem aus der Synagoge mehrere störende Mißbräuche entfernt und für jeden Sabbat- und Festtag eine erbauliche Predigt angeordnet, das Frauenbad wurde aus einem sumpfigen Brunnen ein bequem eingerichtetes gewärmtes Bad, die Konfirmation und die Kopulation werden mit der gehörigen Würde und Weihe vollzogen, die Kinder genießen einen zweckmäßigen allgemeinen Schulunterrichte und für den höheren Religionsunterricht der Kinder vom elften bis zum dreizehnten Jahre ist sehr gut gesorgt. Für den Unterricht im Hebräischen besitzt man hinlängliche Privatlehrer-und der Rabbiner ist bereit, auch diesen unter seine sorgfältige Beaufsichtigung zu nehmen; die Gehalte der Angestellten sind anständig regulirt; die Beerdigung trägt den Charakter des Ernstes und der Ruhe, welchen sie fordert: mit einem Worte, der Vorstand war überall bemüht, der Gemeinde sowol in ihrem Verhältnisse zur Außenwelt stets mehr Achtung und Anerkennung zu erringen, als in ihrem Innern die religiöse Erziehung und Heranbildung zu vervollkommnen und der öffentlichen Gottesverehrung diejenige Ruhe, Weihe und Erhebung zu verleihen, welche sie bei jedem wahrhaft frommen Israeliten in Anspruch nimmt. Der Einsender gehört zwar der israelitischen Gemeinde nicht an, allein es war ihm schon vor Erscheinen jenes Schriftchens nicht verborgen geblieben, daß der Vorstand der erwähnten Gemeinde, in vollkommenem Einverständnisse mit dem wackeren Rabbiner, Herrn Or. Formstecher, aus Liebe zur Religion wirklich viel für die Religion geleistet habe und noch leiste und daß er den Pflichten seines Amtes möglichst vollständig genüge. Möge ihm deshalb immer diejenige Anerkennung zu Theil werden, welche er für seine redlichen Bestrebungen so sehr verdient! # Schrraittach (Baiern), 23. Juni. (Privatmitth.) Bei unseren Landständen, welche seit dem Beginn dieses Jahres versammelt sind, hat beinahe jeder Stand und jede Landesangelegenheit von irgend einem Belang, einen Vertreter gefunden und interessante Diskussionen veranlaßt, nur die 60,000 die gleiche Pflichten mit ihrenchristlichen Mitgliedern zu erfüllen haben und auch erfüllen, die in ihrem Rechte aber noch so weit hinter jenen zurückstehen, die noch immer unter einer Masse Exzeptionsgesetzen leiden, Ausgeburten der Obskurität, Geistesbeschränkung und Geistesbeschränktheit früherer Jahrhunderte; deren Ansässigmachung und selbst-

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