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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-03 · Heft 27 (3.7.1843) · p. Seite 398

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 27 (3.7.1843)
Date
1843-07-03
Page
Seite 398 (sequence 10)
Language
German
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Nichts während acht -Lage! — Auch in Olmütz, »einer Stadt, welche die Juden wie eine verheerende Mst flieht, wollte der Kommandirende den jüdischen Sträflingen nicht. erlauben, an diesem Pesachfeste in Bezug auf die Nahrung nach ihrem Ritus zu leben! Doch ein katholischer Geistlicher (anüb wt) protestirte dagegen, indem er behauptete, daß er als christlicher Theologe für einen Gewissenszwang betrachten müsse — zumal das Gesetz ausdrücklich befiehlt, jüdischen Kriminellen am Pesach Mazot und andere jüdische Speisen zu geben — die Israeliten in Ausübung ihrer Religion zu stören, und wirklich wurde, trotz des Verbots von Seilen des' Kommandirenden, den jüdischen Gefangenen während acht Lage aus einem jüdischen Speisehause Nahrung gereicht. — —k. Proßttitz, im Juni. (Privatmitth.) Die Verbesserungen, sowol im Schulals Synagogenwesen, gehen in unserer Gemeinde, auf die die reformatorischen Bestrebungen in Deutschland am meisten influirt Haben, sehr rasch vorwärts. Außer einer seit langer Zeit bestehenden, wohlorganisirten Talmud-Tora-Schule — welche, beiläufig gesagt, 1600 fl. C. M. jährlich verausgabt — ist vor einem halben Jahre, durch die Bemühungen unseres Schullehrers Hrn. Bran, auch eine Mädchenschule in's Leben getreten, welche in ihrer ersten Semeftralprüsung die Früchte ihrer Wirksamkeit an den Tag gelegt. Es ist diese neu errichtete Mädchenschule um so bedeutender und erfreulicher, als der Unterricht des weiblichen Geschlechtes in Mähren mit der größten Fahr- und Nachlässigkeit behandelt wird. — Der Chorverein, dessen jährliche Ausgaben sich auf 400si. C. M. belaufen, arbeitet unermüdet für die Ausbildung eines regelmäßigen Chores, und ist zu hoffen, daß, namentlich durch die Bestrebungen des Vorstehers Herrn Leopold Hamburger, in kurzer Zeit die alte. Synagogenordnung aus unserer Mitte schwinden wird. — Die Trauungen, welche sonst unter freiem Himmel statt fanden und vielen Skandal erregten, werden in der Synagoge mit Chorgesang und Predigt vorgenommen. — Auch bei den Leichenbegäygniffen, welche früher den Anblick eines bunten Lärmens und Laufens gaben , herrscht jetzt Ordnung und Anstand. So streben wir nach und nach, den mittelalterlichen Geist aus unserer Mitte zu bannen. Aus Muhren, : 1. Mai. (Privatmitth. -Forts, und Schluß.) Seit-Jahrhunderten der Sitz eines orthodoxen Landrabbinats — obwol es dem Landrabbiner frei steht, sich in Boscowitz oder Proßni tz niederzulassen — ist Mcolsburg auch letzt noch der Zentralsitz der Orthodoxie und -der talmudischen Gelehrsamkeit von Mähren, was auch sehr natürlich ist. Denn nicht nur die Gegenwart des größten Talmud-Heros unterhielt hier die babylonischen undhiervsolimitanischen Kampf- und Wettspiele in ihrem Ansehen und m ihrer Kraft, sondern auch der Hofstaat von Bachmim, welcher in großer Anzahl das Oberhaupt der mährischen Juden umgab, verpflanzte das Talmudstudium in die einzelnen Häuser der dortigen Juden , und mußte als thätiges Vorbild eifrige Nachahmung Hervorrufen. Daher auch in der Jetztzeit talmudische Kenntnisse und Orthodoxie in der jüdischen Hauptstadt Mährens noch immer en vogue sind und zum guten Ton gehören. — Der unmittelbare Verkehr, indem aber viele reiche Juden aus N. mit der österreichischen Residenzstadt Wien stehen, verschafft einigen freiem Ideen in N. Eingang, und manchen Lieblingsvorurtheilen raubt die Aufklärung, welche aus Wien nach N. wandert, den alten Heiligenschein. Wie aber das Tageslicht den seit langer Zeit im Finstern Wandelnden blendet und schädlich auf ihn einwirkt, so ist auch bei den in Wien Lebenden und Verkehrenden der Uebergang von einem Extrem zum andern nachteilig und schädlich. Man sucht nicht das Alte vom Roste zu reinigen und ihm den ursprünglichen Glanz zurückzugeben,-sondern man überhebt sich dieser Mühe und verwirft es ganz. Daß nun bei solchen extremen Ansichten die Gegensätze in Bezug auf das Landrabbinat in ihrer größten Schroffheit sich zeigen müssen, wird dem Leser wol einleuchten. Diese bis auf die Spitze getriebenen Gegensätze sind auch die Ursache, daß -man in Nicolsburg nicht einmal zur Wahl eines Lokalrabbiners schreitet, und die vakante Stelle vorläufig -von dem dortigen Dajan, R. Hirsch Teltsch fuppliren läßt. Man sucht Zeit zu gewinnen, um vielleicht auf eine vermittelnde Weise -den Anforderungen der Zeit entsprechen zu können. — k. Lemberg, 15. Juni. MivMntitthH Die Lemberger Zeitung berichtet m No. 64: „Am 30. Mki l. I. -als am höchsten 'Namensfeste Sr. glorreichen

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