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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-07-03 · Heft 27 (3.7.1843) · p. Seite 394

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 27 (3.7.1843)
Date
1843-07-03
Page
Seite 394 (sequence 6)
Language
German
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394 Beweise für die Behauptung gegeben, daßdie Juden, welche „für das weltliche Regiment des Staates sans comparaison eben so tauglich wie die an- „andern Staatsangehörigen, eben so fähig, eben so „treu, eben so patriotisch, eben so wohlthätig, ebenso „tapfer, eben so dankbar und eben so betyeiligt an „dem weltlichen Wehe und Wohl des Landes wie „alle übrigen Unterthanen, als.natürliche Menschen „betrachtet, ohne Ausnahme, sind," nicht emanzipirt werden können! Er verzweifele an das Gelingen der Emanzipationsbestrebungen; darum näherte er sich „der Einheit des Gesammt-JnteresseS." Es ist aber eine heilige Pflicht, mit zu wirken und mit zu kämpfen, bis der Friede nach Innen und Außen hergeftellt ist; doch muthlos die Fahne verlassen, bringt keine Ehre. Ich schließe mit der Anerkennung edler Gesinnungen, indem ich auf Lewalds „Europa" aufmerksam machender manche Gelegenheit ergreift, die Israeliten in Schutz zu nehmen und für ihre unbedingte Gleichstellung freimüthig zu sprechen. Dr. Samuel Mayer. Dänemark. Kopenhagen, 15. Juni. (Privatmitth.) Wenn Sie seit längerer Zeit von hier nichts über Kultus, Emanzipation ff. erfahren haben, so dürfen Sie durchaus dies nicht etwa für ein Zeichen des Stillstandes oder gar des Rückschrittes halten, noch mich, den fleißigen Referenten vor Jahren, des Jndifferentismus zeihen; nein, Keins von diesem Allen ist Gottlob der Fall. Unsere kirchliche und bürgerliche Umschaffung hat vielmehr jene Vollendung erreicht, daß es nicht mehr nöthig ist, das „er sah, daß es gut war" bei jeder Tagesschöpfung zu verkünden. Es kann vielmehr sehr gut immer ein längerer Zeitraum abgewartet werden, um das Geschehene zu überschauen. Unser verbesserter Gottesdienst hat seinem äußern Wesen nach viel gewonnen durch die Anstellung eines zweiten Kantors, der das Schöne mit dem Wahren auf das Beste paart, durch wohlklingende Stimme, korrekten Vortrag und feierlichen Anstand; und wird nach innen durch unfern hochgestellten Oberrabbinen Dr. Wolfs immerfort erkraftigt, dessen Geist und Herz, geleitet von gründlicher Kenntniß des gegenwärtigen Standpunktes des Judenthums überhaupt, und seiner Gemeinde insbesondere, beseelt von jener nie erschlaffenden Begeisterung, die aufrichtige Religiosität, wahre Liebe für seinen Beruf und ausdauernde Amtstreue eingiebt, uns noch immer sabbatlich und bei jeder feierlichen Gelegenheit belehrt und erbauet, mit derselben jugendlichen Kraft, mit demselben Feuer, wie vor dreizehn Jahren, da er zum erstenmale die zerstreuten Gläubigen im Gotteshause um sich gesammelt. Dieses Verdienst ist es, das ihm endlich alle Gemüther vertrauungsvoll zuführt, die Hochachtung aller Bessern in seiner Gemeinde für ihn ihm sichert, sein Ansehen und mit diesem das aller israelitischer Unterthanen Dänemarks, auch unter unfern christlichen Mitbürgern, insbesondere bei der hohen Regierung erhöhet. So sehen wir nicht selten sogar christliche Geistliche in ihren Ornatskleidern, sich unter die Zahl der Gläubigen mischen, um den jüdischen Geistlichen von der Kanzel herab, das alttestamentarische Gotteswort predigen zu hören, und sie wiederum das Wort der Humanität auf dem.jüdischen Gottesacker, bei Generalversammlungen wohlthätiger Vereine ff. reden. Daß solche gegenseitige Achtung und Anerkennung die mittelalterliche Scheidewand zwischen Bürger und Bürger untergräbt und dem gänzlichen Einstürze nahe bringt, davon zeugt, daß wir einen Glaubensgenossen unter den Bürgerrepräsentanten finden; daß deren Humanität sich jüngst für die Aufnahme jüdischer, armer Kranken im „Allgemeinen Hospitale und im Jrrenhause" bis auf einen Kostenbetrag von 1090 Thlr. erklärt hat. So giebt sich hier, das Wohlwollen für den jüdischen Mitbürger durch alle Stände hindurch, von dem Geringsten bis zum Oberhaupte im Staate zu erkennen, und da das Gesetz ihn auch von keinen Staatsämtern ausschließt, so darf er, so er zur Konkurrenz um ein solches sich befähigt fühlt, auf die landesväkerliche Genehmigung getrost rechnen. Dieser verdanken wir die Anstellung des Dr. Trier, als Oberarzt am Königl. Friedrichs- Hospital, und die Zulassung des Dr. Hannovers zur Konkurrenz um eine erledigte Lektorat-Stelle bei der königl. Universität, daß im vorigen Jahre die autoristrte Kommission, die bei der jedesmaligen Konfirmation*) hat zugegen sein müssen, um höhe- *) Da wir die Konfirmation ohnedies berührt haben,

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