Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1843)
- Date
- 1843-06-26
- Page
- Seite 383 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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383 Der Gewährung bicjer .gehorsamsten Bitte vertrauensvoll entgegen sehend verharret in tiefster Devotion Einer Hohen Ständeversammlung Crefeld, d. 18.Mai ganz g ehors. isr. Konsistorium 1843. gez. Dr. Ullmann. Oberrabbkner. L. Engersch. Ich kann Ihnen zu meiner Freude mittheilen, daß zufolge bei uns eingegangner Nachricht des Landtagsdeputirten hiesiger Stadt des Herrn von Beckerath, der sich unsrer sehr angenommen, der fragliche Passus in der Sitzung der Stände am 10. d. mit 51 Stimmen gegen 23 zu unfern Gunsten verworfen worden ist. Zn Bezug auf die eben angeführte Petition bemerke ich noch, daß dem Landtage die Ernennung von Königl. Regierung für mehrere Juden in unsrer Nähe als Stadträthe beigelegt w'ar. So sind z. B. noch jetzt in unsrer Nachbarschaft Stadträthe: die Herren Banquiers Heinrich Cayn zu Bonn , Abraham Latz zu Cleve, der Rentner Isidor Rosenheim ebendaselbst, der Kaufmann Joseph Heymann zu Goch und Elias Spier zu Calcar. Berlin, im Juni. (Privatmitth.) Von Hrn. Dr. Wilhelm Freund werden vom 1. Juli an monatliche Hefte unter dem Titel: „Zur Judenfrage in Deutschland, vom Standpunkte des Rechts und der Gewissensfreiheit" erscheinen. Wir machen auf dieses Werk aufmerksam, und werden regelmäßig darüber berichten. Oesterreich. Mcolsburg, I. Juni. (Erwiderung.)") Zn No. 21 der verehrten Zeitung des Zudenthums ist ein, von Brünn den 15. April datirter Artikel enthalten, wo über die Rabbinen Mährens auf eine beleidigende Weise abgeurtheilt wird. Herr A. C., Abfasser jenes Artikels, spricht fämmtlichen Rabbinen unserer Provinz alle Bildung ") Der betreffende Art. ist uns von einem bewährten Korresp. zugesandt gewesen; die folgende Entgegnung nehmen wie aber mit Vergnügen auf, wünschen jedoch, daß die Sache hierbei bewende. Redakt. ab, und blickt mit wehmüthiger Sehnsucht in die gute, alte, glückliche Zeit zurück, wo ein 2i:'L, Markus Benedikt u. A. das leitende.Ruder der Seelsorge in Mährens Gemeinden so ruhmwürdig handhabten. . Referent gegenwärtiger Zeilen sagt nun wol im Namen jedes biedern, humanen Mährers: Wir sind zwar stolz auf unsere früheren Rabbinen; wir.denken mit Liebe, mit Achtung, mit inniger Rührung zurück an unsere Heroen in talmudischer Größe, wie in edler, Alles hinopfernder Zsraelitentugend; wir sind aber nicht minder stolz auf den Besitz unserer gegenwärtigen Seelsorger. Wol.zieht es manche Gemeinde in unserer Provinz der wir. ein besseres Religionshaupt wünschten, doch sind dieß nur sehr wenige und unbedeutende. Unsere meisten Rabbinen verbinden talmudische Gelehrsamkeit, mit der, für das geistliche Amt erforderlichen, wissenschaftlichen Bildung. Es sind aber auch einige in ihrer Mitte, die wir den gelehrtesten Rabbinen unserer Zeit mit freudigem Stolze an die Seite setzen: als H. Fassel in Proßnitz, H. Pollak in Trebitsch, H. Neuda in Loschitz, H. Benedikt in Schaffa, H. Schmiedl in Hotzenplotz. Besonders ist der Letztere eine sehr ausgezeichnete Persönlichkeit. Derselbe .besitzt einen talmudischen Scharfsinn, einen in diesem Felde besonders glücklich produktiven Geist, so daß wir ihn den autorisirtesten Rabbinen anreihen chürfen; dabei ist seine Exegese neu.und edel; seifle Sprache fließend, bilderreich und gemüthlich;, sein Dialekt rein, sowie sein Vortrag volltönend und energisch. Er arbeitet unter Anderm an einer wabbinischen Chrestomathie, in der dunkele und unverständliche Stellen des Talmuds und des Midrasch' auf eine überraschend schöne Weise erörtert werden. Wenn übrigens Schreiber jenes Artikels den Rabbinen F. zur Zielscheibe seiner Beleidigungen macht, so verharret dennoch Zeder in dem Bewußtsein, daß dieser ein rüstiger Kämpe für Recht und Wahrheit, Bildung und Zivilisation, ein Mann des Fortschrittes und der Intelligenz ist, den sowol das bürgerliche Glück, wie die geistige Veredelung Israels unaufhörlich beschäftiget. Energie und Regsamkeit des Geistes, ein durch echte Humanität ausgezeichneter Charakter, ein freundlich klares, zum Herzen dringendes Wort, so wie die größte-Bereitwilligkeit für seinen Glauben in die Schranken zu treten, dies sind die Hebel, mit denen Hr. Rabbine F. gewiß