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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-06-26 · Heft 26 (26.6.1843) · p. Seite 379

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 26 (26.6.1843)
Date
1843-06-26
Page
Seite 379 (sequence 3)
Language
German
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schüft ihre Verlegenheit verbergen, wenn — Jesus selber und viele seiner'Apostel kämen und Aufnahme' begehrten! Aber es muß doch wol ein Grund sein, weshalb der getaufte Jude noch ein Fegefeuer passiren muß, ehe er völlig Christ' wird'. Wir können folgende Gründe ptäsümiren: ' a) die Freimaürergesellschaft muß der Meinung sein, daß-der Jude sich nur aus Privatinteresse zur Annahme der christlichen Religion bestimmen läßt. — Nunwir wollen dies gar nicht bestreiten, und dürfen auch um so weniger hierüber einen Vorwurf für unsere getauften Brüder erwartenals die Geschichte der unzähligen christlichen Renegaten Ln Konstantinopel zu keiner Zeit eine'andere war, obgleich diesen doch ganz Europa für ihren Ehrgeiz und ihre Existenz offen stand. Das aber können^ wir der Gesellschaft auf's heiligste versichern, um in den Freimaurerorden Eingang zu finden, hat sich noch Niemand taufen lassen. L) Vielleicht wurde bemerkt, daß die getauften Juden sich'des ChristenthumS unwürdig zeigten. — Nun, das ließe sich allenfalls auch schon a priori erwarten. Wären sie nicht des Judenthums' schon lange unwürdig gewesen, so würden sie nicht zum Christenthum übergegangen sein. Der wahrhaft Edle findet in jeder Religion Friede und Ruhe seines Herzens! — c) Ref, erinnert sich bei dieser Gelegenheit eines eifrigen' Freimaurers und zugleich eben so eifrigen Christen aus seiner Bekanntschaft, der aber die Gewohnheit hatte, täglich wenigstens einmal sich im Zustande — der Seligkeit zu befinden. In einem solchen wahrscheinlich war es, wo er einst Ln einer Gesellschaft, da eben das Gespräch darauf kam, äußerte, es sei das Christenthum erste Bedingung zur Aufnahme in den Freimaurerorden und es müsse deshalb sich jeder Kandidat vor dem Meister — entkleiden: — Ref. konnte' nicht umhin, die Bemerkung entgegen zu'werfen, ob der Meister dann auch den getauftem vom wahren Israeliten unterscheidet Die ganze Gesellschaft lachte, der gute Mann stutzte. — Sollte vielleicht diese verfängliche'Frage die unschuldige Veranlassung gewesen sein, daß' irgend ein Großmeister vom Stuhle die' Sache auf's Neue zur Untersuchung brachte und nun das Gesetz' durchführte, daß auch der getaufte' Jude keinen Zutritt in die Löge'habe?' d) Aber siehe da! die Herren geben!' ja selbst eine Art von Grund ihres Handelns an. Es heißt in dem Arti- M der Schles. Zeit, weiter: „der Orden soll auf der christlichen Grundlage' erhalten werden, aus welcher er hervorgcgangen." Aber wird er das nicht, wenn ein ehrliches Taufzeugniß an die Bedingungen zur Aufnahme geknüpft ist? „und frei von' Elementen bleiben, die leicht Störungen verursachen und bei den herrschenden Zeitwirren zu Tendenz-Konflikten Anlaß geben können, welche die gemüthliche Verbrüderung in den Strom der Zeitinteressen führen." — Dies klingt in seinem Vordersätze sehr naturphilosophisch, in seinem Nachsatze sehr erbaulich, im Ganzen sehr unverständlich. — Was sind das für Elemente, von denen weder Empedokles, noch Heraklit, noch die ganze peripathetische und stoische Schule etwas wußte? — Welche Störung soll durch einen Christ gewordenen Juden verursacht werden? Sollte die verehrte Gesellschaft etwa genirt sein, wenn sie zur Unterhaltung und Belustigung ein wenig — mauscheln wollte? — „Zeitwirren, Tendenz-Konflikte, Zeitinteressen" — Ref. gesteht, „ihm wird vor alledem so dumm, als ging ein Mühlrad ihm im Kopf herum!" — Wohlan! Getaufte Brüder. Ref. muß die Hoffnung aufgeben, als euer Sachwalter aufzutreten, seht selbst zu, wie ihr fertig werdet, oder tröstet euch, so gut ihr könnt! Eine sehr natürliche Erinnerung ruft, besonders in Verbindung mit der oben erwähnten En tk lei düng sszene, der Schluß jenes Zeitungsartikels hervor. „Da viele Freimaurer sich schmeicheln, aus den letzten Tempelrittern hervorgegangen zu sein, so kann der Grundsatz strenger Christlichkeit darauf begründet werden u. s. w." — Wem fällt hier nicht die Geschichte Jakob' Molai's ein und die — Feierlichkeiten, mit denen der Eintritt in den Tempelorden verknüpft gewesen sein sollen und die dessen Aufhebung und traurigen Untergang zur Folge hatten?! — M. 15. Juni 1843. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Schwerin (Mektemb.), 15. Juni. (Privatmitth.) Folgende Verordnung hat Se. K. Hoheit betreffs des israelit. Religionsunterrichts erlassen: Friedrich Franz, von Gottes Gnaden Großherzog! von Meklemburg rc. Um eine bessere' Einrichtung-des jüdischen Schulwesens, insbesondere aber die Ertheilung des Religionsunterrichts an die israelitische Jugend während

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