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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-06-26 · Heft 26 (26.6.1843) · p. Seite 378

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 26 (26.6.1843)
Date
1843-06-26
Page
Seite 378 (sequence 2)
Language
German
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, 378 die Leistungen so mancher Ihrer Gelehrten, und viel en weKjg Kenntuiß - nehmen von,dM bemühen der Trefflich- Molke, dasselbe .-aufzuklänn .«ud 4a veredeln? Das ist meine volle Ueberzeugung, der Gleichstellung, der Emanzipation der Juden kann nichts entgegentreten als der Unverstand des Pöbels, die Habsucht der Begüterten und;fcie Bigotterie der Vornehmen. Diese sind Ihre Feinde, die in ihrer Verbrüderung den Gang Ihrer Entnickelung aufhalten, .aber nie für rbic Dauer verhindern können, weil das Schlechte in sich faul und morsch ist, und weil auch durch die dichtesten Wolken zuletzt die Sonne bricht. Höchst wohlthuend wirkte auf mich, was Sie von Kaiser Joseph dem Zweiten sagen. Er war Menschenfreund im edelsten Sinne des Worts, verachtete die Vorurtheile der Stände, das rein Menschliche zu fördern war seine Lust. Die Aussaat, die sein Geist gehalten, hat ihre Frucht gebracht. Wir Alle crndten noch heute davon, und wenn tausend schöne Redensarten längst verstummt sein werden, dann wird das einfache Wort Joseph des Zweiten noch gute Menschen begeistern und ihre Augen mit .Thränen füllen. Auch Sie, vcrehrnngswürdiger Greis, deuten, wenn auch mit schonender Milde, darauf hin, daß Ihr Bestreben seine Gegner hat. Dieses herbe Loos theilen Sie mit den Besten Ihrer Brüder, aber auch die berwidenswerlhe Freude des Sieges, der kommen muß und kommen wird. Denn sollten das nicht schon jetzt Zeichen des nahen Sieges sein, daß da, wo früher kein Wort zu Ihren Gunsten erschallte, sich in unfern Dagen laute und zahlreiche Stimmen vernehmen lassen, welche unumwunden die Stellung Ihres Volks als ungerecht bezeichnen, und mit Bekämpfung des verderblichen Sektenwesens und Parteigeistes Anerkennung der Menschenrechte fordern? Ja, daß ich, ein evangelischer Geistlicher, es wagen darf, öffentlich zu Gunsten der Juden zu reden, ohne Verfolgung zu erfahren, oder in den Ruf der Ketzerei zu kommen, und daß Sie, ein jüdischer Ober-Rabbi, mir aus weiter Ferne freiwillig den Gruß des Friedens senden und die Hand des Friedens bieten, scheint das nicht laut dafür zu reden, daß mit der öffentlichen Meinung sich eine große Veränderung zugetragen hat, und daß es keinem Zweifel unterliegt, daß der gesunde Sinn des Volkes sein Heil in . andern Dingen suchen werde, als in der Rückkehr zu den Vorurtheilen der vergangenen Zeit? Darüber wollen wir uns innig freuen, und dafür Dem herzlich danken, der da ist ein Vater des Lichtes und nicht der Finsterniß. Er möge das Werk, welches wir betreiben, in seine Obhut nehmen! Zum Schluß.meinen besten Zank >Ur Ihre MteM.e Absprache und freundliche Zusendung. IchMßrde-JhxerW^zeit in Liebe gedenken. Anderbeck bei Halberstadt Ew. Hochwürden am 9. Juni 1843. hochachtungsvoll ergeben Carl Bernhardt König, evangelischer Geistlicher. Neues Iudeugeseß der Berliner Freimaurerlogen. Don L. in M. Einer in No. 135 der Schles. Z. enthaltenen Nachricht zufolge, haben lebhafte Diskussionen in den Freimaurerlogen zu Berlin stattgefunden über die von Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen von Preußen bevorwortele Aufnahme der Israeliten in den Orden. Diese seien jedoch damit geendet worden, daß nicht nur Juden, sondern auch getauften Juden in Zukunft die Aufnahme zu versagen beschlossen worden. — Wenn' diese der L. Z. entnommene Nachricht wahr ist, worauf bekanntlich weder diese, noch die gute Schlesierin immer Anspruch macht, so ist es zwar an und für sich ein höchst gleichgültiges Ereigniß, ob Juden in Freimaurerlogen ausgenommen werden oder nicht; demungeachtet erhält das Ding einigte Nebenumstände wegen eine ganz besondere Wichtigkeit. 1) Ein aufgeklärter Prinz aus einem hochverehrten Fürstenhause, Protektor sämmtlicher Logen des preuß. Staats, bevorwortet oder beantragt die Aufnahme der Juden in den Orden und — wird abgewiesen. Wie stark muß da wol das Gegengewicht der Aufklärung im preuß. Staate und in dessen Freimaurerlogen sein! —- 2) Bisher wurde noch immer das Judenthum mit dem Wasser der Taufe rein weggespült; war dies erst empfangen, so stand dem Krämer, Hausirer oder was es sonst war, nichts im Wege, alle Würden und Hoheiten zu erklimmen, deren seine Geistesbildung irgend fähig oder auch nicht fähig w§r. — .Nun zum erstenmale wird einem getauften Juden, dieser langverjährten Conteadiclio in adjecto, die Prärogative eines Christen vorenthalten! Wir sind nun einmal so unglücklich, kein Unrecht, auch an mnferm .Feinde verübt, leiden,zu'.können. Was soll aber aus dem getauften Juden-werden, den die jüdische Gesellschaft ausstößt, die christliche - nicht annimmt! — Wie würde übrigens die Freimaurergesell-

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