Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1843)
- Date
- 1843-06-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Jahrgang. Äll gemeine No. LH. Zeitung -es Zudenthums. Ei» unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 26. Zuni 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. Ln Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig» mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 £ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitupgsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Sendschreiben an Chorin von König. Neues Judengesetz der Berliner Freimaurerlogen. Von L. in M. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Schwerin. Preußen: Berlin, Berlin, Crefeld, Berlin. Oesterreich: NiÄolsburg. Frankreich: Straßburg. Palästina: ..... Rechnungsablage (Fortsetzung), Berlin. Leitende Artikel. Sendschreiben an den Ober-Rabbi Herrn A. Chor in zu Arad im Königreiche Ungarn , evangelischen Pfarrer C. B. König zu Anderbeck im Königreiche Preußen: Ew. Hochwürden Schreiben vom 1. Mai d. Z., welches den mir hochschätzbaren Ausdruck Ihrer Zufriedenheit mit der Behandlung der Zudenfrage in meiner Schrift, betitelt: „Die neueste Zeit in der evangelischen Kirche des Preußischen Staates, Braunschweig bei Vieweg 1843" enthält, habe nebst Beilagen ich zu empfangen die Ehre gehabt, und mit tiefer Rührung gelesen. Der Anblick eines rüstigen, noch im höchsten Alter die Pflichten seines Berufes mit gewissenhafter Treue erfüllenden Greises hat überall etwas Ergreifendes. Wie könnte ich mich aber enthalten Ihnen meine innigste und völligste Theilnahme zuzuwenden, da Ihre mir gütigst zugesandten Schriften Igeretli Elassaph, Hillel, der treue Bothe und das Kind des hohen Alters" den deutlichsten Beweis gewähren, daß Ew. Hochwürden seit einer langen Reihe von Zahrm auf die vorurtheilfreieste, umsichtigste und unermüdlichste Weise an der Veredlung und Erhebung Ihrer Glaubensgenossen wirkten, und Sich zn einer Stufe der Geistesbildung emporgeschwungen haben, welche jeden Zeugen Ihres Strebens mit tiefsten Respekte erfüllen muss! Als ich Ihre Schriften zur Hattd nahm, war meine Erwartung gering; sie waren mir blos werth als Zeichen der Zuneigung eines Unbekannten in weiter Ferne, der nicht mit leerer Hand kommen mochte. Wie sehr beschämte mich aber der Inhalt der Bücher. Wer so schreibt wie Sie, vor dessen Wissen und Wollen hege ich alle mögliche Hochachtung und auf dessen Entgegenkommen bin ich stolz. Sie haben sie längst abgestreift die Fesseln des Vorurtheils; Sie verkünden eine Sittenlehre, deren Befolgung Alle beglücken wurde; Sie wandeln die ruhmvolle Bahn der Ausgezeichnetsten Ihres Volkes mit so vieler Würde, daß mir die rücksichtsvolle Behandlung, welche Sie Seitens Ihrer höchsten Landesbehörden genießen, leicht erklärbar ist. Aber das befremdet mich mit Recht, daß ich in der christlichen Literatur eine Hinweisung auf Ihre Thätigkeit gefunden zn haben mich nicht erinnern kann! Gehört das nicht auch vielleicht zn den mannichfaltigen Ungerechtigkeiten, die ich rügte, daß wir Andern mit vornehmer Geringschätzung herabblicken auf