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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-06-19 · Heft 25 (19.6.1843) · p. Seite 372

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 25 (19.6.1843)
Date
1843-06-19
Page
Seite 372 (sequence 12)
Language
German
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dieses geschehen, so sollst Du die ändere Bedingung Hören." Sie meinte nämlich, es sei nicht so leicht, dieses auszuführen , wie es auch wahr ist: Traurig und niedergeschlagen entfernte sich M Chaninah. Nachdem er schon einige Zeit so traurig dahin gewandert war und schon mancherlei Gefahren auf seinem weiten Wege bestanden hatte, richtete er ein inniges Gebet zu Gott, Gott möge ihm beistehen und um der Bedrängten willen zu Hause ihn die Krüglein^mit dem Wasser finden lassen. Indem er so laut und inbrünstig zu Gott flehte, kam der Rabe geflogen, dem er von seinem Brobe zu essen gegeben, rief Chaninah beim Namen und schrie: „Lieber Rabbi! kennt mich noch? Bin der weiße Rabe doch, Den in seines bittecn Noth Du befreit vom Hungertod. ^Habe Deine Klag' gehört, Bringe Dir, was Du begehrt. Hang' an beide Flügel mir Krüglein, und ich bringe Dir, Brauchst nicht lange hier zu warten, Wasser aus dem Hkmmelsgarten; Bring' sogleich Dir, auf der Stelle - Wasser aus dem Bach der Hölle." Wer war froher als Rabbi Chaninah! Er band dem Vogel zwei Krüglein an die beiden Flügel, an jeden Flügel eines, und der Vogel flog damit fort. Er flog zu erst in das Gehinnom und füllte das eine Krüglein. Vor der großen Hitze verbrannte er sich die Federn. Da flog er stracks zu dem Bache, der aus dem Gan Eden kommt, wusch sich darin, und seine Federn waren wieder unversehrt und weiß, wie zuvor. Jetzt füllte er auch das andere Krüglein, flog davon und brachte beide freudig dem Rabbi Chaninah. Der Rabbi nahm dem guten Raben die Krüglein ab, bedankte sich und kehrte damit zur Fürstin zurück. Er kam glücklich und wohlbehalten bei der Fürstin an und übergab ihr die beiden Krüglein. Da sprach die Fürstin: „Ich will versuchen, ob die beiden Wasser so sind, wie sie sein sollen." Sie ging hin, nahm das Krüglein mit dem Gehinnom-Waswar ein dem Götzendienste geweihter Ort bei Jerusalem, Jos. 15, 8., 2 König. 23, 10., Jer. 2, 23, welchen eben der Abscheu vor dem Molochdienste zur Hölle umwandelte. fer und goß daraus auf ihre Hand. Da brannte das Höllenwasser ihr die Hand fast ab. Geschwind nahm sie das Krüglein mit dem Gan-Eden-Wasser, goß darauf auf die verbrannte Hand, und siehe, die Hand war wieder gesund und frisch wie zuvor. 5. Die andere Bedingung. — Das versunkene Ringlein. „Wohl," sagte die Fürstin, „das Wasser ist vom rechten; aber ich will Dir jetzt auch meine andere Bedingung sagen. Ich fuhr vor einiger Zeit auf dem Meere. Da ließ ich ein schönes, güldenes Ringlein, mit einem köstlichen Edelstein besetzt, von der Hand in's Meer fallen. Kannst Du mir dasselbe wiederbringen, so will ich mit Dir ziehen, wohin Du willst." — Sie meinte, das sei gewiß nicht möglich; aber Gott half ihm doch. Abermals zog Rabbi Chaninah traurig und niedergeschlagen bis an's Meer und that da sein Gebet an Gott. Das sah der große Fisch, den er von den Fischern erlöst hatte, schwamm herbei und lispelte: „Lieber Rabbi! kennst mich noch? Bin der Fisch, der große doch, Den in seiner Angst und Noch Du erlöst von sichern» Tod. Was Dich quält, vertrau' es mir Kann ich, helfe gern ich Dir." „Ach," sagte der Rabbi, „ich mußj das Ringlein wieder haben, das einst die Fürstin in's Meer fallen ließ." Sogleich eilte der gute Fisch hinweg und schwamm zum Leviathan, dem mächtigen und langgestreckten Riesensisch des Meeres, und trug demselben vor, wie ihm der Mann einmal aus der Macht der Fischer geholfen und Leben und Freiheit wieder gegeben habe, und wie er ihn um das Ringlein gebeten, welches die Fürstin habe in's Meer fallen lassen, weil er's so nothwendig haben müsse, und wie sehr der Mann es verdiene, daß man ihm helfe. Kaum hatte er geendet, so schickte der Leviathan nach allen Fischen in seinen weiten Reichen und befahl, mit Androhung des Bannes, jedem, der das Ringlein habe, es sogleich wieder heraus zu geben. Da kam ein Fisch und spie das Ringlein aus. Unser guter Fisch verschluckte es, schwamm hin zu Rabbi Chaninah und spie das Ringlein aufs Land. In demselben Augenblicke aber kam ein wildes Schwein und verschlang das Ringlein. Umsonst lief

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