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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-06-19 · Heft 25 (19.6.1843) · p. Seite 371

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 25 (19.6.1843)
Date
1843-06-19
Page
Seite 371 (sequence 11)
Language
German
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371 res Weib nehmen, als dasjenige, von. welchem dieses Haar kommt. Geht- und. seht und sorgt dafür, daß ihr mir das Weib bringt;- thut ihr dieses nicht, so seid ihr Alle des Todes." Die Aeltesten erschraken gar sehr; denn sie wußten nicht, wo sie das Weib finden sollten. Es waren aber Einige unter ihnen, welche längst unserm R. Chaninah feind waren, weil er bei dem König gar sehr in Ansehn stand. Diese sprachen jetzt zum König: „Um das zu verrichten, dient keiner besser als R. Chaninah; seine Klugheit wird wol aussinden, wo die Prinzessin lebt." — Sie meinten aber, es könne. R. Chaninah nicht gelingen, und so werde ihm der König feind werden. — Der König ließ nun R. Chaninah kommen und sagte ihm, ler müsse hinausziehen und die Königin suchen. R. Chaninah durfte nicht nein sagen, sonst hatte ihn der König'auf der Stelle umbringen lassen. Der König wollte ihm einen Mann mitgeben, aber der Rabbi nahm es nicht an. Er ging heim, segnete Weib und Kinder, steckte zwölf Gulden zu sich und drei Laib Brod zur Zehrung und nahm Abschied. Seine Schüler gaben ihm das Geleit bis vor das Thor; dort hieß er sie zurückgehn, und ging allein fort in Wind und Wetter. Als der gute Mann bald gar müde war, lehnte er sich an einen Baum, um ein wenig zu ruhen. Da hörte er einen Raben schreien und jammern: „O der Schmerzen! o der. Plagen! Nichts gegessen in drei Tagen!" Sogleich warf R. Chaninah demselben ein Stück Brod hin, damit er sein Leben erhalte. Den andern Tag. hörte R. Chaninah einen Hund schreien und jämmerlich klagen: „O der Schmerzen! o der Plagen! Nichts gegessen in sechs Tagen!" Auch diesem gab der Rabbi ein Stück Brod zu essen, damit auch er sein Leben erhalte, und. als der Rabbi nun am dritten-Tage aus dem Walde-kam, da hatte er keinem Bissen Brod mehr. Die Sonne schien sehr heiß. Da kam er an ein schönes, grünes Feld, -worauf allerlei gute Kräuter wuchsen. Der Rabbi aß davon und erquickte sich sehr. Jetzt kam er an einen großen Fluss,- woran mehrere Fischer standen und sischtem Sie hatten gerade einen großen Fisch gefangen und konnten ihn kaum aus dem Wasser ziehen- R. Chaninah half ihnen den Fischan's Land bringen; es war ein schöner, großer Fisch., Er kaufte ihnen denselben, für. seine zwölf Gulden ab und warf ihn wieder in's Wasser und der Fischwar wieder frei. Der Rabbi ging weiter und sah bald eine Stadttor sich liegen und ging hinein. Es war aber, eben die Stadt, worin die Fürstin wohnte,, von welcher das schöne goldgelbe Haar gekommen. Der Rabbi ging in der Stadt umher , frug und forschte so lange nach, bis er wirklich erfuhr, daß eine solche Fürstin hier wohne. Er ging nun hin und stellte, sich dem Schlosse gegenüber, worin sie wohnte. Von unge-' fahr sah die Fürstin gerade zum Fenster heraus. Sie sah den Rabbi gegenüber stehen und erkannte aus feinem ganzen Aeußern, daß er ein weiser und gelehrter Mann sein müsse. Sie wandte sich zu einem ihrer Räche, der eben bei ihr war, und sprach: „Hier unten steht ein köstlicher Mann, laßt ihn vor mich kommen!" So ward der Rabbi vor die Fürstin gerufen. 4. Die erste Bedingung. Gehinnom- und Gan Eden-Wasser. Als nun Rabbi Chaninah vor der Fürstin stand, richtete er seine Worte an sie, klar und wohlgesetzt, wie man es sich denken kann, und wie es einer Fürstin gegenüber geziemt. Auch stellte er ihr vor, wie es mit den Aeltesten der Gemeinde stehe, daß der König, wenn sie ihn nicht heirathete, Alles, Gottbewahre! umbringen lasse.' „Gut," sagte die Fürstin, „ich habe Dich wohl verstanden, und ich will mit Dir ziehen , um die armen Leute zu retten. ' Denn , ich gestehe es, es ist wahr;'' das Haar kommt von. mir. Ich flocht mir einmal in' meinem Garten bie Haare, da kam ein Vogel und'nahm mir eines vom. Kopfe. Aber da ich sehe, daß Du ein klüger Wann bist, so will ich Dir zwei Bedingungen stellen; er-, füllst Du sie, ziehe ich. mit Dir; erfüllst Du'sie nicht, ziehe ich auch' 'nicht, mit "Dir. Die erste Heb'ing'ÜM ist: 'Du sollst mir zwei Krüglein mit /.Wasser' bringen; das eine mit Wasser "aus dem Gan Eben*), das Andre mit Wasser aus dem Gehinnom**). Ist *): Gartender Lieblichkeit, Paradies, 135. M. 2,15... **) Die Hölle, eigentlich das Thal Hinnom. .-Mfstsr

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