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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-06-19 · Heft 25 (19.6.1843) · p. Seite 362

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 25 (19.6.1843)
Date
1843-06-19
Page
Seite 362 (sequence 2)
Language
German
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862 mehr als eine Null betrachtet, der man nach Belieben die Zahlen vor oder'nach setzen könne, daß man sie als HeoMdöÄAöestn arrzustheu beginnt, die ihres eigenen Zustandes bewußt sind, daß man ihnen wenigstens in ihren eigenen Angelegenheiten eine Stimme einräumt. Dies muß uns von höchster Bedeutung sein. Es ist dies für uns der sicherste Beweis, daß wir zum Leben erwacht sind, weil mau uns Leben zu traut, dies aber nur geschehen sein kann, weil wir Leben gezeigt. Da eröffnet sich uns von Neuem die Wichtigkeit, welche die Petitioneu der Judengemeinden im vorigen Jahre gehabt haben. Man hat uns nunmehr das vorzüglichste Attribut des Lebens zugesprochen: das Bewußtsein über sich selbst und das daraus entsprungene Stimmrecht. Gerade darum aber, preußische Jsraetitengemeinden, bedarf es nur eines Schrittes weiter: das hohe Ministerium hat uns in der Aufstellung von Fragen zugleich freigestellt, unsre anderweitigen Wünsche, die mit dem Gegenstände jener Bezüge haben, zu erkennen zu geben — wohlan! da uns selbst an der einheitlichen Lösung jener Fragen nur gelegen sein kann, da nur durch eine einheitliche Beantwortung ein festes Resultat erlangt werden kann: so stimmt Allesammt in dem Wunsche überein: das hohe M i n i st e r i u m möge von den Gemeinden jeder, von jüdischen Glaubensgen o ss e n schwach bevölkerten Provinz einen, von den Gemeinden jeder, von jüdischen Glaubensgenossen stark bevölkerten Provinz zwei oder -rer Deputirte wählen lassen, die in Berlin zusammentreten, und jede Frage nach reiflicher Diskussion nach Stimmenmehrheit beantworten. Dieser, wenn auch nur von den meisten Gemeinden ausgesprochene Wunsch würde von Seiten des königl. Ministeriums gewiß Berücksichtigung finden. Daß durch die Erfüllung desselben ein wesentliches Resultat erlangt werden würde, sieht man leicht ein. Wir bemerken schon hier, daß die Wahl des Deputirten durchaus nicht etwa an den theologischen Stand des zu Wählenden, auch nicht an den Wohnort in der wählenden Provinz geknüpft sein müßte, sondern daß überall der zu Wählende nur preußischer Israelit, der eben das Vertrauen seiner Glaubensgenossen besitzt, fein müßte. Der israelitische Literaturverein. Dieser im No. 23 vorgeschlagene Verein dürfte von der größten Einwirkung auf die Entwickelung unsrer Literatur sein. Er hat den Vorzug, von der möglichsten Realität zu sein, und nirgends in bloßer Ideologie zu verweilen. Es wird in ihm ein Medium gegeben zwischen Autoren und Publikum, das um so vortheilhafter und vollständiger ist, je weniger der allgemeine Buchhandel dies zu sein vermag. Zunächst hat der Verein den Vortheil, die Literatur in allen ihren Gebieten auf's wirksamste zu fördern, indem dadurch einer Menge von Arbeiten das Erscheinen ermöglicht wird, das ihnen sonst in vielen Fällen fehlen möchte. Alsdann, daß die Autoren einen angemessnen Lohn empfangen, der den jüdischen so oft ermangelt, da meist Buchhändler kaum die Druckkosten an jüd. Werke riskiren wollen. Hingegen aber auch, daß das Publikum in seinem Vortheil ist, da der Gewinn, der aus dem Debit eines Werkes entsteht, ihm selbst zu Gute kommt, indem alles Geld, was es hier verausgabt, lediglich für Honorar - und Druckkosten verzehrt wird. Nehmen wir das Minimum an, 500 Mitglieder, so beträgt die Einnahme . . . 1500 Thtr. die Ausgabe: dem Hauptdirektor 50 Thlr.. den vier Direktoren 80 - dem Sekretär . . 100 - an Porto ff'. . . 70 - Summa 300 Thtr. 300 - Bleiben 1200 Thlr. Hierfür können sehr gut Druckschriften von 65 Bogen gegegeben werden, uämlich: 65 Bogen ü 8 Thlr. Honorar . . 520 Thlr. - - Druck, Papier ff. ä 10 Thlr. 650 - * Summa 1170 Thlr. so daß dem Peusionsfond noch 30 Thlr. zu Gute kömmt. Je größer die Zahl der Mitglieder, desto bedeutender werden die Vortheile. Z. B. schon bei 1000 Mitgliedern: Einnahme. 3000 Thtr. Ausgabe: Hauptdirektor . . 100 Thlr. 4 Direktoren . . 160 - Sekretär . . . . 200 - Porto ff. ... . 100 - Summa 560 Thlr. 560 - Rest 2440 Thlr. Es können demnächst bei 1000 Mitgliedern Druckschriften von 99 Bogen gegeben werden, nämlich:

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