Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1843)
- Date
- 1843-06-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VH.Jahrgang. Ällgemeine ' No. 25. Zeitung -es Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Jutereffe. Redakteur: Berlag von Br. Ludwig Philippfon» Baumgartners Buchhandlung . Rabbiner zu Magdeburg. L e i p ziü. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 19. Juni 1843. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheil des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 j- Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächf. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Preußen. Der israelitische Literaturverein Zeitungsnachrichten: Deutschland: Mainz. Preußen: Breslau, Düss^dorf. Oesterreich: Mähren. Frankreich: Paris. Nord-Amerika: Philadelphia. Literar. Nachrichten: Magdeburg sBibl. Geographie. Fortsetzung.) Belletristik: Rabbi Chaninah (Forts, u. Schluß.) Die Rose, eine Sage. Korrespondenzen: Briefe aus Paris (Schluß.) Leitende Artikel. Magdeburg, den II. Juni. Zwei Erscheinungen in Preußen, auf unsere Angelegenheit bezüglich, sind in der neuesten Zeit von der höchsten Wichtigkeit , vom allgemeinsten Interesse. Zuerst: daß so viele rheinischen Städte für eine völlige Gleichstellung der Israeliten petitioniren. — Wenn diese Petitionen auch keinen Erfolg hätten, wenn sie selbst beim Landtage keine besondere Begünstigung fänden, denn die Preuß. Provinziatstäude haben sich bis jetzt uns nicht freundlich gezeigt, so stehet doch das Eine fest: die Bürger der rheinischen Städte haben für unsre bürgerliche Gleichstellung petitionirt, sie haben ihre Wünsche für uns dicht neben ihre theursten Wünsche für ihr eigenes, für das gesammte bürgerliche Leben gestellt. Dies ist ein Faktum, das mehr werth ist, als alle okttoyirten, in Gnaden ertheilten Rechte! Was für einen Grund bringen die Herren Judenfeinde am liebsten zu Marktel Die Abneigung des deutschen Volkes gegen die Juden! Ja, wenn sie sich gar nicht mehr retten können, wenn ihr eigenes sonstiges System sie zwingt, ihren Mitmenschen, mosaischen Glaubens auch einen freien Heerd zuzngestehen: dann flüchten sie sich hinter den von ihnen vorgeschützten Judenhaß des Volkes, dann kommen die Herren Paniel, Gutzkow, Dahlmann, und halten „das germanische Vorurthell" entgegen, Stein anstatt Brodes dem Hungrigen zu geben. Da habt Ihr nun mit einem Male den Haß des Volkes! Da habt Ihr mit einem Male die yox populi ü6ec uns! Die wackersten Städte in einer Provinz, wo — nicht wie in Sachsen 800 — sondern an 30,000 Juden wohnen, petitioniren für deren Gleichstellung, verlangen, daß jede Schranke niederstürze! — — Mag nun auch das Resultat, das Schicksal dieser Petitionen sein, welches es wolle: das Faktum ist schon zum Besitzthum geworden, zu uuserm theucrn Besitzthume, wir wollen uns ein solches siegreiches Argument schon nicht nehmen, lassen, und bei Gelegenheit geltend machen. Die zweite Erscheinung ist: daß das königt. Ministerium die israelitischen Gemeinden Behufs eines organischen Gesetzes über das Schul-. und Synagogenwesen selbst befragt. .Allerdings können wir iuit der Art. und Weise, wie dies geschehen, vom materiellen Standpunkte darum nicht einverstanden sein, weil das daraus zu erzielende Resultat nur höchst schwierig .und schwankend, ist. Jndeß vom allgemeinen Standpunkte aus ist es. doch von höchst wesentlichem Gewichte, daß man die Juden nicht