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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-06-12 · Heft 24 (12.6.1843) · p. Seite 355

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 24 (12.6.1843)
Date
1843-06-12
Page
Seite 355 (sequence 7)
Language
German
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355 lern uflb Verwandten verkümmern,, wogeM sie in der Anstatt, durch zehn Stunden täglich, in freier Luft, zur Reinlichkeit und Ordnung angehalten, von der Annahme verletzender Manieren übgehalten, und zur reindeuffchen Aussprache gewöhnt werden. Aber selbst abgesehen von dem durch die kindliche Fassungskraft zu abforbirenden Unterrichte, ist es vorzüglich die weibliche Jugend, auf welche die Anstalt ihren Einfluß zentralisirt; da bekanntlich die Erziehung derselben bei dem ärmeren Lheile der Judenschaft im Hintergründe steht, und solche von dem Unterrichte und sonstigen Zuflüssen der Gemeindefchule, an Bereisung und Bekleidung ausgeschlossen wird. Matt darf daher mit Recht an die Pforten der Wohlthatigkeit klopfen, um auch dieser jungen Anstalt, die bei Abgang aller Fonde kaum mehr als Erscheinung gehalten werden dürfte, Bestehen und Gedeihen zu wünschen. Krankienpflege und Armenverforgung. Das unvergeßliche Andenken des eigentlichen Gründers des Hiesigen Spitals, der aus einigen beschrankten Krankenstuben eine geregelte, gegenwärtig mit jährlichen Einnahmen über 20,000 fl. dotirte Anstalt durch seine fünfzehnjährigen rastlosen Bestrebungen in's Dasein rief, die Leitung, Vergrößerung und Erhaltung derselben mit Abseitigung jedes sonstigen Lebensgenusses zu seinem Daseinsziele erkohr, bewahrte man durch Aufstellung eines schönen Marmorsteines am Portale des Frontgebäudes, mit der Ueberschrist: „dem Beförderer dieses israelit. Spitals, Jsak Währing er, geboren im Jahre 1741 — gestorben am 2. März 1818" — und durch Abhaltung einer Seelenandacht an dem die irdischen Reste des Verstorbenen bergenden Grabeshügel, am 17. Oktober v. I. Im verwichenen Spätherbste wurde der an 11,401 fl. 27kr. C.M. kostende Ban der Spitals-Realitäten No. 249 und 21-0 S t. beendigt, dererrZinsertrag in diesem Jahre 1060 st. C.M. erreichte. 'Einnahmen waren mit Inbegriff des Kaffar-estes vom v. Jahre pr. 4001 fl. 38 kr. . 24,270 fl. 49^-kr. Ausgaben . . . . . . . 23,721 - 46f- - Noch müssen wir hier das dem Andenken des verstorbenen B. Goldstern durch seine Erben errichteten , bereits beendigten und für sechzig erwerbsunfähige Sieche bestimmten Siechen Hauses arfführen, dessen Einweihung und Statutenverfaffrmg für dieses Jahr Vorbehalten bleibt. Selbiges soll mit dem Spitale in Verbindung gesetzt werden, wodurch die Küche, der Garten und das Dienstpersonale zur Ersparniß des Ganzen auch zu dieser Anstalt in Anspruch genommen werden, nebstbei verpflichten sich die Erben, durch neun Jahre 200% C. M. beizutragen, und die Wi ttw e destimAte hierzu die Interessen eines pupillarmäßig gesicherten Stammkapitals pr. 1000fl. C. M. Was man in anderen Gemeinden zu den frommen Wünschen zählt, ist bei uns bereits erfüllt, wogegen wir die anderwärts bereits blühenden Anstalten zu unseren frommen Wünschen rechnen. Zum Schluffe noch einige Worte über die Leichenordnung/ Statt der früher im Brauche gewesenen schamrvollen morschen Lobtenbahr-e, die bei ihrer Gebrechlichkeit nicht nur die Umwerfung der Leiche befürchten ließ, sondern noch einige bloß liegende Theilederselben dem Beschauer offenbarte-, wurde ein neuer Todten w age n konftruirt, dessen innerer Bau so beschaffen ist, daß die sonst von den Stiegen her-untergeschliffene Leiche in einer Truhe verwahrt, und in den Leichenwagen geschoben werden kann. Eine festgesetzte neue Leiche n t axv-rd nunst bewahrt das Publikum vor Erpressungen und WrMÜrlichkeiten. — Belangend das Armenwesett: verlangte die hohe Regierung noch im Jahre 18118 die Errichtung eines israelitischen Armen - Instituts, wozu die Bildung eines Fondes durch augenbliMche Beitrage, die Sicherheit zeitweiliger Zuflüsse durch Subskription und Sammlung mit Almosettbüchsen, die Aufstellung von Armenvätern und^chnungsführern die Art der Würdigung und Bethekkung dtr Armen, endlich die Administrrrung dieses Instituts und die dabei einzuführende Geschäftsmanipulation anempfohlen wurden. Seit dem Jahre 1818 konnte dieses Problem nicht gelöst werden, es steht Woch gegenwärtig zu erwarten, daß durch manche eröffnete Zuflüsse ein Armenfond konstituier werden wird. Aus dem, in diesem Jahre genehmigten DomestikatsteuerbHit-rag e pr. H727fl. -C. M., wurde

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