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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-06-12 · Heft 24 (12.6.1843) · p. Seite 352

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 24 (12.6.1843)
Date
1843-06-12
Page
Seite 352 (sequence 4)
Language
German
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352 gliedern, als deren Minimum 5. Silbergroschen monatlich festgesetzt ist, so wie durch freiwillige Schenkungen an Geld und an Büchern, seinem Zwecke hinlänglich entsprochen. Die Bibliothek enthält, außer den neuesten noch aufliegenden Brochüren, bereits 592 Bände. Aber auch in Bezug auf Vorträge blieb der Verein nicht zurück, und es wurden von Zeit zu Zeit solche gehalten, von Geiger z. B. über Uriel d'Acosta, über die verschiedenen Richtungen unter dem gegenwärtigen jüdischen Publikum ff., von Dr. Levy über jüdische Sekten ff., von Honigmann, Jotowicz, Ginsberg. Von nun an sollen diese Vorträge allmonatlich statt finden. Der Verein sucht aber seine Wirksamkeit noch weiter auszudehnen, worüber wir den Bericht selbst sich aussprechen lassen: Allein sollte durch Vorträge nicht blos dem größeren Publikum die literarische Bewegung der Zeit verständlich' und zugänglich gemacht werden, sollten sie vielmehr auch für Studierende im jüdischen Gebiete förderlich sein, so mußten auch eigentliche Vorlesungen gehalten werden. Wir erkannten hier allerdings, daß aus den schwachen Mitteln eines Vereins, der keine Lehrer zu solchem Zwecke anstellen und besolden kann, nur Dürftiges geleistet werden könne; wir wollten jedoch nicht unterlassen, unfern guten Willen zu beweisen und auch nach dieser Richtung hin unser Scherflein beizutragen. Nachdem wir nun am 2. Juli v. I. den Mitgliedern in einer Versammlung von diesem Entschlüsse Kenntniß gaben, begann alsbald auch Herr Dr. Freund über Cicero de fato, Rabb. Dr. Geiger, linguistische (sprachliche) Einleitung in die Mischna, Herr Dr. Levy den vorbereitenden Theil zur Einleitung in die Bibel, jeder in zwei wöchentlichen Stunden, bis zum Ende des Sommersemesters zu lesen, und wir freuen uns, auch hier die rege Theilnahme der Betreffenden bezeugen zu können. Doch entging es uns nicht, daß hier blos ein sehr dürftiges Bruchstück geleistet werde, und auf einem andern Gebiete ein weit reicheres und ergiebigeres Feld zur Bearbeitung vorliege. Nach den gegenwärtigen Zuständen sind diejenigen jungen Leute, welche sich in Schlesien und Posen der jüdischen Theologie befleißigen, und zu ihrer namentlich allgemein wissenschaftlichen Ausbildung sich zahlreich hier einßnden, meistens talmudisch, wenigstens nach altem Sinne, ziemlich gut vorbereitet; allein es fehlen ihnen in den Gegenständen allgemeiner und gelehrter Bildung oft noch die Elemente, jedenfalls doch die Kenntnisse, welche sie zum Besuche einer ihrem Alter und ihrem .regen Eifer angemessenen höhern Gymnasialklaffe befähigten. Sie sind daher genöthigt, durch Privatunterricht diese sich anzueignen, und bei dem angestrengten Fleiße, welcher an diesen jungen Männern rühmlich anzuerkennen ist,, und den meistens güten Fähigkeiten derselben erlangen sie allerdings in verhaltnißmäßig kurzer Zeit die ihrem Zwecke entsprechende Reife. Allein es zeigen sich bei diesem, ganz dem Privatbelieben eines jungen unerfahrenen Mannes hingegebenen, wenn auch vielleicht unter der Aufsicht eines einzelnen vielbeschäftigten Mannes stehenden Studien wesentliche Mängel, welche eben so durch den Mangel an einem sorgfältig überwachten organischen Unterrichtsplane, wie durch das ganz natürliche einseitige Hinsteuern auf das vorschwebende Ziel, also durch das bloße Berücksichtigen derjenigen Lehrgegenstände, von welchen die Aufnahme in die Gymnasialklaffe bedingt wird, erzeugt werden; dazu tritt aber noch der traurige Umstand, daß ohnedies solche junge Leute meist mit der Befriedigung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse einen harten Kampf zu bestehn haben, und nun noch in die Lage versetzt sind, entweder die Mittel für einen kostspieligen Privatunterricht aufzutreiben, oder mühsam die Männer zu erspähen, welche ihnen durch unentgeltlichen Unterricht zu ihrem Ziele verhelfen. Diesem Uebelstande glaubten wir abhelfen zu müssen und zu können. Es ist daher die Einrichtung vorbereitet und fast bis zu einem gedeihlichen Ende geführt, wonach im Lokale des Lesevereins ein ineinander greifender Unterricht für solche Jünger des Studiums organisirt wird, der sie etwa bis zum Besuche der Sekunda eines Gymnasiums vorbereite. Wir freuen uns, vorläufig diese allgemeine Nachricht geben zu können, uns für den nächsten Jahresbericht die umständlicher» Mittheilungen vorbehaltend, und es wird uns dann zu besonderem Vergnügen gereichen, unfern Dank den wohlwollenden. Förderern dieses nützlichen Planes entrichten und die Erfolge desselben angeben zu können. — Breslau, 28. Mai. Die Berl. Zeit, enthält von hier aus folgenden Artikel: Die traurigen Spaltungen in der jüdischen Gemeinde scheinen sich mehr und mehr befestigen zu wollen. Man gab sich

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