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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-06-05 · Heft 23 (5.6.1843) · p. Seite 345

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 23 (5.6.1843)
Date
1843-06-05
Page
Seite 345 (sequence 13)
Language
German
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345 ganze Gesetz und auch die siebzig Sprachen*). Er lehrte es ihm aber auf solche Weise. Er nahm ein Papier und schrieb einige Worte darauf und ließ R. Chaninah dasselbe verschlucken; sogleich kannte der Rabbi das ganze Gesetz, und verstand auch die siebzig Sprachen, ja, auch die Sprachen der Thiere und der Vögel lehrte er ihm. Hierauf aber sprach der Frosch zum Weibe des Rabbi Chaninah: „Du hast mich gar wohlgehalten, und ich habe Dich dafür noch nicht belohnt'; auch Dir will ich Deine Belohnung geben.^ Seht, ich werde jetzt , von euch scheiden; aber ihr sollt mich begleiten bis an den Wald Jlei, da werdet ihr sehen, was ich euch geben will. Sie gingen also mit dem Frosch bis an den Wald, und als sie an dem Walde waren, da erhob der Frosch ein lautes Geschrei, und sogleich kamen von allen Seiten allerlei Lhiere und Vögel in Menge, so daß sie gar nicht .'zu zählen waren. Nun gebot diesen der Frosch, daß ein jeder Edelsteine bringen sollte, so viel er tragen könne, und auch allerlei gute Kräuter und Wurzeln für das Weib, damit sie mancherlei böse Krankheit dadurch heilen könnte. Sie thaten so; und nachdem er den Rabbi und sein Weib belehrt hatte, wozu jedes gut sei, hieß er die Lhiere Alles nach dem Hause des Rabbi tragen. Und als nun der Frosch von ihnen scheiden wollte, sprach er: „Gott soll euch die Mühe und Arbeit vergelten, die ihr mit mir gehabt habt. Ihr habt mich nicht gefragt, wer ich sei; ich will es euch aber doch sagen. Ich bin ein Sohn Adam's, und zwar hat er mich von Lilith erhalten in jenen hundert und dreißig Jahren, wo er von Eva geschieden lebte **). Gott aber hat mir die Macht gegeben, mich, in welche Gestalt oder Form ich will, zu verwandeln." Mit diesen Worten nahm er Abschied von R. Chaninah und seinem Weibe und ging weg. Auch sie gingen heim und waren jetzt sehr reich und wohlgehalten bei dem König, so wie es früher der Vater war. (Fortsetzung folgt.) *) Es giebt außer der hebräischen, noch siebzig Sprachen nach den siebzig Völkern, die es außer Israel in der Welt giebt und nach den siebzig Engelfürsten, die diesen vorstehen. R. Bechai zu Genes. 10,1. Pirke R. Eliefer Kap. 24. Das Targum Jonthan zu Genes. 11, 7. 8. **) Nach Ialkut Rubeni Katon Kap. 3. -trennte sich I Korrespondenzen. Briefe aus Paris. (Fortsetzung.) Zweiter Brief. Ehe ich nach Frankreich kam, hatte ich von den glückseligen Zuständen, in denen die französischen Juden leben, so Vieles gehört, meine Erwartungen waren so hoch gespannt, daß ich schon fürchtete, ich würde mich getäuscht sehen. Aber dem war nicht so. In der That, Frankreich ist in materieller Hinsicht das gelobte Land der Juden. Hier richten sie sich ein, wie sie es wünschen, je nachdem es ihnen genehm und passend ist. Der vornehme Jude bewohnt sein prächtiges Hotel, und lebt wo möglich wie ein Diplomat, er strebt nach Amt und Würden, nach Ansehen und Renten, und hat er sonst Kopf und Mittel, sich zu pussiren, wie der Franzose sagt, so wird ihm der Name „Jude" nicht hinderlich sein. Andere ziehen es vor, unter Juden still und vergnügt zu leben, den Sabbat in seliger Muhe zu genießen und vor der Hausthür im frohen Verein zu verschwatzen: ein selbstgeschaffenes Ghetto ist ihnen ein Genuß, eine Jubengasse ihnen Bedürfniß, und so bilden sie es denn. So finden wir denn in Paris Straßen, in denen wir am Freitag Abend die Sabbatlampen fast in allen Häusern leuchten sehen, und am andern Morgen sehen wir die Bewohner dieser Straßen in fröhlichem Geplauder vor ihren Thüren, wir hören eine Sprache, die nicht französisch, nicht deutsch aber doch verständlich ist, und wenn die Mägde mit den Schalattöpfen des Mittags um zwei Uhr daher kommen, geht man inj seine Be- Adam von Eva, als er sich und alle Welt zum Tode verdammt sah, indem er sprach: Wozu soll ich Kinder zum Schrecken zeugen! Da aber hefteten sich weibliche Dämonen an ihn, und gebaren von ihm. Nach Ber. Rabba Fol. 21. Kol. 2. trennte sich Adam, weil er sah, daß seine Nachkommen doch in die Hölle kommen würden. Dergl. nach Trakt. Eurubin Fol. 18. Kol. 2. Midr. Tanchuma Fol. 2. Kol. 3. Ialkut Schimoni Kap. 38, 42. Bechai Par. Beresch. Fol. 16. Kol. 1. 2. Emek Hammelech Fol. 179. Ueber Lilith, das erste Weib Adams, vergl. Emek Hammel. Kap. 42 und unsere Anmerkungen zum „Buch der Sagen und Legenden jüdischen Vorzeit" Sage 27. B. 161.

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