Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1843)
- Date
- 1843-06-05
- Page
- Seite 342 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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342 fort, und erlangte insbesondere ungeheure Sprachkenntnisse. Im Jahre 1656 führte ihn die Hoffnung, seinen Glaubensgenossen zu nützen, nach England. 370 Jahre waren die Juden aus diesem Sande entfernt, aber der Nutzen, den sie Holland geschafft, entging dem Scharfblick Cromwell's nicht. Als die Juden so viel erlangt hatten, einen Abgesandten nach London schicken zu dürfen, wurde Men. hierzu gewählt. Cromwell nahm ihn und seine Adresse wohlwollend auf, und zog ihn sogar zur Tafel. Jndeß widersetzte sich die Geistlichkeit dem so sehr, daß Cromwell nur eine ausweichende Antwort gab. (Bald darauf kamen aber Juden stillschweigend nach England, und wurden geduldet.) Men. grämte sich hierüber so sehr, daß er krank nach Zeland zurückkehrte, und 1657 in Middelburg, 53 Jahre alt, starb. Men. war von ausgezeichnetem Charakter, und übte alle Tugenden unausgesetzt aus. Von seinen zwei Söhnen, erbte der älteste, Samuel, die Druckerei, der zweite, Joseph, Kaufmann, starb, zwanzig Jahre alt, in Lublin. Seine Tochter Hanna heirathete in die mütterliche Familie Soeira. Außer seinen hebr. Wecken schrieb er noch lateinische, spanische, englische Schriften. (Fortsetzung folgt.) Magdeburg, (Robinson's Palästina. Forts.) H. Durchgang durch das rothe Meer. „Die Erörterung dieser Frage ist oft dadurch verwirrt worden, daß man die Umstände, die von den heiligen Geschichtsschreibern angeführt werden, nicht mit gehöriger Aufmerksamkeit erwogen hat, wovon folgende die vorzüglichsten sind. Die Israeliten von allen Seiten eingeengt, — vorn und zu ihrer Linken bas Meer, rechts den Jebel Atükah und hinter sich dke Aegypter — begannen an ihrer Rettung zu verzweifeln und gegen Mose zu murren. Der Herr befahl nun dem Mose, seinen Stab ,übec das Meer zu recken; und der Herr ließ das Meer hinwegfahren (im hebr. Texte: gehen) durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das Meer trocken, und die Wasser theilten sich von einander. Und die Kinder Israels gingen hinein, mitten in's Meer auf dem Trockenen; und das Wasser war ihnen für Mauern zur Rechten und zur Linken. Die Aegypter folgten und gingen hinein ihnen nach, und um die Morgenwache machte der Herr ein Schrecken in ihrem Heer. Und Mose reckte seine Hand aus über das Meer und das Meer kam wieder vor Morgens in seinen Strom, und die Aegypter flohen ihm entgegen, und das Wasser kam wieder und bedeckte alle Macht des Pharao. (2 M. 14, 11. 12. 21—28.) In dieser Erzählung sind zwei.Hauptpunkte enthalten, um die sich, so zu sagen, die ganze Begebenheit dreht. Erstens das Mittel, wodurch das Wunder bewirkt wurde. Es heißt, der Herr ließ das Meer, durch einen starken Ostwind hinwegfahren (oder abfließen.). Das Wunder wird daher als ein mittelbares dacgestellt, nicht als eine unmittelbare Aufhebung der Naturgesetze, sondern als eine wunderbare Anwendung dieser Gesetze, um den nöthigen Erfolg hervorzubringen. Es wurde durch natürliche Mittel, die auf eine übernatürliche Art angewandt wurden, bewirkt. Deshalb sind wir hierbei nur berechtigt, auf die natürlichen Wirkungen, die durch eine solche Ursache entstehen, zu blicken. Der etwas unbestimmte Ausdruck im Hebräischen: „ein Ostwind," kann jeden Wind, der von der östlichen Seite herkömmt, bedeuten, und würde den Nordost-Wind, der in dieser Gegend oft herrscht, mit einschließen. Nun lehrt ein einfacher Blick auf eine gute Karte des Meerbusens, daß ein starker Nordost-Wind, der hier auf die 'Ebbe wirkt, nothwendig den Erfolg haben muß, daß er das Wasser aus dem kleinen Meeresarm, der sich bei Suez vorbei hinaufzieht, so wie von dem Ende des Meerbusens selbst hinaus drängt, wodurch die Untiefen trocken gelegt werden, während der nördlichere Theil des Arms, der früher bkeiter und tiefer war, als er jetzt ist, noch mit Wasser bedeckt bleiben würde. So würde das Wasser getheilt sein und eine Mauer (oder Schutzwehr) den Israeliten zur Rechten und zur Linken ausmachen. Ein Blick auf die Karte wird es ebenfalls deutlich zeigen, daß ein Nordost-Wind in keinem andern Theile des ganzen Meerbusens auf solche Weise das Hinaustreiben des Was-' sers bew^err könnte. Aus diesem Grunde würde daher die Hypothese eines Durchzugs durch das Meer dem Wady Tawarik gegenüber, unhaltbar sein. Der andere Hauptpunkt bezieht sich auf den Zeitraum, in welchem der Durchzug geschah. Es war Nacht; denn der Herr ließ das Meer hinwegfahren die ganze Nacht; und als der Morgen anbrach, war es schon in seiner ganzen Starke wiedergekehrt, denn die Aegypter wurden um die Morgenwache vom Wasser verschlungen. Wenn nun, wie es sehr wahrscheinlich ist, dieser durch ein Wunder veranlaßte Wind auf die Ebbe so wirkte, daß dadurch in der Nacht das Wasser viel mehr, als sonst gewöhnlich war, hinausgedrangt wurde, so können wir doch nicht annehmen, daß diese außerordentliche Ebbe,