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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-06-05 · Heft 23 (5.6.1843) · p. Seite 341

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 23 (5.6.1843)
Date
1843-06-05
Page
Seite 341 (sequence 9)
Language
German
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341 Lion und EinweLhungsfeier wir hier irr Kürze erwähnen. Zweck dieser Anstalt ist, ganz elternlose Kinder der hiesigen Kommune, wenn sich die Augen ihrer Eltern und die Pforten ihres Hauses für ewig schließen, aufzunehmen, zu erziehen, ihnen ein neues Elternhaus und eine Ruhestätte für ihr müdes Haupt zu eröffnen, und sie für die gewerbliche Betriebsamkeit zu bestimmen. Begründet steht jetzt die Anstalt zur Aufnahme zwölf ganz mittelloser, nicht unter acht, und nicht über zehn Jahre alter Waisen, zur Unterstützung, Bekleidung * **)), Verpflegung und Erziehung »») dürftiger, aller Stütze entbehrenden Kinder zur Vereinigung theilnehmender. Frauenherzen, zur Belebung der verwirklichten Idee, für die nothleidenden Kin- ^der, der menschlichen Gesellschaft eine Zufluchtsstätte gereicht zu haben, in der sie ihren Wohlthäter gedenken, und die frühzeitig verwelkte Himmelsblume väterlicher Sorgfalt und erquickender Mutterliebe wieder erblühen sehen. (Schluß folgt.) PersorraLnachrLchterr. Mlagdeburg, 24. Mar. Herr vr. Fürst übersendet uns folgende Erwiderung, die wir nach unsren Grundsätzen der Unparteilichkeit ohne Weiteres aufnehmen: Leipzig, 23. Mai. In einer Privatmittheilung von hier in der vorigen Nummer dieser Zeitung hat es dem Herrn Korrespondenten gefallen, auch meiner rwb zu gedenken. Ich habe auf jenen Artikel zu erwidern: 1) bin ich nicht in der theologischen FakultätHrngestellt, was der Korresp. aus dem Lektions-Katalog hätte ersehen können. Za es ist mir streng untersagt, ein alttestamentliches Buch oder überhaupt etwas Theologisches zu lesen; 2) sind, seit meinem Hiersein, also seit zwölf Jahren, *) Zufolge §. 6 der Statuten, ist die deutsche Tracht, Bedingung der Aufnahme in die Anstalt. **) 2)er Unterricht besteht in den vorgeschriebenen Gegenständen der drei Normalschulklaffen, in der Bibel mit deutscher Uebersetzung, im hebräischen Schreiben, in der polnischen Sprache, in der Nationalgeschkchte, in der hebräischen Grammatik, in der Geographie, den Anfangsaründen der Mechanik, so wie in andern Vorkenntnissen für den Handwerksstand. noch nicht drei jüdische Studenten dagewesen, die Theologie studirten. Was nach diesen Thatfachen von den Ausfällen gegen mich übrig bleibt, überlasse ich den geehrten Lesern zur Beurtheilung. Fürst. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 24. Mai. (Privatmitth.) sBiblisch e Exegese.) The Concilialor of R. Manasselt lien Israel: a reconcilement of tlie apparent contradictions in lioly scripture, to wliich are added explanatovy notes, and biograpliical notices of the guoted autliorilies. By E. H. Lindo. Vol, I et II. London, 1842. Indem wir diese neue und tüchtige Uebertragung eines der wichtigsten Werke R. Manasseh ben Jsrael's hier einführen, scheint es uns angemessen, zuvor einiges Biographische über den so oft genannten Verfasser beizubringen. Der englische Uebecsetzer giebt allerdings auch eine biographische Notiz(Vol. I. S. XIII.), wir vervollständigen dieselbe aus einem der neuesten Hefte der Revue orientale (II Ann. No. 7.) — Joseph ben Israel, verheirathet mit Rachel Soeira, gezwungen, in Lissabon als heimlicher Jude zu leben, aber voll Eifer für seinen Glauben, entfloh aus dem Gefängniß mit seinen beiden Söhnen Menasseh und Ephraim nach Amsterdam. Menasseh, 1604 geboren, wurde dem Unterrichte des R. Jsaac Uzkel, Rabbinen der portugiesischen Synagoge, übergeben. Er machte außerordentliche Fortschritte in den Studien, so daß er eine hebr. Grammatik im siebzehnten Jahre verfaßte, ja bereits im achtzehnten Jahre den rabbinischen Stuhl seines verstorbenen Lehrers mit vielen Ehren einnahm. Noch hatte er das achtundzwanzigste Jahr nicht zurückgelegt, als er den ersten Theil des wichtigen vorliegenden Werkes El Conciliador (1632) erscheinen ließ. Den zweiten Theil zu den '25 gab er 1641, den dritten zu den '*ifitf '21 1650, den vierten 1651 heraus, eine freie und unvollständige latein. Uebersetzung von Denis Vossius erschien 1687. Während dieser Zeit ließ Men. aber noch viele andre Werke an's Licht tteten, die mit vielem Beifall ausgenommen wurden. Men. heirathete Rachel, aus der Familie Abacbanel, welcher Verbindung er sich sehr rühmte; auch legte er eine Druckerei an. Nichtsdestoweniger war er arm, und mußte sich vielen Entbehrungen unterziehen, so daß er sogar um Verhältnisse mit seinem Schwager zu ordnen, 1650 eine Reise nach Brasilien machte. Seine Studien setzte er aber unermüdet 23»

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