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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-06-05 · Heft 23 (5.6.1843) · p. Seite 338

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 23 (5.6.1843)
Date
1843-06-05
Page
Seite 338 (sequence 6)
Language
German
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338 Lhatigkeit dieses Vorstandes, als auch als Beweis, wie der aufrichtig Strebende die Oeffentlichkeit nur sucht, und als Zeugniß der schönsten und edelsten Tendenzen, der Allg. Zeit. d. Jud., einverleibt werden muß. Möge Deutschland daraus sehen, daß, so bald, der polnische Jude das Rechte erkannt hat, ihm die Energie nicht fehlt, an der die deutschen Gemeinden so oft Mangel beweisen. Da die anderen Pieren auszüglich auch in diesem Berichte Vorkommen, so können sie darum übergangen werden.. „Der vorliegende, kurze, keineswegs auf Vollständigkeit rechnende Bericht, hat nicht den Zweck, mit langen Phrasen das geringe Wirken dieses Jahres hervorzuheben, sondern gelegenheitlich dem Publikum Rechenschaft zu geben über das. Geleistete, Dank zu sagen für das Geschehene und den Wohlthätigkeitssinn zu stärken für das Zukünftige. Wenn je der Satz als Wahrheit galt: „vereinte Kräfte wirken," so ist hier die absolute Gewißheit desselben um so augenfälliger, als dasjenige, was geschah, das Werk einiger Monate ist.. Unsere Gemeinde ist groß genug für große Zwecke der Humanität, sie bedurfte nur einer Anregung und Pulsbefühlung, um die ganze Glorie der edleren * Volksgesittung im höhern Strahlenglanze zu entfalten. Indem wir also unserer, für das Gute empfänglichen und zugänglichen Gemeinde Dank sagen, und hiemit öffentlich anerkennen, daß wir dem fruchtbaren Erdreiche der Nächstenliebe goldene Saaten durch emsige Bearbeitung vindizirten, entledigen wir uns gleichzeitig der heiligsten Pflicht, der hohen Regierung den innigsten und wärmsten Dank für die huldvollste Unterstützung abzustatten, mit der sie bei jeder Vorkommenheit so väterlich und menschenfreundlich dem Vorstandes entgegeneilte. Das Geburtssest Sr. glorreichen Majestät feierte die Gemeinde am 19. April v. I. in dem im Stadtbezirke gelegenen, festlich geschmückten Gottes- *) Das Vorstands-Gremium besteht aus fünf Mitgliedern: dem Herrn Dr. der Arzneikunde Adam Barsch, dem Herrn 0r. der Rechte und Landes-Advokaten Oswald Menkes, den Herren Hausbesitzern M. Dubs und I. A. Rofenstein, und dem BerichterstatterHrn. vr. der Rechte und Landes-Advokaten Emanuel Blumenfeld. hause, auf eine der Räumlichkeit und der innern Einrichtung desselben entsprechende Weise. Außer der auf Einschreiten des Vorstandes, durch die betreffenden Gymnasial-Präfektorate und das löbliche Studien-Direktorat der philosophischen Fakultät delegirten studirenden israelit. Jugend, und der durch das löbliche Militär-Platzkommando beorderten israel. Mannschaft des hier in Garnison befindlichen Militärs, bestand das Auditorium aus einer festlich gekleideten Versammlung israel. und christl. Religionsbekenner, und auch einige hohe Beamte der Zivil- und Militär-Behörden haben diese Feier mit ihrer Gegenwart verherrlicht. Möge dieser Akt zum Vorläufer großartiger und erhebender Festlichkeiten dienen, zu deren Abhaltung das in Bau begriffene deutsch-israel. Bethaus die glänzendere Weihe bieten wird. , Das religiöse Gefühl, in der Jugend erwärmt, ist die Basis jedes edleren Volksfortschrittes, ja man kann mit Grund behaupten, die Art der Göttesverehrung ist der sicherste Leiter des höhern oder niedern Zivilisations-Grades im Volke. Unter die neu auftauchenden Erscheinungen unseres Jahrhunderts gehört auch jener aus dem früheren Stättigkeits-Prinzipe hervorgerufene zeitgemäße Kultus, welcher sich in den deutsch-israelit. Bethäusern zu Wien, Prag und Pest auf eine höchst erfreuliche und überraschende Weise kund giebt. Auch hier fand jene gotterhebende Idee Anklang, und schon im Herbste 1840 bildete sich ein Verein zur Kreirung eines Bethauses mit Kantor, Chor und Prediger. Die zu jener Zeit fortgesetzten Subskriptionen erstiegen die Höhe von 6000 fl. C. M. Indessen blieb diese Idee als solche, bei dem vereinzelten Wirken der Vereinsmitglieder, und der verspürten Unausführbarkeit aus Abgang materieller Mittel, auf sich beruhen, bis sie! aus der schweren Lethargie dadurch zum Wiedererwachen geweckt wurde, daß man bei der h. Regierung um die Baubewilligung einschritt, und gleichzeitig die Zentralisirung aller Fonde aufsuchte. In Folge h. Präsidial-Ermächtigung wurde das k. k. Lemberger Kreisamt aufgefordert, dem Anträge entgegen zu kommen, welches vorläufig den Fonds- Ausweis und Bauplan abverlangte. Ersteren bildeten verschiedene, auf der anzubauen-

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