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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-29 · Heft 22 (29.5.1843) · p. Seite 327

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 22 (29.5.1843)
Date
1843-05-29
Page
Seite 327 (sequence 7)
Language
German
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327 phis oder, was wahrscheinlicher ist, zu Zoan oder Tanks sich befinden. (Fortsetzung folgt.) Magdeburg, 22. Mai. (Privatmitth.) sEmanzipationsliteratu r.) Beitrage zur Beurtheilung der neuesten Literatur. Von August Boden. Mainz, 1843. — Was den Verfasser dieser Kritiken auszeichnet, ist die völlige Unparteilichkeit, die er zu seinem Boden zu wachen weiß, so wie die Klarheit der Gedanken, die Scharfe, mit der er die Gegensätze einander gegenüberstellt. Wenn daher auch weniger, neue und überraschende Gedanken zu Tage gefördert werden, eben so wenig der Verf. auf dem hohen Kothurn der neuesten Kritiker einherschreitet, .so müssen wir ihm doch für die Gewandtheit, mit der er Erscheinungen der Gegenwart nach dem, ihnen eknwohnenden Werthe und Unwerthe zu zeichnen versteht, dankbar sein. Der Theil dieser „Beitrage," der uns hier interessirt, reicht von S. 110—144 und ist überschrieben: „über die Emanzipation der Juden," und giebt Referate und Kritiken über die Gegenschrift Hartmann's gegen Salomon (1835), Rießer's Denkmal Lessing's (1838), Rießer's jüdische Briefe Heft 1. (1840.) Herr Boden giebt keine Vertheidigung und Begründung der Emanzipation, er setzt diese einfach als im vollen Sinne des Wortes gellend voraus, er begreift nicht, wie' man noch aus vergangenen, trüben Zeiten Waffen gegen diese, unsre Zeit nur berührende Frage hervocholen könne. Einige bezeichnenden Worte seien hier hervorgehoben: „dem Rezensenten nun scheint die Emanzipation der Juden keine Frage der Gelehrsamkeit, sondern der Gerechtigkeit und gesunden Vernunft zu sein. Man sollte den Unterdrückten die Vergangenheit um so weniger zum Vorwurfe machen, als man selbst sich ihrer wahrlich nicht zu rühmen hat, man sollte bei der vorliegenden Frage, der Befreiung der Juden, in die Zukunft blicken; „wenn wir Gesetze geben," sagt Plato, „so geben wir sie für die Zukunft, weil wir glauben, daß sie hier von Nutzen sein werden." — „Wenn nämlich oben gesagt wurde, daß die Frage der jüdischen Emanzipation von der Philosophie entschieden werden müsse, so sollte damit nicht gesagt werden, daß nur einzelne aufgeklärte Köpfe darüber entscheiden könnten, denn so würden die Juden nie emanzkpirt werden, und es versteht sich, daß zu allen Zeilen einzelne aufgeklärte Köpfe den Druck der Juden und die Ursachen des Drucks beklagt haben, sondern ich wollte damit sagen, daß die Emanzipation der Juden nur zu einer Zeit erfolgen könne, wo man in gewissen/ d. h. in den da-: zu nöthigen Punkten aufgeklärt genug sei, um eine solche Unterdrückung abscheulich zu finden. Ist nun unsre Zeit eine solche — und sie ist eine solche, behaupte ich gegen Herrn Hartmann, siehe dessen Schrift S. 13'r—, so glaube ich auch, daß die Emanzipation gelingen werde. Die Juden waren vielleicht viel.früher reif, emavzipirt zu werden, als man dieses einzusehen angefangen hat, und die Christen waren entweder zu gut oder zu schlecht, um von den Juden verdorben zu werden, oder vielmehr: ihre Güte mußten sie durch ihre Gerechtigkeit an den Tag legen, und mit der Ungerechtigkeit entsagten sie eia nem Mangel. Jetzt zahlt die Emanzipation der Juden Freunde unter allen Standen, ihre Feinde stehen nicht mehr in einem Haufen, sie zerstreuen sich, während ihre Freunde sich zusainmenrotten. Unter unfern orthodoxen Geistlichen kann sie Gönner haben, wie sie unter den Rationalisten Gegner hat; denn die Frage ist keine religiöse mehr, und die Liebe kann das Vorurtheil durchbrechen." Magdeburg, 23. Mai. (Privatmitth.) (Homiletik.) Das verklärte Bild der Freiheit. Ein Kanzelvortrag am Passahfeste des Jahres 5603 von vr. G. Salomon. Hamburg, 1843. In der kräftigen Widmung dieser Predigt 'an den Herrn Ol-. B. Beer in Dresden spricht sich der Verf. folgendermaßen aus: „Das Passahfest nähert sich, und eine Stimme ruft: „Predige! Predige von Freiheit, wie es das Fest erheischt." „„Von Freiheit?"" Da schweifte mein Blick über die Lüneburger Haide hinaus und ich dachte an unsre arme Brüder im Königreich Hannov.er; und ich dachte an die Städte, die sich die freien nennen und unter denen eine — wie lang ist es her! — mit frevelnder Hand frei geborne Israeliten wie Sklaven austrieb und noch immer nicht daran denkt, die Sünde gut zu machen; und ich dachte an die Städte, in denen die Bekenner des einig-einigen Gottes heutigen Tages noch einen Tribut zollen müssen, damit siegeschützt werden; und ich dachte an die größeren Länder, in welchen die Reichen in Juda nur so frei sein dürfen — die Herren und Herrscher mit ihrer Umsicht und ihrem — Gelde zu bedienen. Und da dachte ich denn auch an die jüngsten Verhandlungen in Ihrer geliebten Vaterstadt —soweit , sie das Schicksal unsrer dortigen israelitischen Mitbrüder^ angehen, und meine Seele trauerte bei der.Vorstellung,, wie die: daselbst' Hii

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