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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-29 · Heft 22 (29.5.1843) · p. Seite 326

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 22 (29.5.1843)
Date
1843-05-29
Page
Seite 326 (sequence 6)
Language
German
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326 Heliopolls -oder Kairo in drei Tagen, dem längsten Zeitraum/ den die, biblische Erzählung gestattet , nach dem rothen Meere gelangen konnten. Sowol die Entfernung als auch der gänzliche Wassermangel auf allen Straßen brechen den Stab über eine solche Hypothese. Wir lesen, daß sechshundert tausend Mann von den Israeliten über zwanzig Jahr alt Aegypten zu Fuß verließen. Nun wird aber ein gewöhnlicher Tagesmarsch des best ausgerüsteten Heeres, sowol in alten wie in neuern Zeiten, nicht höher als vierzehn englische Meilen, oder'zwölf solcher geographischer Meilen geschätzt; und man kann wol nicht annehmen, daß die Israeliten mit Weibern, Kindern und Heerden mehr zu machen im Stande gewesen waren. Auf allen diesen Straßen betragt aber die Entfernung nicht weniger al§ sechzig geographische Meilen, die sie auf keinen Fall in weniger als fünf Tagen hatten machen können. . . . Der Schwierigkeit wegen des Wassers hatten die Israeliten wol dadurch Vorbeugen können, daß sie einen Wasservocrath vom Nil aus Mitnahmen, wie das von den Karavanen in neuerer Zeit geschieht. Pharao, scheint ihnen jedoch auf derselben Straße mit allen seinen Pferden, Wagen und Reitern gefolgt zu sein, und das hätte auf keiner von den Straßen zwischen Kairo und dem rothen Meere statt finden können. Die bisherigen Betrachtungen gehen dahin, die gewöhnliche Ansicht der Gelehrten unsrer Tage zu bestätigen, daß das Land Gosen an dem Pelusischen Arm des Nil entlang, an der Osiseile des Delta lag, und somit ein Thril von Aegypten nahe an der Grenze Palästinas war. Dieser Landstrich wird unter der jetzigen Provinz esh - Shurkiyeh mit begriffen. Diese erstreckt sich von der Nachbarschaft von Abu Zabel bis zum Meere, und von der-Wüste bis zu dem fcühern Tanaitischen Nilarm; sie schließt also auch das Thal des alten Kanals ein. Ware der Pclusische Arm in alten Zeiten für Schiffe fahrbar., gewesen, so waren die Israeliten wahrscheinlich auf das östliche Ufer beschränkt; so bald wir. aber annehmen dürfen, daß dieser Strom nie viel bedeutender gewesen als jetzt, dann können sie sich auch wol über das Delta nach der andern Seite hin ausgebreitet haben, bis dahin, wo die breitern Arme des Nil ihnen ein Ziel setzten. Daß das Land Gosen am Wasser des Nil lag, erhellt daraus, daß die Israeliten das Land bewässerten, daß es ein Land war, wo man säen konnte, wo Feigen- Weinstöcke und Granatäpfel waren, und das Volk Fische im Ueberfluß aß; und die Aufzählung aller der Gegenstände, wonach sie in der Wüste sich sehnten, stimmt auf eine merkwürdige Weise mit dem Verzeichnisse überein, welches Lane von den Nahrungsmitteln der neuern Fellah's giebt. Das Alles laust darauf hinaus, zu zeigen/ daß die Israeliten während ihres Aufenthalts in Aegypten, ziemlich so lebten, wie die Aegypter jetzt, und daß sich Gosen wahrscheinlich viel westlicher ausdehnte und mehr nach dem Delta hinein sich erstreckte, als man gewöhnlich angenommen hat. Sie scheinen unter den Aegyptern jener Gegend zerstreut, doch vielleicht in besondern Dörfern gelebt zu haben, ähnlich wie die heutigen Kopten mit den Muhammedanern vermischt sind. Es geht dies auch daraus hervor, daß sie von ihren ägyptischen Nachbarn und Hausgenossen silberne und goldene Gefäße borgten, so wie daraus, daß ihre Hauser mit Blut bezeichnet wurden, damit sie bei verletzten furchtbaren. Plage der Aegypter verschont bleiben möchten. Das Land Gosen war „der beste Ort des Landes;" eben so ist es auch die Provinz Sliurkiyeh bis auf die neueste Zeit herab gewesen. In der merkwürdigen arabischen Urkunde, die von äe Sacy übersetzt ist, und eine Abschätzung aller Provinzen und Ortschaften Aegyptens im Jahr 1376 enthalt, umfaßt die Provinz Sliurkiyeh 383 Städte und Dörfer und wird auf 1,411,875 Dinars geschätzt, — eine größere Summe als, mit Ausnahme einer einzigen, irgend einer Provinz austrlegt ist.— Der grade und einzige Weg von dem so bezeichneten Lande Gosen nach dem rothen Meere geht das Thal des alten Kanals entlang. Die Israeliten brachen von ihrem Sammelplätze bei Raemses „am fünfzehnten Tage des ersten Monden, des andern Tages der Ostern" auf, und zogen über Succoth und Etham nach dem Meere. Von Raemses nach der Spitze der Meerbusens würde nach dem, was ich vorhin angegeben habe, eine Entfernung von etwa fünf und dreißig englischen Meilen ausmachen, die von den Israeliten ganz gut kn drei Tagen zurückgelegt werden konnten. .Ein großer Thell des Volks war gewiß schon bei Raemses versammelt und wartete auf die Erlaubniß auszuwandern, als die letzte große Plage statt fand. Von da an, als Pharao den Mose und Aaron in der Nacht des vierzehnten Tages des Monden (nach jüdischer Art zu zählen) entließ, bis zum Morgen des fünfzehnten Tages, ,als das, Volk aufbrach, war ein Zwischenraum von einigen dreißig Stunden, während dessen diese Anführer leicht vom Hofe Pharao's nach Raemses gelangen konnten, mochte derselbe nun zu Mern^

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