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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-22 · Heft 21 (22.5.1843) · p. Seite 315

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 21 (22.5.1843)
Date
1843-05-22
Page
Seite 315 (sequence 11)
Language
German
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315 troffen,, die rasch vorivärtsschrektet, und die erste Talmudausgabe ist, die auf Schnellpressen gedruckt wird. Wir machen insonders die reicheren Liebhaber der jüdischen Literatur, die an schöner Form Gefallen haben, auf diese Ausgabe aufmerksam. Wenn es in unserer Zeit, wo der Bedarf an diesen Werken gegen frühere Zeiten jedenfalls bedeutend geringer geworden, ein Verdienst ist, solche Unternehmungen in früherso seltener Schönheit mit Energie durchzuführen: so erwirbt sich dieses Verdienst der gedachte Verlag in vollem Maße. Weiteres-nächstens. Magdeburg, 15. Mai. (Privatmitth.) sBiblische Geographie.) Wenn für irgend ein Gebiet in neuester Zeit viel gethan worden, so ist es die biblische Geographie, oder die Kenntniß des alten Palästina und der angrenzenden Länder. Es war dies für unsre Väter kein Gegenstand der Forschung,' und das ist sehr zu bedauern. Sie nahmen die Dinge in der h. Schrift, wie sie da stehen; und da ihnen der gesetzliche und Lehr-Jnhalt die alleinige Hauptsache war, Nebendinge, die historisch-materielle Unterlage, kein Interesse für sie hatten, so kümmerten sie sich um die geographische Kenntniß des alten und jetzigen Palästina's gar wenig. Ich sagte, es ist dies sehr zu bedauern. Denn was hätte bei den ununterbrochenen Wanderungen der Juden nach dem h. Lande über die steten Veränderungen im gelobten Lande von ältester Zeit bis jetzt geleistet, wie hätte der Faden von der ältesten Periode bis jetzt unausgesetzt fortgesponnen werden können, wenn zu jeder Zeit nur ein Benjamin von Tudela darunter gewesen, noch dazu, da unsre Väter es so gut verstanden, einmal für das Interesse gewonnene Gegenstände und Forschungen bis in's Detail mit unsäglichem Scharfblick und Ausdauer zu verfolgen! Anstatt dessen können nur wenig bedeutende Leistungen von Juden auf diesem, uns doch so nahe liegenden Felde hervorgehoben werden. Jndeß hindert uns dies nicht, die Forschungen, die für biblische Geographie auch durch Andersgläubige angestellt worden, mit ihren Resultaten uns anzueignen. Vielleicht'kömmt bald eine Zeit, wo wissenschaftlich gebildete Juden den, uns und der ganzen Menschheit ewig theuere Boden mit der Absicht, auch unfern Alterthümem ihre Muße und ihren Fleiß zu widmen, betreten werden. — Eines der bedeutendsten, und vieles Neue bringenden, mit außerordentlicher Unbefangenheit, und lediglich m der Abstchthie biblische Geographie aufzuhellen, geschriebenen, daher ganz nüchtern abgefaßten Werke, das zugleich ziemlich die früheren Arbeiten in sich ausgenommen, ist: Palästina und die südlich angrenzenden Länder. Tagebuch einer Reise im Jahre 1838 von Eduard Robinson, Dr. und Prof, der Theol. tn New-Pork. Halle, 1841. Ir Bd. 2r Bd.. 3r Bd. IsteAbth. 2te Abth. mit einem Atlas von neuen Karten und Planen. Während in früherer Zeit die ostjardenischen Thekle eine, zwar verdiente, aber doch verhältnkßmäßkg zu überwiegende Aufmerksamkeit genossen, , hat' das vorliegende Werk sich lediglich mit Westpalästkna beschäftigt. Vieles berichtigt. Manches, was zweifelhaft schien, befestigt, nicht Weniges bestimmt, was unberührt geblieben. Das Werk ist fern von aller Schönrednerei, Effekthascherei, Extase, von allem nebulirenden Pietismus, so wie von allem pietätlosen Skeptizismus, und faßt seine Gegenstände mit der Liebe, aber auch mit der Ruhe eines rechten Forschers auf. Wie gestatten uns, hier einige besondere Resultate aufzuführem (Fortsetzung folgt.) Homiletisches. Eine Schwierigkeit, wie ich selbst aus dem Munde von Theologen gehört, ist es, zu Trau predigten Texte in der heil. Schrift zu finden. Es haben daher Manche den Gebrauch angenommen, die Reden, die sie vor der Trauung halten, ganz ohne Text zu lassen. Hiegegen ist Zwiefaches einzuwenden: zuerst daß dann die Rede ohne den wesentlichen Charakter bleibt, der jedem religiösen Vortrag aufgedrückt sein muß, die h. Schrift als die Quelle zu haben, aus der auch diese Mahnung fließet zu desto.'größerer Heiligung und Verpflichtung des Gläubigen, und als solcher muß ein Jeder gelten in dem Momente, wo er den Segen der Religion für sich verlangt und in Anspruch nimmt. Alsdann: der Stoff der Traupredigt, selbst bis in die individuelle Färbung hinein, ist ein und derselbe, ein einfacher, sich gleich -bleibender überall; will man daher dieselbe nur als einen logischen Vortrag hinstellen, so wird sie bald sehr einförmig, und der Redner bei öfterer Wiederkehr erschöpft. Ich stehe einer nur mittleren und mehren kleinen benachbarten Gemeinden vor, und habe doch jährlich zwanzig Traupredigten und darü-

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