Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1843)
- Date
- 1843-05-22
- Page
- Seite 316 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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316 ber zu halten, da nur^ bei besonderen Verhältnissen eine solche nicht gefordert wird. Wollt' ich da die Reden nur nach eigenem Gedanken ordnen, wüßt' ich bald nicht ein, nicht aus. Welche Mannichfaltigkeit, welche Verschiedenheiten der Wendungen, welche Abwechselungen in Färbung und Schattirung bieten aber angemessen gewählte Texte dar! Allerdings sind der direkten Worte der Schrift auf den ehelichen Bund nur wenige, und der Geistliche ist siebald durch. Aber wirbrauchen uns nur auf einen etwas ' freier» Standpunkt der Behandlungsweise zu versetzen, und die Texte fließen in Fülle. Um dieses anschaulich zu machen, auch jüngeren Kollegen einige. Winke und Materialien heranzubringen, will ich hier eine kleine Auswahl zusammenstellen, wobei ich die Ln schon gedruckten Lraupredigten (z. B. in meinem Siloah fünf,) gewählten übergehe. 1) (NB. Bei einem Handwerker:) Psalm 90. V. 17: „Es komme die Huld des Herrn unsres Gottes auf uns, aber das Werk unsrer Hände unterstütze uns, ja das Werk unsrer Hände unterstütze es." a) Wie die Huld des Herrn ganz besonders im Ehebunde nothwendig ist; . b) wie sie' aber bedingt ist durch eifriges Werk unsrer Hände nach außen in Fleiß^ Ordnung, Einfachheit, und c) durch edles Werk unsrer Hände nach innen in Liebe und Treue. Schlußwendung auf einen israelitisch frommes Händewerk, wie ich eine solche niemals auch in der Lraupredigt unterlasse. 2) Jesaias 4, 5. 6: 'i:n fiöh •’S „Wohl über alle Ehre ist der Lrauhimmel, eine Hütte zum Schatten am Tage vor der Hitze, und zum Schutz, und Schirm vor Sturm und Regen." a) inwiefern der Tag der Verbindung der Ehrentag des Jünglings und der Jungfrau, b) eine Hütte baut zum Schatten in des Lebens Mühen, c) einen Schutz und Schirm schafft in des Lebens 'Bedrängnissen. 3) Josua 2, 12: annin 'na te nnsn rwH rvi« „Und jetzo schwöret mir bei dem Ewiwigen, und gebet mir ein Zeichen der Treue!" a) Der Schwur bei dem Ewigen ist das Wort: wir wollen uns geheiligt sein nach dem Gesetze Mosis und Jsrael's, und wie nun beschaffen sein muß, was bei dem Ewigen beschworen ist. b) Das Zeichen der Treue ist der Ring, der vom Finger des Gatten auf den Finger der Gattin gleitet, und wie nun die Treue des Ehebundes in diesem Ringe sich symbolisirt. 4) 1 Sam. 20, 42: U^.ip' watib ntä« tnbtab ^b : übte i? yte srjirp. nfafitb. 'n tsttfa „Geh' hin in Frieden, und was wir beide geschworen beim Namen des Ewigen, und gesprochen: der Ewige sei zwischen mir und dir, das bleibe M Ewigkeit." a) Die Ehe ist ein Bund des Friedens, der höchsten Einigung; d) Die Ehe ist ein Bund der beschworensten, unbegränzten Anhänglichkeit; c) Die Ehe ist ein Bund, in dem der Herr ist, darum unverletzlich, dauernd, und nur durch Gottesfurcht gehalten. 5) 5 Mos. 5, 26: öab nt üaaab n^nt inyro. : übbb üü^ aay *$ab ü^n ba „O möchte doch euer Herz also Euch sein alle Tage, damit es Euch wohl ergehe auf immer." Und was ist heute in Eurem Herzen? a) die Liebe, und diese soll darin bleiben auch im hohen Alter noch; b) das Angelöbniß, und dieses muß gehalten werden; c) die Andacht, und . diese muß bethatigt werden alle Zeit. 6) I. Ps. 42,12: '*»ün& 'n?^ ha „Was ist dir so bange, meine Seele, und was zagest Du in mir?" ob der dunkeln Zukunft, ob des Gelingens, sich einander zu beglücken. ' II. Ps. 43, 3. (Die Antwort des Psalmisten:) ntZn nbw' ,,Sende dein Licht und deine Wahrheit, sie sollen mich leiten." Dieses Licht und diese Wahrheit sind: der eigne, feste Wille; die Zuversicht zu einan- . der; das volle Gottvertrauen. 7) Ps. 89. V. 34. 35: vr'b npM afb? nam tfb ■’nata rrLi'vy •’rp^ bbndr „Nein, ich trüge-nicht mit meiner Treue, ich breche nicht mei-