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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-22 · Heft 21 (22.5.1843) · p. Seite 314

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 21 (22.5.1843)
Date
1843-05-22
Page
Seite 314 (sequence 10)
Language
German
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314 aber leiHt-..gefährdet werden möchte. Ich schließe mit dem Wunsche-- -daß.Herr Meintraub die von ihm musikalisch angeoKnete -und verbesserte Liturgie,, so. Wie die von ihm selbst komponirien Gesänge sowol zum Gemeindegebrauch als für Freunde des vierstimmigen Gesanges im Druck veröffentlichen.möge, und daß. alle musikalisch Gebildete hiesiger Stadt und alle Verehrer feierlichen religiösen Gesanges den mosaischen Gottesdienst besuchen mögen, um sich zu überzeugen, welchen Fortschritt der Bildung und wahrhaften Veredlung des Kultus auch diese Gemeinde gewonnen hat." Ferd. Raabe. Leipzig, im Mai. (Privatmitth.) Es hat hier bei Wohlgesinnten eine rege Theilnahme gewonnen, als wir in den öffentlichen Blättern, von der abermaligen Habilitirung eines Privatdozenten jüdischen Glaubens in Heidelberg, des zweiten allda, lasen. Zwar ist er., wie Dr. Oppenheim, Jurist, also nur mittelbaren Interesses für uns, allein es ruckt uns doch hiermit die Aussicht immer näher, 'einmal einen tüchtigen jüdischen Theologen sich dort als Privatdozenten habilitiren zu sehen. Denn welches Hinderniß kann dort noch bestehen? Es wundert uns daher sehr, daß sich noch. Keiner dazu gefunden, darum bemüht. Was ein tüchtiger jüdischer Theologe selbst als Privatdozent, den» was machtder Titel und die Besoldung dabei aus, an einer Universität, die sonst noch tüchtige Männer theologischen Faches besitzt, leisten könnte, wenn er eben sowol wirkliche klassische Bildung und jüdisch-theologische Gelehrsamkeit besäße,, als auch diese mit genialer Auffassung und mit der Gabe der Sprache verbände — ist gar nicht abzufehen; er würde einen Kreis von Schülern aus der Menge der auf der Universität so rathlosen, jüdische Theologie studierenden Jünglinge versammeln, wie er leicht sich noch nie versammelt hat. Darum erweckte es ja so schöne Hoffnungen, als hier, in Leipzig, wo anderweitig Orientalia und Theologie tüchtige Vertreter finden, ein jüdischer Theologe die Erlaubniß. erhielt, sich als Privatdozent zu. habilitiren. Eine, wenn auch tbeilweise Verwirklichung einer jüdischen Fakultät erhoffte man -r nur erst jüdische. Fakultätslehrer, das Uebrige wird sich schon finden. Aber leider! hatte das Schicksal, das ln rebu8 Mirüois sich oft so sonderbar zeigt, einen Mann dazu kommen lassen, dem die oben angegebenen Eigenschaften abgehen, dem klassische Bildung fehlt, der in der-jüdischen Theologie höchst schwach, dem Genialität ein böhmisches Dorf, dem die. Sprache gänzlich mangelt, es sei denn auf der Dornenflur der Jnvektiven, der literarischen Kopfflechterei, der von einer zusammengestoppelten, ich möchte sagen, mechanischen Gelehrsamkeit lebt, womit er die Augen von Menschen nur blenden kann , die den Schein von der Wesenheit nicht zu trennen vermögen. , Seine, mit so vieler Freude wahrgenommene, mit so vieler Hoffnung begleitete Jnstituirnng als Universitätslehrer,, welche Früchte hat sie getragen? Wir schlagen dey LektLonskatalog auf, und -finden: „I. Fürst, M., Fortsetzung alttestament. Leseübungen mit) besonderer . Berücksichtigung der g ram matis ch e n Regeln,: zwei Stunden wöchentlich,. Geschichte der jüdischen Poesie-, eine Stunde wöchentlich." — Das ist das Ganze,, und.-nun. gehe man hin, und gewahre , die Zuhörerzahl! Wie? wenn nun christlicher Seits gesagt wird: Ihr Juden habt so lange um einen Lehrstuhl geschrieen, da habt Ihr nun Einen-was können wir erwiedern? —- Und dieser Manu wagt es, alle Männer^ die theoretisch und praktisch, im Felde der jüdischen Theologie sich Verdienste erwarben und erwerben, anzufallen, und die Klatschsucht des Publikums auszubeuten? Ich weine, da dieser Fürst als Lehrer dem Judenthum auch nicht die geringste Ehre macht, warum duldet man's, daß er der Literatur desselben so viel Unehre macht?- Es ist lächerlich. Wir enden mit dem Wunsche, daß ein jüdischer tüchtiger Theologe bald dem Herrn 0r. Friedländer als Universitätslehrer folge! Literarische Nachrichten. Wien, im April. (Privatmilch.) Sie erlauben mir, einen Artikel fortzufetzen, den ich kn No. 21.'22. vor. I. begonnen, und dessen Faden, da er eben keinen innern Zusammenhang hat, zu jeder Zeit wieder ausgenommen werden kann: ich meine den kurzen Bericht über die Thatigkeit des hebräischen Verlags von Anton Edlem von Schmid und I. I. Busch, in der schon das rühmlichst hervorzuheben ist, daß hier Jude (Herr Busch) und Christ (Herr Franz von Schmid) in größter Eintracht und Uebereinstimmung Zusammenwirken. — Unter den neueren liturgischen Artikeln find zu erwähnen: eine Ausgabe des Machsor in zehn Theilen mit Heidenheim's Uebersetzung und Kommentar (,dessen Verlagsrecht für Oesterreich die gedachte Handlung besitzt,) eine ohne Heidenheim's Biur in fünf Theilen, eine mit Uebersetzung in deutschen Lettern, wo Heidenheim's Uebertragung theils verbessert, theils durch Mannheimers Uebersetzung ersetzt ist. - Ebenso eine neue Ausgabe der Selkchoth mit neuer Uebersetzung von M. E. Stern. Vor Allem aber verdienen die rühmlichste Anerkennung die neuen Ausgaben des Rambam und des Talmud in groß Folio. Vom Rambam ist der siebente Theil unter der Presse, vom Talmud sind 822 und 82p 822 ebenfalls bereits fertig und versandt (?om. VII. Heft 1 u. 2.). Was Pracht der Ausstattung, Schönheit der Typen und des Papiers,. Reichthum der Zugaben betrifft, ist. diese Talmudausgabe gewiß unüber-

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