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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-15 · Heft 20 (15.5.1843) · p. Seite 301

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 20 (15.5.1843)
Date
1843-05-15
Page
Seite 301 (sequence 13)
Language
German
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301 tes Präsens, welches man bis jetzt fälschlich Futurum *pn* nannte °), und ein Präteritum W, das absolute Semotum unsrer Sprachen. Was die relativen Tempusformen betrifft, so werden sie, da sie in der hebr. Sprache nicht existiren, fämmtlich durch die absoluten vertreten, so daß das Präsens die präsenten relativen, das Präteritum die femoten relativen Tempusformen beschreibt. Demnach „steht a) das hebr. Präsens (Futurum) 1. für das deutsche Präsens, 2. für das deutsche Futurum, 3. für das deutsche Futurum exaktum. b) das hebr. Präteritum 1. für das deutsche Imperfektum, 2. für das deutsche Perfektum, 3. für das deutsche Plusquamperfektum. Hierzu werden belegende Beispiele gegeben. Von diesen Prinzipien aus sucht der Verf. in scharfer Konsequenz die „modale Bedeutung der zwei hebräischen Tempusformen" und die im Hebr. nothwendig mangelhafte eonseeullo lemporum festzustellen. Wir gehen aber, beschränkten Raumes wegen, sogleich zum §. 33, dem Praesens bistorieum über. Das Präteritum, so oft es entschieden ein Gegenwärtiges oder Zukünftiges bedeutet, erklärt der Verf. für nothwendig konjunktivisch, so daß wir dadurch der Annahme des Way conyers. praet. in fut. gänzlich enthoben wären. Gleicherweise bringt er das Way convers. fut. in prael. um seinen Kredit, indem er sagt: „das Präsens (das bisherige Tn?) ändert keknigeswegs durch das Way seine Natur und wird ein Präteritum, sondern es bleibt ein Präsens, ein historisches Präsens." In allen Sprachen wird in lebendiger Darstellung das *)' Hier sagt der Verf.: „Wie im Deutschen und in allen bekannten Sprachen das Präsens auch ein Zukünftiges bezeichnet, für welches später eine die Zukünft bestimmter ausdrückende relative Form ausgeprägt ward, so bezeichnet auch in der hebr. Sprache das Präsens sowol ein. Gegenwärtiges als ein Zukünftiges, und existirt in ihr für letzteres keine eigenthümliche Form. Unrichtig ist daher die in den bisherigen Sprachlehren ausgestellte Ansicht, daß die der hebr. Präsensform (Futurum) ursprünglich zukommende Bedeutung die der Zukunft, und daß, wie Manche sich ausdrücken, die Gegenwart dem Hebräer kein besonderer Zeitpunkt, sondern bloß das Ende der Vergangenheit und der Anfang der Zukunft sei, weshalb er dieselbe bald durch das Präteritum, bald durch das Futurum ausdrücke. Die ursprüngliche Bedeutung der Präsensform (taprtf) ist die Bezeichnung der Gegenwart." Vergangene kn die Anschauung der Gegenwart gestellt, so daß das Präsens vergangene Thatsachen bezeichnet. Es ist dieses ein Mittel zur Belebung, zur Schattirung. Hat aber in den anderen Sprachen das Praesens historicuin den Charakter einer Figur, so wurde es in der hebr. Sprache die gewöhnliche Erzählungsweise, und erhob sich zum herrschenden Gebrauch. Warum? — der Grund hiefür ist der Mangel der hebr. Sprache an Mitteln zur stylistischen Hervorhebung der Hauptfakten und der Schattirung der Nebenfakten. Diese Mittel stehen anderen Sprachen, welche relative Zeitformen auspragten, dadurch zu Gebote, daß sie bei der Erzählung die Hauptfakten durch das absolute Semotum, die Nebenbestimmungen durch die relativen Zeitformen darstellen. Da nun die hebr. Sprache aller relativen Tempusformen ermangelt, und ihr absolutes Semotum stets die fehlenden relativen, ja selbst das Tempus der präsenten Vergangenheit (deutsches Perfektum) vertreten muß; so brachte sie eine Mannichfaltigkeit dadurch zu Stande, daß sie das Praes. histor. als herrschenden Gebrauch dem Semotum zugesellte, und ihm in der histor. Darstellung die Aneinanderreihung der Hauptfakten, dem Semotum die Bezeichnung der minder wichtigen Fakten und der Nebenumstände überwies. — Wir haben hier die Hauptgedanken des Verf. in Kürze entwickelt, um dem Leser zu zeigen, daß in diesem Werke mit Ernst und Scharfsinn an der Lösung grammatischer Räthsel gearbeitet wird, welche die hebr. Sprache den anderen vielfach entgegensetzten, und sie bizarr erscheinen ließen. Eine genaue- Prüfung kann hier nicht Raum finden; doch kann eine solche der zukünftige Grammatiker nicht umgehen. Allerdings bleiben noch Fragen genug; auch tritt es noch nicht klar in's Bewußtsein, welche Einwirkung diese Anschauung auf die Uebertragung haben wird, da, um nur Eines hervopzuheben, wenndas Praes. bist, kn der hebr. Sprache also Regel ward, in den anderen nur Figur blieb, wir darum in der Uebertragung die Figur nicht zur Regel machen, also das Praes. bist, anwenden können, wo es im hebr. Texte steht. Erfreulich und bedeutend ist'aber jedenfalls diese Arbeit. Krotofchin, im April. (P'rkvatmitth.) Der hiesige Buchhändler Monasch hat die Ankündigung und Subskriptionseinladung zu einem Werke erscheinen lassen, das eine wesentliche Lücke ausfüllen wird, und worauf wir daher nicht unterlassen wollen, im Voraus, aufmerksam zu machen. Es ist dies: eine „Allgemeine Real-

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