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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-15 · Heft 20 (15.5.1843) · p. Seite 300

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 20 (15.5.1843)
Date
1843-05-15
Page
Seite 300 (sequence 12)
Language
German
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300 ten, namentlich an den aus dem Hebräischen übersetzten, wahres Gefallen gefunden: denn diese sind leicht, fließend, poetisch gefärbt, und, so weit wir es zu beuctheilen verstanden, korrekt; während die deutscher^ und 'französischen sehr inkorrekt, die hebräischen sehr gezwungen sind. Der größte Theil des.Buches ist von Uebersetzungen aus der Liturgie der Aschkenasim ausgefüllt, z. B. *p tMö«, ^21N2 M5M Nin die oft ganz trefflich sind. Wir sind dem Vers, für die Uebersendung sehr verbunden. Magdeburg, im Mai. (Privatmitth.) Guide du Posthetomiste ou biti» Moliel, ayec l’expose d’un nouyeau procede pour le second acte de l’operation religieuse des Israelites, dite Oircoucision. Par L. Ter quem, Dr. en med. etc. Metz, 1843. Dieses gründliche und Neues bringende Werkchen über die Beschneidung enthält im ersten Kap. 1) Allgemeine Betrachtungen über die drei Theile. der Operation:; 2) schlägt der Verf. vor, die Operation nicht mehr Perktomke, sondern Posthetomie zu benennen; 3) spricht er über die große Nützlichkeit der Beschneidung *), zeigt aber kräftig die großen Nachtheile der wie sie jetzt gebräuchlich ist; er schlägt daher vor: die durch Einschneiden anstatt durch Ein reißen zu machen. Hierzu giebt er in 4) ein Instrument an, und beschreibt pünktlich und genau, wie dies sowol die Billigung mehrec christl. und israel. Aerzte und Professoren, als auch der Großrabbinen von Paris und zweier sehr geschickter Beschneider in Paris und Metz erhalten, so daß es in Paris und Metz schon vielfältig in Gebrauch ist. Im zweiten Kap. beschreibt der Verf. zuerst die Anatomie des Theiles, 2) die pathologischen Zustände, angeborne und zufällige, 3) die Vorsichtsmaßregeln, 4) die Instrumente mit einer Tafel; 5) über den Ort, (er verwirft' die Beschneidung im Tempel wegen der Nachtheile, die aus der Luftverande- °) Er führt die Worte des Prof. Lallemand in einem 1842 erschienenen Werke „Des pertes seminales inyolontaires“ an: „Nach langem und ernstem Nachdenken über die zahlreichen Thatsachen, die ich zu beobachten Gelegenheit gehabt, bin ich überzeugt geblieben, daß es zu bedauern wäre, daß die Beschneidung nicht als eine für alle Knaben verbindliche Operation im Gebrauch geblieben; sie würde in vielen . Fällen unnütz sein, ohne Zweifel/ aber sie wäre schädlich in keinem Falle, und überaus nützlich in einer sehr großen Zahl von Fällen. rung und den Stößen der Bewegung beim Transportiren nach der Operation entspringen können,) 6) Vorbereitungen vor der Operation, 7) Beschreibung der Operation, namentlich in Bezug auf die auch kn Bezug auf die wünscht er eine Modifikation, die er aber nicht anzugeben wisse, weshalb er dies dem Nachdenken der Rabbiner, überlasse; 8) Sorgfalt nach der Operation, sehr ausführlich und genau. Wir empfehlen dieses Werkchen der Beachtung aller gewissenhaften und wäre eine deutsche Übertragung deshalb wünschenswerth. Magdeburg, im Mai. (Grammatik.) (Schlußder Rezens. von Scheyer's Lehre vom Tempus und Modus in der hebr. Sprache.) Zuerst entwickelt der Verf. die Widersprüche der bis jetzt angenommenen gramm. Lehre, namentlich des Way conyersivi praet. in futur., das ganz gegen die Analogie der übrigen Sprachen ist; „wie könnte das Präteritum die Rolle des Futurum übernehmen, die eine Tempusform eine Zeit beschreiben, die in dem Kreise der andern Tempusform liegt? Dieselbe Frage erhebt sich gegen die Annahme des sogenannten War conyersiyi ful. in praet." Die Verwirrung, die hieraus entspringt, herrscht auch in den temporibus relativis/j. B. das Pcat. für das Präsens. Nach einer kurzen Beurtheilung der Ansichten des Prof. Lee in Cambridge in seiner trefflichen hebe. Gramm, second edii. London, 1832., kommt der Verf. zur Darstellung des sogenannten dichotomkscheu Systems, in welchem er dem Prof. Herling folgt. Dieser verwirft die Drektheiligkeit der Zeitformen (Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft), und nimmt in allen ihm bekannten Sprachen eine ursprüngliche Zjw eith ekligkeit (Dichotomie) der Zeitformen an. Jede Sprache hat zwei ursprüngliche Zeitformen, tempora absoluta; alle übrigen Zeitformen, durch Zusammensetzung, Verschmelzung oder flexivische Ableitung gebildet, tempora relativa. Der semitische Sprachstamm hat bloß tempora absoluta: a) das absolute Präsens stellt den Akt der Verknüpfung des Subjekts mit seinem Attribute in die Gegenwart der Rede, bezeichnet also ein Hinüberziehen in die Sphäre der Gegenwart des Redenden (tempus praesens); b) das absolute Imperfektum stellt den Akt der Verknüpfung deS Subjekts mit seinem Attribute in die Gegenwart einer andern Erscheinung, versetzt die Anschauung in die von der Gegenwart geschiedene (semote) Vergangenheit (tempus semoyens.) Die hebräische Sprache hat ein absolu-

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