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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-06 · Heft 18 (6.5.1843) · p. Seite 269

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 18 (6.5.1843)
Date
1843-05-06
Page
Seite 269 (sequence 5)
Language
German
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269 man orthodoxer Seite wegen der Jugend des Herrn Tiktin nicht ganz einverstanden. — Von, hier aus befindet sich ein bekannter Philologe jüdischen Glaubens in Berlin, und ist vom h. Ministerium, das ihm eine Besoldung ausgesetzt, berufen, in jüdischen Angelegenheiten nöthigen Aufschluß, zu geben. Berlin, im April. (Privatmitth). Die Verhältnisse hier liegen sehr in Wirre. Man weiß durchaus nichts Bestimmtes. Das Ministerium hat die Bedingungen des Rabb Dr. Frankel verworfen. Die Gemeinde hatte bereits eine würdige Wohnung gemiethet. Deutschland. Frankfurt am Main, 14. April. Einen erfreulichen Beweis von Charakter bringt uns die Voß. Ztg. in folgender Korresp. von hier: Unsere Mozart-Stiftung hat einen sehr empfindlichen Verlust erlitten, indem deren Begründer und eifrigste Beförderer, Herr Wilh. Speyer, der an der Spitze des sie leitenden Ausschusses stand, aus demselben geschieden ist. Nicht minder bedauerlich als der Verlust an sich ist die veranlassende Ursache, da solche in religiöser Intoleranz zu finden, in Folge deren die Aufnahme in den Liederkranz, unter dessen Auspizien jene Stiftung entstand und erblühete, einem in jeder Beziehung qualisizirten und von Herrn Speyer empfohlenen Israeliten durch die Ballotage versagt wurden. — —. (Didask.) Herr Oberlehrer Dr. M. Heß theilt in seiner diesjährigen Einladungsschrift zu. den Prüfungen der israelitischen Real- und Volksschule einen kurzen, aber inhaltreichen Abriß des Lebens und Wirkens des verstorbenen, hochverdienten Dr. Creizenach mit. Diesem Abriß folgen einige Schulnachrichten, denen wir Nachstehendes entnehmen: Dem, vielbegabten Sohne "des. Verewigten, Herrn Dr. Theodor Creizenach, der bereits früher einigen Unterricht in der Schule ertheilte, ist eine größere Stundenzahl übertragen, und dadurch dessen Talenten eine größere Wirksamkeit an unserer Anstalt eröffnet worden. Eine andere hochwichtige Verbesserung, welche der ganzen Schule zu Theil werden wird, haben wir dem verehrten Publikum mitzutheilen: es wird ein neues Schulgebäude erbaut werden. Dieses Gebäude wird in Hinsicht auf Lage, Gesundheit, Geräumigkeit und Helle der Zimmer, freien Spielplatz und alle sonstigen Erfordernisse Allem entsprechen, was von einem Schulgebäude gefordert werden kann. Es wird einen neuen Beleg dazu liefern, wie unsere Gemeinde und ihre löbliche Verwaltung stets bereit sind, das wahrhaft Gute und Gemeinnützige aus allen Kräften zu befördern, und dieses neue Schulgebäude wird ihr zur Zierde gereichen. Aus Mittelfrcrnken, 17. April. (Privatmitth.) An der Spitze meines heutigen Berichts stehe die Nachricht von der Wahl des Herrn M. Bierheim zum Rabbiner in Welbhausen, und der am 10. d. M. stattgehabten feierlichen Einsetzung desselben. Es ist dies die Stelle, um welche früher zwei, nunmehr im Auslande angestellten Kandidaten (Dr. Einhorn und Oberndorfer) so heftig kämpften und die inzwischen zu solcher Zufriedenheit von dem Herrn.Rabbiner Grünbaum in Anspach verwest wurde, daß sämmtliche Gemeinden (13 in Allem) um > noch zweijährige Verwesung, jedoch vergebens, bei i der k. Regierung nachgesucht hatten. Auch diesmal war ein schwerer Kampf zu bestehen. Es galt gegen starre Orthodoxie, Simonie und Geldaristokratie zu kämpfen. Doch Gottlob! die Gemeinden werden' immer mündiger. Sie sehen ein, daß sie tüchtiger Männer bedürfen, und so erhielt unter neun Bewerbern bei 153 Wählern Herr Bierheim eine Majorität von 27 Stimmen. Wir freuen uns an Hrn. Bierheim einen Rabbiner in unsrem Kreise mehr zu bekommen, der bei wissenschaftlicher Bildung und gediegnen theologischen Kenntnissen von jener affektirten Priesterlichkeit entfernt ist, die Alles neben sich im christkatholischen Sinne als Laie ansieht und behandelt. — Eine allerh. Entschließung, anscheinend von geringem Belang, ist bei der sonst vorherrschenden Richtung und wegen ihrer Folgen bei konsequenter Durchführung, so auffallend als erwähnenswerth. Die Landgemeinde A. liest auf Anregung ihres Lehrers die Statuten ihrer seit mehr als hundert Jahren bestehenden Chebra reorganisiren und der k. Re- , gierung zur.Genehmigung vorlegen. .Diese entsprach diesem nicht nur nicht, sondern es erklärte dem Verein, dessen Hauptzwecke vorzüglich Religionsübungen au-

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