Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 17 (29.4.1843)
- Date
- 1843-04-29
- Page
- Seite 260 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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260 kkg eingeübter Chor unter der Leitung seinds Gesanglehrers Herrn Gukel begleitete diese beiden Feierlichkeiten mit den Gesängen aus dem Schir Zion v. Sulzer. Wir hatten bei dieser Gelegenheit das Vergnügen, das Minchagebet im Beisein des Rabbiners so wie einiger jüdischer Notabilitaten, die zum ersten Mal unsere Schule mit ihrer Gegenwart beehrten, und deren Zustimmung von Gewicht ist, zu verrichten; Letztere erklärten sich mit dieser Ordnung des Gebetes ganz einverstanden und Ersterer hatte schon längst Gelegenheit, fein geneigtes Gutachten darüber auszusprechen, als manche unserer Scheinheiligen vermöge dessen Vermittelung, dieses zu Hintertreiben versuchen wollten. Aus den Aeußerungen der Anwesenden laßt sich der Schluß folgern, daß in das Gotteshaus, zu welchem der Grundstein kürzlich gelegt werden soll, ein ordentlicher Gottesdienst eingeführt werden wird, und daß künftig, Trauungen wenigstens in Familien unserer auf Bildung Anspruch machenden Brüder, auf diese geregelte Weise vollzogen werden. Sie sehen, daß wir nicht nur einen Anfang gemacht haben, sondern wir schreiten thätig fort und hier müssen wir gebührendes Lob dem Herrn Director Eisenbaum zollen, der immer und überall, wo es sich um Fortschritt handelt, seine kräftige Mitwirkung bethätigt und mit dem Beispiele vorangeht. Besonders freuen wir uns, die Gelegenheit zu haben, dem Präses unseres Vorstandes, Herrn Mathias Rosen, innigen Dank an den Tag zu bringen, für alle kräftige Stütze, die er unfern Instituten angedeihen laßt. Mit welcher Wärme er sich für die Konfirmation interessirte und auf welche eklatante Weise er dazu beigetragen hat, behalten wir uns vor fernerhin bei Gelegenheit zu referiren. — Sein echt menschenfreundliches Gemüth, sein überaus gutes Herz, sein erleuchteter Geist, so wie seine bereits geförderten Leistungen für unser Gemeinwohl finden solche allgemeine und allseitige Anerkennung, daß er seinen Glaubensbrüdern im ganzen Lande Gegenstand ihrer Segnungen und von der hohen Regierung zum Präses des Komite's über das jüdische Armenhaus und des Vorstandes der hiesigen Elementarschulen ernannt worden ist, ungeachtet der bereits angesponnenen aber auch bereits Gottlob! erstickten mnd entlarvten Intrigüe, ihn vom Vorstande der Gemeinde zu entfernen. —. Was unsere, h'ürgevlichrn Verhältnisse betrifft, so sind Ermäßigungen eingetreten, die im künftigen Jahre gewiß zu gesetzlichen Regelungen führen werden. Noel. PersonalnachrLchten. SaLberstadt, im März. (Privatmitth.) Der Lehrer an der hiesigen israel. Gemerndeschule, Herr Hirsch Joseph, hat vor einiger Zeit von Sr. Exzellenz dem Herrn Minister Eichhorn ein sehr belobendes Schreiben für seine theoretischen und praktischen Unterrichtsbücher im kaufmännischen Rechnen erhalten. Literarische Nachrichten. ■ Aus Ungarn. (Halach. Lit. ^idiö önn. Fortsetzung aus No. 14.) Nach solchen Aeußerungen erwartet der Leser wohl, der Herausgeber werde unter den Hinterbliebenen Gutachten des Vers, eine solche Auswahl getroffen haben, welche Letztem vor dem Vorwurfe eines FttM 'pan umn rüO zu sichern geeignet wäre; aber Rez. gesteht offenherzig, daß das Weck selbst diese billige Erwartung nicht sonderlich rechtfertige. Auch wäre der Herausgeber viel wählerischer gewesen, wenn er sich bei der Wahl der für die Veröffentlichung zu bestimmenden Briefe von den allegirten Worten des hatte leiten lassen. Doch, wir wollen uns zuerst mit der Oekonomie des Buches bekannt machen, um dann, so weit es das allgemeine Interesse gestattet, auf dessen Inhalt einzugehen. Das Werk enthält 356 Gutachten aus den Jahren 4800—1839. Der größte Theil derselben ist an ungarische Rabbknen gerichtet, von denen viele der wenig Bekannten jede Gelegenheit benutzen, oder selbst Veranlassungen singirten, um sich dop, vor zwei Jahrzehenden noch viel vermögenden, aber auch späterhin nicht unbedeutenden, Protektion des Befragten in tiefster Unterthanigkeit zu empfehlen. Einzelne Briefe kommen auch an renommirte Rabbinen vor, und zwar an die Rabbinen: Markus Benedict, Hirsch Chajes, David Deutsch, Akkba Eger, Baruch Frenkel, Salomon Margolies. Aber die wenigsten dieser Antworten enthalten Entscheidungen über spezielle praktische Fragepunkte, — für die Praxis haben wol renommirtere Rabbinen es höchst selten ihrer Würde und Stellung ans