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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-04-29 · Heft 17 (29.4.1843) · p. Seite 252

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 17 (29.4.1843)
Date
1843-04-29
Page
Seite 252 (sequence 4)
Language
German
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252 ihrer frühem Beschlüsse zurück, welchem alle diese Beschränkungen. fremd waren und sie erfüllt somit nicht-allein eine Forderung der Billigkeit, sondern auch der Gerechtigkeit. Dieß ist der Standpunkt, auf den sich die Mehrheit der Deputation bei Beurtheilung der folgenden Fragen im Allgemeinen stellen zu müssen glaubte. Begutachtet sie nicht alle so entschieden günstig, als es vielleicht diese Voraussetzungen erwarten lassen, so beruht dieß hauptsächlich in zwei Gründen, erstlich, daß so sehr sie auch für eine höhere bürgerliche Gleichstellung im Allgemeinen gestimmt ist, sie doch wünschen muß, daß dieß eine allmälige sei und daß die mosaischen Glaubensgenossen gewissermaßen stufenweise zu ihr vorbereitet geführt werden möchten^ Der zweite Grund -ist aber der, daß um wirklich den Petenten durch ihr Vorwort Nutzen zu, stiften, die Deputation nur solche Anträge bevorworten will, die ihr, zunächst als erreichbar und von wesentlich nützlichem Einfluß für die Gemeinde selbst erscheinen." Hamburg, im April. (Privatmitth.) Die hiesige patriotische Gesellschaft hat unfern Salomon Heine, wegen seiner unermüdeten fördernden Theilnahme an jedem gemeinnützigen Zweck zum Ehrenmitgliede ausgenommen. Das Gerücht von einer hier bevorstehenden Verleihung - beschränkter bürgerlichen Rechte erhalt sich; auch heißt es, unsere Schwesterstadt Lübeck, die 1818 ihre jüdischen Bewohner austrieb, würde jetzt, bei der in Arbeit befindlichen Reform ihrer Verfassung, Juden die Niederlassung und noch Mehreres freigeben. — Ueber London sind genaue Rechnungen über Eingang und Verwendung des durch unwürdige Verläumdung, obwol vergeblich, angegriffenen Rabbi Ahron Selig für den Synagogenbau in Jerusalem kollektirten Geldes eingegangen *). ' . Dahlmann's gehässige, in No. 13 dieser Zeitung angeführte Aeußerung kann freilich leider nur schaden; nichtdestoweniger muß man sie als einen wichtigen Baustein zu unserm einstigen Ehrentempel betrachten; denn die Juden haben es von Kiel und Hannover her wohl gewußt, welch einen bittern,. vorurtheilsvollen und unversöhnlichen Feind sie an *) S. Art. Palästina in dieser Nummer. Red. diesem Manne hätten: dies hat sie aber hier, in Frankfurt und sonst nicht abgehalten, zu der Subskription für die Göttinger Sieben reichlich zu steuern. Wir betrachten den Boden des Rechts, ob auch momentan in Feindes Hand, als. den Unsrigen, wie Rom das Feld ruhig ^um Verkauf stellte, auf dem die Karthager gelagert waren, wie Jeremias das Landgut von seinen Vetter übernahm, auf dem jetzt der Chaldäer hauste. Prenßcii. -Magdeburg, 15. April. (Privatmitth.) Di- Bewegungen, die. in einer Gesellschaft, wie die „der Freunde" in Berlin, die die Elite dieser großen Gemeinde in ihren Schooß ausgenommen, Vorgehen, sind wohl der öffentlichen Aufmerksamkeit würdig; der Geist, der sie belebt, darf der Beachtung nicht entgehen^ Obgleich nun diese Gesellschaft Elemente besitzt, die dem Judenthume strikte nicht zusagen, so ist es um so erfreulicher, daß sie doch in den letzten Jahren eine Färbung angenommen, die sich namentlich in den Vortragen abspiegelt, welche in der jährlichen Generalversammlung gehalten werden, und die das wiederbelebte Interesse für das Judenthum bezeugt. (Vgl. No. 15'.) In-der uns vorliegenden Rede des geistreichen Mitredakteurs der Staatszeitung und Vorstehers der Gesellschaft, Jos. Lehmann, spricht sich dieser folgendermaßen zum Schlüsse aus: „Es sei mir verstattet, hier noch einiger mit diesem Thema nahe verwandter Gegenstände zu erwähnen, die auch in meinem Vortrage am Jubeltage unserer Gesellschaft berührt wurden. Die Besorgnisse nämlich, die damals uns erfüllten, daß unseren Söhnen die Verpflichtung' und die damit verbundene Ehre, dem König und dem Vaterlande mit den Waffen in der Hand zu dienen, wieder entzogen werden möchte, scheinen sich mehr und mehr als unbegründet zu erweisen. Denn nicht blos haben im Laufe des Jahres die gewöhnlichen Militär-Aushebungen unter den Juden in allen Provinzen, mit Ausnahme des Großherzogthums Posen, stattgefunden, sondern es hat auch die Gerechtigkeit des Königs mehreren unserer jungen jüdischen Mitbürger, Söhnen von Freunden unserer .Gesellschaft, verstattet, als Freiwillige in das Gardekorps ejnzutreten.

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