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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-04-29 · Heft 17 (29.4.1843) · p. Seite 250

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 17 (29.4.1843)
Date
1843-04-29
Page
Seite 250 (sequence 2)
Language
German
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250 Klinikum, wie als nachmaliger dirigirender Arzt des dorttgen jüd. Krankenhauses, ein tüchtiger Oper-ÄtVu.t. Dasselbe ist auch dessen Nachfolger, der bekannte Verfasser der „.Vier Fragen," Dr. Jacoby daselbst. Wie ferner der kürzlich in Warschau verstorb. dirigir. WVndarzt am dortigen großen jüd. Hospital, Dr. L. Berg, auch im Publikum einen ehrend. Ruf als Operateur sich erworben und mehrere interessante chirurg. Aufsätze in Casper's Wochenschrift, in dem St. Pe^ersb. Journal für Natur- und Heilkunde und a. a. O. geliefert, besitzt ihn auch der dirigirende Wundarzt am hief. (Berliner) jüdischen Krankenhause, Hofrath Dr. Lehweß, der überdies zu den gesuchtesten und glücklichsten Praktikern der hies. Residenz gehört. Außerdem sind unter den hies. jüdischen Aerzten die ehemaligen Assistenten Rust's, v. Gräfe's und Dieffenbach's, namentl. der Sanitätsrath u. Dozent Dr. Ascherson, der Direktor des gymnast. orthopäd. Instituts Dr. H. W. Berend, sowie die Praktiker DDr. Herzberg, Eulenberg und A. gute Chirurgen und auch liter. auf dem chir. Gebiet mehr oder weniger bekannt. Auch der in der chir. wie in der botan. Literatur wohlgekannte hies. Arzt, Dr. Leo, besitzt das Prädikat „Operateur" und hat als früher .Assistenzarzt Rust's viel operirl^ Der > im Gebiete der Tenotomie und Otiatrik literar. fleißige Dr. Ph. Wolfs Hat inden Pariser und Londoner Hospitälern einige Jahre lang vorzüglich der Chirurgie sich gewidmet, und Dr. Goldschmidt ist als früh. Assistent Jüngken's ein -hier viel beschäftigter Augenoperateur. Eben so hat 'Dr. Stilling in Kassel seine ruhmvolle literar. Thätigkeit noch als Assistenzarzt in einem Marburger Klinikum mit der Veröffentlichung einiger chirurg. operativ. Erfindungen begonnen. Der vor zwei Jahren ebendas, verstorb. sehr geachtete jüdische Bataillonsarzt F io ri n o war ein nicht minder geschätzter Wundarzt. In Kopenhagen ist der berühmte Prof, und Ritter Dr. Jacobson nicht nur als Jude aktiver Regimentsarzt, sondern auch einer der ausgezeichnetsten Operateure. Nicht minder gehören die Professoren Dr. Sichel zu Paris und Yr. Aronssohn in Straßburg .zu den Matadoren auf dem chirurg. Gebiete, und uuch in Hamburg sind einige literarisch vortheilhaft bekannte Aerzte, wie Dr. Gerson, Dr. Unna u. A. geschätzte Operateure. — Daß hin und wieder jüdische Docfcores medic. bei der Staatsprüfung wegen Ungeschicklichkeit die Approbation als MrnGr^te nicht erhalten, leidet gar keinen Zweifel, da dasselbe auch bei christlichen Doetoreb promoti häusig genug der Fall ist; aber die Zahl ist im Ganzen nicht bedeutend, indem die meisten jüdischen'Aerzte, welche im letzten Dezennium ihre Staatsprüfung gemacht haben, fast durchgehends auch ihre Prüfung als Wundärzte mit absolvirt haben. Ebenso gänzlich unwahr ist die Behauptung des Hrn. Anonymus, daß es keine jüd. Wundärzte gebe. Es existiren deren hier sowol als in Dresden, von denen am letztem Orte einer (Collin) erst kürzlich ein gutes chirurg. Merkchen edirt hat, und in Breslau soll der jüdische Wundarzt Weigert sogar Equipage für seine ausgedehnte Praxis brauchen.— Diese hier genannte Zahl jüdischer Wundärzte aus meiner Bekanntschaft dürfte jeder Andere an anderen Orten leicht vermehren können, doch — die geehrten Leser dies. Ztg. sind mit der ärztlichen Literatur und den Verhältnissen ihrer Zeitgenossen bekannt genug, um selbst zu wissen, wie viele jüdische Aerzte verhältnißmäßig zu den christlichen sich als Wundärzte auszeichnen. Daß zwei oder drei der hier Genannten zu den getauften Juden gehören, thut nichts zur Sache; denn geben die Examina nicht die Weihe, so machen wenige Tropfen Taufwasser gewiß Keinen zu einem Chirurgen, „der sich gewaschen." — Daß endlich auch die imperator. Miene eines Juden sich nicht so lächerlich -ausnimmt, (wie -der -liebreiche Hr. Anonymus weiß machen will, werden Alle, denen die vielen jüdischen Offiziere aus der Zeit des* deutschen Befreiungskrieges noch in Erinnerung sind, genügend wissen, und die jene Zeit nicht mitdurchlebt haben,-können auf Reisen durch Belgien, Frankreich und Holland — als in Ländern, wo -die Frage der Humanität, der bürgerlichen Freiheit und des Fortschrittes für die Emanzipation der Juden längst erledigt, die -staatsbürgerliche Mündigsprechung derselben längst erfolgt istalltäglich jüdische Beamte vom niedrigsten bis zum höchsten Range im Zivil¬ und Militärdienste antreffen, die sehr wohl auf Disziplin zu halten wissen. Doch gen^g! — ich glaube jenem Artikel durch diese Replik schon ein viel zu großes Gewicht beigelegt zu /haben. Die Zukunft, und vielleicht die schon ganz nahe, wird mit so manchen .der bestehendenzeitwidrigen Institutionen -auch

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