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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-05-22 · Heft 16 (22.5.1843) · p. Seite 245

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 16 (22.5.1843)
Date
1843-05-22
Page
Seite 245 (sequence 9)
Language
German
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245 ner -(aus' Chemnitz) den -Antrag gestellt, die Kammer möge auch selbst <aus die von der zweiten Kammer, angenommenen und von der Deputation bevorworteten Punkte nicht naher eingehen, sondern, ohne solche gradehin abzulehnen, es der Regierung überlassen,. ob sie selbige , berücksichtigen, wolle. Es entspann .sich hierüber eine längere Debatte, woran Se. Königl. Hoheit Prinz.Johann, .Vizepräsident von Carlowitz, Hübler und .Andre theilnahmen, die'sich größtentheils günstig für die Juden aussprachen; Se. Königl. Hoheit.äußerte, daß wenn er;im ersten Punkte dem .Wunsche der Petenten nicht gan^ .entsprochen habe, ihn dabei höhere politische Motive.geleitet hätten, den Juden für jetzt noch keine Anwartschaft auf Staatsämter in Sachsen zu ertheilen, allein diese Motive feien keineswegs aus der minderen Würdigkeit der Juden entnommen, daher müßten Se. Königl. Hoheit sich gegen alle gewerblichen Befchränkungen, 'die man den Juden aufgelegt habe, erklären. 'Wolle die Kammer jedoch auf die einzelnen Punkte jetzt nicht speziell eingehen, da solche ja ohnehin von der Regierung erst noch in Erwägung gezogen werden müßten, so trage er darauf an, „daß nicht nur die von der zweiten Kammer angenommenen, sondern auch die von derselben abgelehnten Punkte der israelit. Petition der Regierung zur nochmaligen Erwägung zu empfehlen seien! Dieser Antrag fand zahlreiche. Unterstützung und ward .endlich fast einstimmig genehmigt. — Nach : diesem - Resultate muß der Gegenstand nochmals zur . zweiten Kammer gelangen, um eine Vereinigung mit der ersten Kammer zu erzielen. Preußen. . Berlitt, 23. Marz. (Schles. Ztg.) Es scheint richtig zu seyn, daß der Plan in neue Erwägung gezogen wird, den Israeliten die Pforten der christlichen Freimaurer zu öffnen, nachdem sie von den jüdischen Logen — von »denen unsres Wissens unter andern zwei in Frankfurt a. M. bestehen — gehörig geprüft und präsentirt worden. Doch sollen manche christliche Logen noch gegen diese Zulassung unter , dem ,Vorgeben ankämpfen, ..daß.die- Maurerei ein rein .christliches Institut sey, und dessen Glieder.daher nothwendig . die christliche'. Religion bekennen müssen. Das -letztere Argument wird natürlich, andrerseits zu widerlegen gesucht"). Aus dem Hennebergischen, 26. Marz. (D. A. Z.) Es ist-wenig, bekanntmnd scheint selbst die Aufmerksamkeit der preuß.Regierung noch nicht auf sich gezogen zu haben, daß die Juden in der'Grafschaft Henneberg sich in einer ungleich ungünstiger» Rechtslage .befinden als die des ganzen übrigen Staats. Es ist dort noch die alte Partikulargesetzgebung beibehalten worden, und in Folge davon dürfen die dortigen Juden keine Grundstücke erwerben, sich nicht als Handwerker etabliren, sich ohne eingeholte Erlaubniß nicht verheirathen. Namentlich sind ihnen die suhler Stadtrechte feindselig. Gleichwol ist Vieser kleine Theil Landes verhältnißmäßig . stark von Juden bewohnt, und namentlich halten sich in den Flecken Heinrichs und Schwarza sehr viele auf. Nach Suhl darf Keiner ziehen. Ein junger Mann in Suhl, Namens Nathan Mayer, der früher den Kleinhandel (Schacherhandel?) betrieben, aber das Handwerk eines Leinwebers erlernt hatte und nun dem Handel entsagen und sich seiner Profession widmen wollte, konnte, trotz aller Bemühungen, die Erlaubniß nicht erhalten und mußte so zu seinem frühern Geschäfte zurückkehren. Ein angesehener und . wohlhabender Jude, in Heinrichs, Namens Julius Mayer, wollte nach Suhl ziehen und wendete sich, da. der dortige' Magistrat widersprach, an die Regierung, endlich ans Ministerium, mußte aber, mit Rücksicht auf das bestehende Recht, abgewiesen werden. Er verkaufte nun Hab und Gut und zog mit seiner Familie nach Neuyork, wo es ihm.wohl gehen soll, und viele junge Leute aus der Grafschaft schlossen sich ihm an. Gleichwol treiben die Juden dieser. Flecken viele Geschäfte mit Suhl und -leben mit.den dortigen Bürgern auf dem freundschaftlichsten Fuße. — Die preußischen Unterthanen jüdischen Glaubens sehen einem neuen Gesetz entgegen. Von der Weisheit eines hochherzigen Monarchen, der seine Gesinnungen, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigen, offen ausgesprochen, laßt sich annehmen, daßdie.Juden dieser wenigen Flecken von diesem Drucke befreit, *) Und zwar von bedeutenden Autoritäten unter den Freimauern. Redakt. 16

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