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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-04-15 · Heft 15 (15.4.1843) · p. Seite 232

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 15 (15.4.1843)
Date
1843-04-15
Page
Seite 232 (sequence 8)
Language
German
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282 Die Gemeinde wird mit uns einsehen, daß Behufs des Unterrichts bereits vieles geschehen ist; vieles aber bleibt noch zu verrichten.' Mehre Eltern lassen sich theils vom bösen Willen, theils von einer sträflichen Nachlässigkeit verleiten, der Erziehung ihrer eignen Kinder Hindernisse in den Weg. zu legen. Was hilfts, daß der Schüler blos in der Schule eine moralische Erziehung und Unterricht genießt, und nur da Beispiele von Ordnung und Reinlichkeit vor Lugen sieht, wenn nicht zu gleicher Zeit seine Eltern ihm Ehrfurcht vor seinen Lehrern einflößen, und zu Hause an Ordnung, Arbeitsamkeit und sittsames Betragen gewöhnen? Der Zögling muß in der älterlichen Behausung nichts vor sich sehen, was mit dem was er in der Schule gehört, im Widerspruch stehe. Es wird uns wahrscheinlich nächstens obliegen, einen General-Inspektor über alle israelitische Schulen in Belgien zu' ernennen. Dieser Beamte, welcher seine ganze Zeit dieser besondern Mission zu widmen hat, wird unter unsrer Ermächtigung alle Verbesserungen, die uns ersprießlich scheinen, in Wirkung bringen können. Es freut uns die Anzeige machen zu können, daß wir Ursache haben.zufrieden zu sein mit den jetzigen Fortschritten der Behörde des Wohlthätigkeitvereins, mit Hinsicht auf dessen Verhältnisse zur Gemeinde; doch will es uns noch immer bedünken, daß dieser Verein' unendlich mehr Nutzen stiften könnte, wenn er sich gänzlich mit dem allgemeinen Administrativ-System des Konsistorium identisiren wollte. Der geringe Rest, der noch auf den Ankaufspreis unsres Tempels zu zahlen war, wird im nächsten Aprilmonat abgetragen werden. Wir haben bereits ein Subsidium von tausend Francs von der Obrigkeit der Stadt Brüssel erhalten, und ein ähnliches Subsidium von gleichem Betrag ist uns von-der provinzialen Behörde zugesichert. Wir haben um einen außerordentlichen Beistand von dreitausend Francs bei der königl.. Regierung angehalten, und in einer Audienz, die der ad interim, mit dem Justizdepartement beauftragte Minister uns ganz neulich verliehen, hat dieser Staatsbeamte uns seine kräftigste und wirksamste Mitwirkung zugesagt. -' ' Der wider den ehemaligen Vorstand der Gemeinde eingeleitete. Prozeß ist feit der letzten, allgemeinen Versammlung durch einen Vergleich beendigt worden. . Nach langwierigen und beständigen Bemühungen ist es dem- Konsistorium endlich gelungen, den Kirchenbeamten der israelitischen Gemeinden zu Antwerpen, Gent, Lüttich und Arlon, seit dem vergangnen Jahre ihren Gehalt von dem Staate zugesichert zu erhalten. Da eine Lücke im Kommunalgesetz diese Beamten des Genusses einer freien Wohnung, auf Kosten der Lokalbehörde, beraubt: so sind wir im Begriff, bei der hohen Obrigkeit die nöthigen Schritte zu thun, diesen Uebelstand abzuschaffen. Ungeachtet unsern sehr unbedeutenden Einkünften, ist es uns möglich geworden, im verflossenen Jahre den Anfang zu machen, um vermittelst Depositen in den öffentlichen Sparkassen, für die spatere Existenz zweier unserer Beamten zu sorgen. Wir werden uns bestreben, damit fortzufahren; da wir's als eine heilige Pflicht betrachten für das Auskommen treuer Diener der'Gemeinde, die durch Alter oder sonstige Schwäche ihr Amt nicht mehr versehen können, .zu sorgen. Schmerzhaft ist es allerdings, daß viele unserer hier ansässigen Glaubensgenossen sich entziehen, um zu den Ausgaben für die Gemeinde beizusteuern,, theils weil sie das Opfer, das von ihnen gefodert wird zu hoch anschlagen, theils weil sie den Nutzen nicht genug einsehen, der dadurch gestiftet wird. Wir hoffen daß die Veröffentlichung des gegenwärtigen Rapports, dem so eben angedeuteten Uebel einigermaßen abhelfen wird. Wir können unsern Vortrag nicht besser beschließen, als in dem wir den Herren Mitgliedern des Vorstandes, welche mit der Aufsicht des Tempels und des Friedhofes beauftragt sind, unsern wärmsten Dank abstatten, für den Eifer den sie bei der Erfüllung ihrer Pflichten an den Tag gelegt haben; und schließlich diese Versammlung benachrichtigen , daß in der solenn.ellen Audienz am verwichnen Neujahrstag, Se. Majestät der König uns abermals betheuert hat, wie sehr das Wohl der israelitischen Gemeinden Belgiens Ihm am- Herzen liegt."

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