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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-04-15 · Heft 15 (15.4.1843) · p. Seite 231

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 15 (15.4.1843)
Date
1843-04-15
Page
Seite 231 (sequence 7)
Language
German
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231 wohl öfter angetroffen werden dürfte, hat hei dieser Gelegenheit das edle Benehmen des hiesigen evangelischen Stadtpfarrers, Herrn Neumann, dazu beigetragen, dieser Trauerfeier eine seltene Weihe zu verleihen, und uns das Andenken an diesen Tag unvergeßlich zu machen. Aus eignem, edlem Antriebe, und blos durch -die Rücksichten der Freundschaft für den Hingeschiedenen, sahen wir diesen Biedermann, nachdem auf dem Gottesacker das übliche Trauergebet Ziduck Hadin durch unfern Kantor Herrn Löwy unter stiller Andacht der Anwesenden feierlich rezitirt und die Leiche in ihre Ruhestätte eingesenkt war, an's Grab hintreten, um die betrübten Herzen der Leidtragenden und Freunde, durch Worte des Trostes und des himmlischen Friedens aufzurichten. Ein christlicher Priester am Grabe eines Juden Trost spendend, welch ein herzerhebender Anhlick, welche hohe, über jedes Vorurtheil erhabene Gesinnung, welche Seelenfreude für den Menschenfreund, welch ein Triumph der göttlichen ewigen Wahrheit über die Engherzigkeit (vergänglicher Menschenfatzungen, über die hämischen Insinuationen und judenfeindlichen Stimmen unserer Zeit! Kein Auge blieb thränenleer bei den ergreifenden, tiefempfundenen Worten des hochherzigen Redners, als er durch rühmliche Erwähnung der Vorzüge des Betrauerten die Leidtragenden tröstete, und unwiderstehlich ergriff es die Zuhörer bei den Worten: „Wir alle welche hier an Deinem Grabe wei- „nen, sind stolz darauf, Dich Bruder und „Freund genannt zu haben, und hoffen mit „Zuversicht Dich einst im Himmel an der Seite „der Besten wieder zu sehen!" Es war, als wären plötzlich alle Schranken des Glaubensunterschiedes gefallen, und als fühlten sich alle Anwesenden, so verschiedener Konfession sie auch gehörten-, von einem einzigen Bande, dem der Bruderliebe umschlungen. Nachdem der würdige Priester geredet hatte, sprach der Vorsteher unserer Gemeinde Herr B. Holländer, ein vielseitig unterrichteter und gebildeter Mann,, über Jerem. 10; 23 in würdigen und gehaltvollen Worten über den harten Schlag, den die Gemeinde durch diesen unersetzlichm Verlust erlitten, und alles was er sprach war eindringliche erhebend und tröstend. Dem wackern Priester aber, der durch sein edles, nachahmungswürdiges Benehmen, den schönsten Akt der Toleranz öffentlich gelehrt hat, fei hiermit der Ausdruck unserer tiefgefühltesten Ehrerbietung an den Tag gelegt. Er hat sich dadurch ein Denkmal in unserer Mitte gesetzt, das Nicht nur in' den Verwandten und Angehörigen des Verstorbenen, sondern in allen, denen die vom Gefühle wahrer Menschenwürde durchdrungen find, fortleben und jede Zeit überdauern wird, weil das Herz der Boden ist, auf den es gesetzt wurde. Einige Mitglieder der hiesigen Gemeinde. L. Goldbager. M. Büttter. I. N. Berliner. Belgien. Brüssel, Ende Februar. (Privatmitth.) In der jährlichen Allgem. Versammlung der Gemeinde- Mitglieder, vom 15. Jan. 1843, wurde vom Vizepräsidenten des Konsift. (Hrn. Jos. Oppenheim) nachstehender Bericht abgestattet, und einige Tage nachher ist dieser Bericht in einem Zirkularschreiben sammtlichen Mitgliedern der Gemeinde zugefandt worden. „Gemäß einer Neuerung, welche ungezweiftls den allgemeinen Beifall erhalten wird, und die in der Folge als Regel befolgt werden soll, 'werde ich die Ehre haben, sämmtlichen Mitgliedern der Gemeinde von den Verrichtungen des Konsistorium, so wie vom Zustande unserer Gemeinde während des letztverfloffenen Jahrs Rechenschaft abzulegen. Die vollkommenste Einigkeit hat keinen Augm^ blick aufgehört unter den Mitgliedern des- Konsistoriums zu herrschen; Alle haben ihre Mission aus dem nämlichen Gesichtspunkte, der das Wohl der Religion zum Gegenstände hat, betrachtet; und die Gewissenhaftigkeit, mit welcher sie sich ihrer Pflichten unterzogen, verbürgt am besten jene Uebereinstimmung in Grundsätze und Handlungen, ohne welche sich keine gute Administration denken läßt. Es macht uns Vergnügen, allen Beamten und dem im- Dienste der Gemeinde angestellten Personal für ihren Eifer ein wohlverdientes Lob -zu zollen. Der Unterricht und die Erziehung der Jugend nehmen unfern beständigsten Fleiß in: Anspruch; e£ freut uns um so mehr.den Eifer dev Lehrer, wie die- Fortschritte der Zöglinge unserer Schule, der Wahrheit gemäß, anerkennen zu müssen.

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