Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 15 (15.4.1843)
- Date
- 1843-04-15
- Page
- Seite 230 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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230 4) SBe* d.en Behörden auzuhalten, tu* eher solche Reiselustigen in bedeutend weite Ferne einen. Paß aüszufolgen, bis nicht der Gemeindevorstand die Wahrhaftigkeit des angegebenen Zweckes bestätiget. 5) Um auch dem Müßiggänge dieser Menschenrasse zu begegnen, und ihr, wie möglich, Gelegenheit zum selbstständigen Erwerbe zu bieten, wäre es sehr wünschenswerth, daß die Wohlhabenden jeden Ortes, nach Art der edlen und hochsinnigen Menschenfreunde, der Herren S. M. Posner, I. S. Rosen und des Hauses Epstein in Warschau *), oder, wo dies dermalen noch nicht möglich sei, auf andere Weise den Arbeitsfähigen Beschäftigung zu geben. —**) Preuße«. fBetlttt, 21. März. (L. A. Z.) Der Verein der Gesellschaft der Freunde feierte im vorigen Jahre sein fünfzigjähriges Jubiläum, wobei diese achtungswerthe Gesellschaft sehr schmeichelhafte Beweise der Anerkennung erhielt, namentlich ein Kabinetsschreiben des Königs und ein Schreiben des Prinzen von Preußen. Einer ihrer Gönner, der wirkliche geheime Oberregierungsrath Karl Streckfuß, welcher zugleich Mitvorsteher des hiesigen Vereins für den kölner Dombau ist, ersuchte die Gesellschaft, auch in ihrem Schoose für den Bau des deutschen Nationalwerks zu sammeln. Das Ergebniß siel sehr reichlich aus, wie man dies aus dem folgenden Schreiben von Streckfuß ersieht: „Daß die Gesellschaft, *) Siehe diese Zeitung v. Jahrg. No. 51. Seite 745. Korresp. **) Es ist gewißlich sehr lobenswerth, daß unser Herr Korrespondent die bezeichnete Plage zur Sprache bringt, und wäre es wünschenswerth, wenn Männer von Erfahrung diese Angelegenheit weiter besprächen. Unsere Ansicht ist: die Gemeinden eines ganzen, vielbesuchten Landstrichs müßten sich vereinen, ihre Wohlthätigßeit gegen fremde, bettelnde Reisende nur unter genau bestimmten Bedingungen auszuüben. Würde dies konsequent durchgeführt: so könnte der Bettlerzug — nicht durch. — Wer in einer kleinen, nicht zu bemittelten, aber an einem großen Heerwege gelegenen Gemeinde lebt, und all' die Mißftände kennt, die aus dergleichen Unfug entstehn, wird solche Maßregeln billigen. Red. in deren Mitte ich einige sehr angenehme und in treuer Erinnerung bewahrte Abende zugebracht, nmner Auffoderung freundlich entsprechen würde, habe ich, nach den mir bekannt gewordenen Gesinnungen der Mitglieder derselben, mit vöAger Sicherheit vorausgesetzt. Aber auf das freudigste hat es mich überrascht, daß nach den bekannten Resultaten der fünfte Theil sämmtlicher von dem Vereine-gesammelten Beiträge aus den Gaben der Gesellschaftsmitglieder besteht. Möge die wahrhaft deutsche Gesinnung, die sich hierin offenbart, Jeden, der noch an eine getrennte jüdische Nationalität glaubt, oder zu glauben affektirt, belehren , daß er imJrrthum ist. Berlin, 3. August 1832." Köln, 26.- Marz. (Privatmitth.) Es wird jetzt in . der Rheinprovinz eine „Elisabeth-Stiftung für Blinden-Unterricht in der Rheinprovinz" errichtet.« Der K. 8 des Statuten-Entwurfs lautet:. „Der Unterricht in der Religion und biblischen Geschichte wird für die katholischen und evangelischen Zöglinge abgesondert durch den katholischen und evangelischen Geistlichen des Orts ertheilt. — Die jüdischen Zöglinge werden an dem Religions-Unterrichte ihrer Glaubensgenossen des Orts Theil nehmen." Da demnach das Glaubensbekenntniß kein Hinderniß in den Wohlthaten dieses segensreichen Instituts machen wird, fo werden gewiß unsre Glaubensgenossen zur Fondirung möglichst mit Beiträgen konkurriren. ' Leobschütz, 28. März. (Eingesandt.) Am 7. dieses erlitt unsere Gemeinde einen herben Verlust; der Kaufmann Julius Friedländer,, ein Mann, in der vollsten und rüstigsten Manneskraft, endete plötzlich seine irdische Laufbahn durch .einen Sturz aus dem Wagen. Aus allen Ständen Md Klaffen der verschiedenen Konfessionen des Ortes und der Umgegend, stellten sich Freunde ein, dem Verstorbenen auf seinem letzten Gange, die letzte Ehre des Geleits zu erweisen; und die stille Trauer, in welcher sich der Zug bewegte, sprach mehr als die lauteste Klage, die innigste Theilnahme aller Anwesenden aus, und war sicherlich das ehrenvollste Zeugniß über die Stellung, die der Hingeschiedene im Leben eingenommen hat. Mehr aber noch als dieses Alles, desgleichen