Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 13 (1.4.1843)
- Date
- 1843-04-01
- Page
- Seite 203 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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„für die Zukunft em für allemal von dieser „Laxe beftvi-b zu werden, .... die gerade und „volle Summe von 1,200DM fl. E. M. in den „.von uns besprochenen, zehnjährigen Raten zu „bezahlen haben werden/' IN diesem Zirkular setzen die Bevollmächtigten 'die Wichtigkeit und Dringlichkeit des Gegenstandes auseinander, und laden die Komitats-Abgeordneten der Israeliten zu einer Versammlung ein., um die nöthigen Bera'chungen über Reparation und Sicherstellung gedachter/Summe zu pflegen. Bei dem Geiste der Eintracht und Einigkeit, welcher die Israeliten Ungarns und der Nebenländer beseelt, und welcher sich in der Juli-Versammlung auf so herrliche, vielversprechende Weise kund gab , läßt sich mit aller Zuversicht erwarten, daß auch die Versammlung, welche in wenigen Lagen, — am 4. Marz., — stattsinden wird, hinter.ihren Vorgängerinnen nicht zurückbleibend, unter dem Beistände Gottes das heilige, Menschen befreiende Werk, vollenden werde, welches mit fü schönem Eifer von der einen, mit so edler Humanität von der andern Seite begonnen und eingeleitet wurde. Juttgibunzlau , 9. Marz. (Privatmitth.). Ich halte mich überzeugt, daß ich Ihnen, Herr Red., mit dem folgenden Berichte eine Freude mache. Es gilt, vom wiederhergestellten Frieden einer aufgeregten Gemeinde zu sprechen. Weit davon, entfernt, den Hader, der vorhanden, zum Gegenstände pikanten Skandals zu machen, und hämische Leser damit zu ergötzen, soll ja überall nur Del in das bewegte Meer gegossen werden, um es zur Ruhe zu bringen. — Nach dem Lode des hiesigen Rabb. Spitz s> X im Mai vor. I. traten Rabbiner aller Farben und Stufen als Bewerber auf, und thatrn ihre Befähigung durch das buntfarbigste Gewirr von Vorträgen kund: es fehlte keine Art und keine Abart. Das splrtterrichtende Publikum zerfiel in tausend Spaltungen, je nachdem der eine oder der andre Rabbiner eine Individualität mehr oder weniger berührt hatte. In diesen Wirren, die unauflösbar schienen, trat die Regierung intervenirend auf, und setzte den vr. I. Ellbogen als Kreisrabbinen ein. Nun stemmte sich gegen diesen höchst tüchtigen Manu, der wissenschaftliche Bildung mit talmu-discher Gelehrsamkeit — freilich nicht nach altem Maßstabe- — vereint, Alles, einige Afterlamdonim bemächtigten sich der gereizten Stimmung, und man ging so weit, ihn wohl als Kreisrabbinen annehmen zu wollen, dagegen nicht als Lokalrabbinew,' und ihm Alles zu verweigern, was ihm als^ solchem zukame. So war der Empfang unsres neSen Rabbinen am 2. Mrz nur dürftig-, und nur der Vorsteher der Gemeinde, Herr Neustadt, that seine Schuldigkeit mit lobenswerthem Eifer. Kaum hatte aber nach dem Mnchagebete der Dr, E. die Kanzel bestiegen, und seine Rede mit einer höchst ansprechenden Einleitung begonnen, als der warme. Hauch der. Begeistrung, der ihn beseelte, die schöne Kunst, die rühmlichen Ansichten, die er darlegte, die Mehrzahl seiner Zuhörer überwanden. Als am nächstfolgenden Sabbat der Rabbiner nun seine eigentliche Antrittspredigt, in Anwesenheit der bedeutendsten Honoratioren und Behörden, hielt, und über die gegenseitigen Pflichten der Gemeinde und des Rabbinen auf's wärmste, gesprochen , gewann er sich Aller Herzen. Der Friede ist wieder gewonnen. Alle erkennen Ln ihm den würdigen Geistlichen, Alle neigen sich ihm zu, und jede Mißhelligkeit Hat ein Ende genommen. Möge, diese Wirkung eine bleibende sein. Gewiß werden die Institute der Gemeinde nunmehr den 'erfreulichsten Aufschwung gewinnen. LI. Frankreich. Straßbrrvg, 6. März. (Privatmitth.) Die aufmerksamen Leser der politischen Zeitungen wissen, daß jetzt, ein sehr bittrer Streit im Elsaß, namentlich in Straßburg zwischen Katholiken und Protestanten geführt wird. So. weit hatte dies nun nur ein allgemeines Interesse. Aber als . ein Kuriosum soll hier erwähnt werden, daß in einer jüngst katholischen Seits erschienenen Broschüre der Vorschlag gemacht wird, den Streit auf gütlichem Wege auszumachen und Schiedsrichter zwischen Katholiken und Protestanten zu ernennen, man drückt sich folgendermaßen aus: „Wenn man Schiedsrichter brauchte, so fanden wir sie in unserm Lande, und zwar ,sehr unparteiische in der Religiönsfrage: ich will nämlich von den Israeliten sprechen, welche im Niederrhein mehrere Lausende an der Zahl sind. Die Katholiken würden mit Zuversicht sich auf sie verlassen, um ge-