Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 13 (1.4.1843)
- Date
- 1843-04-01
- Page
- Seite 202 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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202 Magdeburg, LS. März. (Privatmitth.) Die hiesige Gemeinde hat dem Rabbinen Philippson in der jüngsten Zeit, durch Anstellung eines dritten Lehrers an der Religionsschule der eigentlichen Lehrerfunktion überhoben, indem ihm allein der Religionsunterricht im engern Sinne und der Konfirmativnsunterricht verblieb, und außerdem noch seinen Gehalt verbessert. Die Liebe, die ihm in seinem Lokalkreise geworden, bewiesen ihm auch nach seiner neulichen Genesung die Schüler und Schülerinnen der Religionsschule, indem sie zu diesem Behufe eine Feier veranstalteten, wo in Anwesenheit der Herren Aeltesten, der Schulkommiffion, und andrer Mitglieder von den Schülern und Schülerinnen Gesänge ausgeführt, Gebete gehalten, von den Lehrern , den Herren Beerenson und Goldschmidt, sehr angemeffne Reden gesprochen, und dem Rabb. Ph. zum Schluffe ein schönes silbernes Schreibzeug, das die Schüler und Schülerinnen aus ihren Sparkassen beschafft, überreicht wurde. Oesterreich. ‘ Aus Ungarn, Ende Februar. (Privatmitth.) Abermals versammeln sich die Abgeordneten der Israeliten Ungarns und der Nebenländer in Pesth, um über die Tokemnztax-Angelegenheit zu berüthen, und dieselbe, — wie allgemein gewünscht, gehofft und erwartet wird, — ihrer baldigen Erledigung entgegenzuführen. Wenn man die Schritte und Maßreein preußisches Gericht mehr, wo nicht ein jüdischer Richter sitzt, wenn auch ein getaufter — (der erbärmliche Skölz der Herren läßt sie stets dem Wolke zuschreiben, was aus ihrem eignen Herzen quillt!) Da findet sich keine Berücksichtigung dessen, was hinwiederum die Juden für Recht hatten zu fördern, da sie doch nun einmal Menschen und Staatsangehörige sind! was der Staat zu thun habe, um sie zu heben und bas VolksbewußtseiN in ihnen zu wecken! den Schacher gerade in einer Region geltend machen, wo er aufhört! Männer, die durch Schule, Gymnasien, Universität gegangen, dafür hintenansetzen, weil man ihre Väter Jahrtausende lang zum Handel gezwungen, sie systematisch demoralistrt hat, und dennoch sie nicht so zu demoralisiren vermochte, büß sie um irdischer Dortheile willen ihren Glauben aufgegeven! - Kurzum, es ist erbärmlich, und um so erbärmlicher bei einem Manne, wie — Dahlmann! — Redakt. geln überschaut, welche von Seiten der Besteuerten in den letzten zwei Jahren gethan und ergriffen worden, um die Abschaffung jener eben so drückenden, als schmachvollen Steuer zu erwirken; wenn man erwägt, daß die Regierung den Bittstellern wohlwollend die Hand bot, und denselben mit gewohnter Gerechtigkeit und Milde entgegenkam: so hat man wirklich Grund genug, sich der Hoffnung hinzugoben, es werde die Aufhebung jener Laxe in der nächsten Zukunft erfolgen. Schon im Jahre 1841 nämlich, — am 28. August, — wurden die neun Be^ vollmachtigten der Israeliten von den israel. Abgeordneten aufgefodert, die Abschaffung der Tvleranz- Laxe auf geeignetem Wege nachzusuchen. Die Bevollmächtigten rechtfertigten das Vertrauen, welches auf sie gesetzt wurde, axtf die befriedigendste Weise, und Herr David Oestreicher eröffnete den sammtlichen israel. Komitats-Abgeordneten — achtzig an der Zahl — in der, im israel. Spitalgebäude zu Pesth am 3. Juli v. I. stattgehabten General-Versammlung, daß das Ansuchen der Israeliten Allerhöchten Orts gnädig ausgenommen worden sei, und daß sich die Israeliten Ungarn's und seiner Nebenländer schmeicheln dürfen, die Toleranz-Laxe abgeschafft zu sehen, sobald sie sich anheischig machen, dem k. k. Aerar die Toleranz-Restanzen vom. Jahre 1828 bis zum Jahre J84I als Eliberations-Betrag in angemessenen Terminen, etwa im Verlaufe von zehn Jahren zu erlegen. Die Eliberations-Summe soll sichungefähr auf 1,200,066 fl. C. Münze belaufen. Sämmtliche Landesabgeordneten erklärten sich bereit, diesem Vorschläge Genüge zu leisten, und die Versammlung ging sehr zufrieden auseinander, nachdem, der Pesther erste Vize-Gespan H. Simony Dubraviczky seinen Beifall der Versammlung zu erkennen gegeben, und das verfaßte Protokoll bestätigt hat. In Folge dieser Vorbereitungen erließen nun die Land es-Bevollmächtigten an sämmtliche Israeliten des Landes ein Zirkular, de Dato Pesth 1. Dezember 1842, worin sie ihren Kommittenten erklären: „Die erste und vorzüglichste Hauptbedingung, „ohne welche sich die Allerhöchste Regierung mit „uns durchaus in keine Abhandlung einkassen ,Mrd, ist eine von uns, über die zu bezahlende „Eliberations-Summe -an das Aera^ zu leistende . //genügende Sekurität; die zweite, daß wir, um * „nicht nur für das Verflossene, sondern auch