Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 13 (1.4.1843)
- Date
- 1843-04-01
- Page
- Seite 198 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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198 von der Macht der Wahrheit und von der Stimme edlerer Regungen überwunden fühlen und einem sehr übel angebrachten Stolze entsagen! Die aber wissentlich Unrecht thun und befördern, die, welche verstockt und hartnäckig auf der Bahn unmenschlicher Tyrannei und empörender Ungerechtigkeit beharren, und die, welche aus Hochmuth, aus Heuchelei, aus Eigennutz und sonst unlautern Motiven den Arm herleihen zur Bedrückung armer, mißhandelter Brüder auf dem heiligen Boden unserer Väter und wo es auch sonst sei, die werden, von der öffentlichen Meinung verurtheilt, in lebenslänglicher Reue und bittern Vorwürfen ihres Gewissens die gerechte Strafe ihrer Bosheit und Hartnäckigkeit finden!!vib'L2 w nfc* ‘•pan , Snma? nbbpn n« "ji&iT 'm L. H. Löwenstein. Anlage. Abschrift. Herrn I. M. Kulp Wohlgeboren hier. Frankfurt a. M. den 19.Aug. 1843. Auf die von Ihnen, geehrtester Herr Kulp, sowie vor einigen Tagen von Seiten des Hrn. I. M. Kann an mich gestellte Aufforderung, die gegen den Ehasid Hrn. Hirsch Lehren von verschiedenen Seiten her laut gewordenen Klagepunkte an Hrn. Lehren selbst, durch Ihre angebotene Vermittlung zu berichten und ihn deshalb um eine Rechtfertigung seinerseits zu ersuchen , finde ich mich veranlaßt, Ihnen zu'erklären, daß ich es in jeder Beziehung unangemessen finde, mich in eine derartige Korrespondenz mit Hrn. Hirsch Lehren einzulaffen, welche einerseits als eine fuglose Zudringlichkeit ausgenommen, andererseits als eine zwecklose Erörterung betrachtet werden könnte und nach meinem Dafürhalten auf keine Weise geeignet sein dürfte, über die in Frage stehenden Mißstände Aufschluß zu erwirken oder Licht zu verbreiten, was ich weit eher von einer öffentlichen Verhandlung erwarten zu dürfen glaube. Um Ihnen, Hr. Kulp, jedoch auf Ihr Verlangen mit einer skizzirten Aufzählung der vorzüglichsten Beschwerdepunkte zu dienen, über welche von Seiten des Hrn. Lehren Aufschluß und Rechtfertigung zu wünschen wäre, wenn anders das erschütterte Vertrauen wiederhergestellt und ein öffentliches Aergerniß.vermieden werden soll, stelle ich es Ihnen frei, Hrn. Lehren um Beantwortung folgender Fragen anzugehen, deren befriedigende Beantwortung, sowie die genügende Widerlegung der darin ausgesprochenen Beschwerden, vor Allem erforderlich scheinen, um das an der Sache theilnehmende Publikum zu beruhigen: 1) Ob es wahr ist, daß Hr. Lehren einen oder mehre Agenten in Beirut und andern syrischen .Hauptplätzen unterhält, um die an gewisse Juden in Syrien gerichtete, sowie die von denselben ausgehende und nach Europa bestimmte Korrespondenz von pflichtvergessenen Postbeamten anzukaufen, nach Amsterdam an Hrn. L. zu befördern, um daselbst von Hrn. L., erbrochen, gelesen und nach -dessen Gutbefinden an ihre resp. Adressen befördert oder unterschlagen zu werden — ein Verfahren, welches Hr. L. u. A. auch an Hrn. Rabbiner Jakob Ettlinger in Altona ungescheut eingestanden haben soll/, indem er Hrn. E. von dem Inhalte eines an Hrn. Aaron Selig von Jerusalem aus adreffirten und von Hrn. L. auf die bezeichnete Weise aufgefangenen und erbrochenen Briefes unterrichtet habe. 2) Ob es namentlich wahr ist, daß zur Bestreitung der, mit dem sub No. 1 beschriebenen Verfahren verbundenen Ausgaben ein Theil der nach Palästina bestimmten Gaben verwendet werde, oder auf Wessen Kosten sonst diese Ausgaben bestritten werden. 3) Ob es wahr ist, daß die Verhaftung und Einkerkerung des bekannten Hrn. Abraham Salomo Salomon in Jerusalem auf Requisition des kais. ruff. Konsulats in Folge einer von Hrn. L. ausgegangenen Denunziation gegen Hrn. A. S. S., wegen angebl. Einfchwärzung russischer und poln. Flüchtlinge in den Schutz anderer europäischen Mächte, erfolgt sei, und ob überhaupt Hr. L. bei den gegen Hrn. A. S. S. ausgeführten türkischen Iüstizmaßregeln betheiligt sei. 4) Ob und aus welchem Grunde Hr. L. sowohl Hrn. Moses Sachs aus Jerusalem als auch Hrn. Aaron Selig in ganz Europa, soweit solches bei ihm gestanden, und besonders in Amsterdam, verfolgt und namentlich Letztem als einen Bettler und unbefugten Kollektanten der Amsterdammer Polizei denunzirt und dessen momentane Verhaftung (sollte heißen: Vorführung)