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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-25 · Heft 12 (25.3.1843) · p. Seite 180

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 12 (25.3.1843)
Date
1843-03-25
Page
Seite 180 (sequence 8)
Language
German
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180 Lehren gerichteten und von diesem an seine hiesigen Freunde abschriftlich mitgetheilten Schreiben'6.6. Jerusalem, 5. Marcheschvan 5600 umständlich erzählt worden, so können nur Hr. L. selbst und seine Agenten auf die an Erster» gestellte Frage wegen der Urheberschaft jener Gewaltthat antworten, nicht aber an ihrer Stelle das Dutzend Männer aus Jerusalem ein völlig unverständliches: „Es ist nicht wahr!" ausrufen lassen. — Ich habe ferner zu wissen gewünscht (4), warum Hr. L. die Herren Moses Sachs und Aaron Selig, sowie mehre andere seit Jahren von Palästina her gekommene Personen durch eine zu diesem Zwecke in dem größten Theile von Europa unterhaltene Korrespondenz verfolgt habe —! 'nnv — und in Jerusalem antworten sie hierauf unbegreiflicherweise: „Es ist nicht wahr!" — Was, möchte man fragen, soll denn da eigentlich „nicht wahr" sein? — Ich nahm mir die Freiheit — die freilich Hr. L. eine „Frechheit" zu schelten beliebt— genügende Auskunft darüber zu erbitten (6), aus welchem Grunde sich Hr. L. seit Jahren hartnäckig weigert, auf wiederholtes Verlangen dem Publikum über die ihm anvertrauten bedeutenden Summen Rechnung abzulegen. Ist es nun logisch, daß. Hr. L. hierauf mit dem Echo auS Jerusalem: „Es ist nicht wahr!" antwortet? — So habe ich auch zu fragen mir erlaubt (7), warum Hr. L. den von jeher über Wilna gegangenen Lheil der Gelder seit Jahren, trotz aller Reklamationen von dort, nicht mehr auf diesem herkömmlichen Wege sende. Auf diese Frage, deren Verfänglichkeit nur den Eingeweihten klar ist, antwortet nun Hr. L. nicht, sondern es erschallt darüber eine Stimme aus der heiligen Stadt: „Es ist nicht wahr!" — Sodann vermuthe ich auch mit einigem Grund, daß 14) die Sache des Hrn. L. in Wahrheit sehr schlimm steht, weil er zu so jämmerlichen Auskunftsmitteln die den Mangel besserer Gründe deutlich verrathen, seine Zuflucht nimmt, anstatt schlagende Argumente vorzulegen und dann mit gerechtfertigtem Stolze gleich dem Propheten Samuel (1 Sam. XU, 3) auszurufen: „Da bin ich, zeugt-wider mich, Wen ich beeinträchtigt, Wen bedrückt und Wem ich unrecht gethan habe!" Ich meine überdies , daß 15) wenn Hr. L. im Stande gewesen wäre, vom portug. und dann aber namentlich auch vom Beth-Din und Vorstande der deutschen Gemeinde zu Jerusalem etwas zu seiner Rechtfertigung beizubringen, er sich gewiß deshalb alle mögliche Mühe gegeben hätte und auch wirklich Alles aufgeboten und versucht haben wird, um solche zu erlangen. Was nun die Erklärung des Hrn. Lehren betrifft, unter keiner Bedingung öffentlich oder auch nur brieflich äbrechnen, dagegen aber seine Bücher den Kontribuenten selbst oder deren Bevollmächtigten, sofern solche deshalb nach dem Haag sich bemühen wollten, öffnen, auch demnächst eine Bescheinigung des Hrn. Boas über die richtige Führung seiner Bücher beibringen zu wollen, so habe ich hierüber Folgendes „"istim» gewesen": 16) Es ist in aller Welt üblich, daß Jeder, der Kollekten veranstaltet, oder überhaupt solche Gelder einkaffirt, wozu Jedermann nach Willkür beisteuern kann und wo mithin eine Kontrolle der Einnahmen nicht möglich ist, von sammtlichen Einnahmen eine bctailUrtc Rechnung öffentlich ablegt, indem er ein Verzeichniß der eingegangenen Beiträge durch den Druck bekannt macht. Nur so, und so allein ist alsdann eine Rechnungsablage mit Ausweisen über die Verwendung möglich; denn alsdann stände jedem Kontribuenten, der etwa die von ihm gespendete Gabe in dem Verzeichnisse vermißte, eine öffentliche Reklamation offen. Unterbleibt jedoch eine solche öffentliche Rechnungsablage , ja erfolgt sie nicht freiwillig und unaufgefordert und wird sie sogar nach HÄffältigem Verlangen hartnäckig verweigert, so liegt offenbar der ernstliche Verdacht des Mißbrauchs, wo nicht noch schlimmerer Dinge, vor. Greift nun aber der jetzt öffentlich Verdächtigte, nachdem er hart.angegangen und bedrängt worden, anstatt die nunmehr zugestandenermaßen seiner eignen Ehre nöthig gewordene öffentliche Rechnung endlich abzulegen, zu irgend einem Nothbehelf, wo er seine gefährdete Reputation durch das einfachste und schlagendste, nämlich durch

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