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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-03-18 · Heft 11 (18.3.1843) · p. Seite 169

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 11 (18.3.1843)
Date
1843-03-18
Page
Seite 169 (sequence 13)
Language
German
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169 Löw zu Stande kam, wurde auch hier zur Sprache gebracht; zur Ausführung könnten wir uns nicht erheben. Unser israelit. Komitats - Vorsteher Herr Aron Pick beabsichtigt gegenwärtig eine angemessene Synagogen-Ordnung in seiner Gemeinde (Rechnitz) einzuführen; aber dies löbliche Vorhaben scheiterte bisher an dem Widerstande des dortigen, sehr betagten Rabbiners, welcher sich, wiewol sonst nicht sonderlich obskur, unbegreiflicher Weise selbst der Versetzung des Almemor's' vor die heilige Lade hartnäckig entgegenstellt, und sogar erklärte, eine solche Versetzung würde ihn das Leben kosten!! Freilich hat er das nicht bei ruhiger Ueberlegung gesprochen, und — npbnö» 1W22N 81N asn ük V212W tn« ba! B. M. Wallachei. Bukarest, 26. Februar. (Privatmitth.) Die hiesige Regierung ist von einem sehr aufgeklärten Sinne in Bezug auf Religionsduldung beseelt. Als Beweis kann gelten, daß sie vor Kurzem zwei Israeliten in den Staatsdienst genommen den vr. Barasch als Quarantainearzt in Kalarasch und den vr. Drei als Bezirksarzt in Jbraila. Rußland und Polen. St. Petersburg, 23.. Februar. Nach einer so eben erschienenen Verordnung dürfen die asiatischen Israeliten wie die Bocharen und Khiwinzen auf der Orenburgischen Liyie Handel treiben. Czenstochau, 24. Februar. (Privatmitth.) Mit inniger Freude beeile ich mich Ihnen über die in Betreff der Hierlands in's Leben zurufenden jüdischen Kolonisation von unseren Religionsbrüdern getroffenem Vorkehrungen folgende authentische Nachrichten mitzutheilen, und Sie zu bitten, ihnen einen Abdruck in der A. Z. d. I. zu gewähren. Mögen sich unsre Freunde wie Feinde daraus überzeugen, daß die polnischen Juden nicht aus Geringschätzung des Landbau's, nicht aus Liebe zum Schacher, sondern aus den Schwierigkeiten, die ihnen im Wege standen, um Grundbesitz zu erlangen, und aus Mangel an wirksamen Mitteln von diesem solidesten und tüchtigsten Erwerbszweige fern geblieben. Der'gediegene Aufruf, den Sie, Herr Red., in No. 51. der A. 3. d. I. vor. I. an die Bemittelten unsrer Glaubensgenossenschaft in Polen ergehen ließen, einen Verein zu bilden, der den Absichten des großherzigen Fürsten Statthalters Durchlaucht, die polnischen Israeliten dem Ackerbau naher zu bringen, entgegenkomme, hat wie ein elektrischer Schlag aus die Gemüther aller Klassen unsres Stammes im ganzen Reiche,, ja auch auf die starrsten Hyperorthodoxen gewirkt. Die reine Wahrhaftigkeit, der Eifer, die Liebe zum Glauben, und zum'Heile der Glaubensgenossen, die tiefe Theilnahme an der prekären Lage der letzteren haben einen mächtigen Anklang gefunden. Alles ist rege geworden, cs war ein Funken, der in den vorhandenen Zunderstoff im rechten Augenblick gefallen ist. Aus der Hauptstadt ergingen sofort an alle Gemeindevorftände der Provinz Aufforderungen, daß sie zu diesem Behufe mit Spezialvollmachten versehene Deputirte zu den in den Gouvernementsftädten zu veranstaltenden Konferenzen absenden sollten, um aus diesen Gouvernementsdeputirte mit Generalvollmachten zu wählen. In allen Gemeinden der Provinz traten die Vorstände, größtenteils die Rabbinen an der Spitze, auf, um durch Wort und That Hand an's Werk zu legen. Für das Ka lisch er Gouvernement ward demnächst ein Termin zur Generalkonferenz nach Kali sch auf den 1. Februar anberaumt. Auf dieser in vollständiger Einmüthigkeit geflogenen Konferenz verpflichteten sich unterm 2. d. M. alle Gemeinden dieses Gouvernements mittelst eines rechtsgiltigen Rezesses, zur Gründung einer Kolonisation für die um bemittelte Klasse der hierländischen Glaubensgenossen eine Summe von 50,000Fl. poln. jährlich beizusteuern. -Zugleich wurden drei Gouvernementsdcputirte erwählt, in Verbindung mit dem in der Hauptstadt angesetzten Konnte gemeinschaftlich zu wirken. Die Verhandlung ist von 21 der bedeutendsten Gemeinden unterzeichnet. Es läßt sich demnach schließen, daß von den acht Gouvernements nebst der,Hauptstadt jährlich ca. 4 Million Fl. zusammenfließen werden, wofür man schon ca. 250 Landwirthschaften mit Jnventarien und Ackergeräthen errichten können wird. Es ist dies ein Anfang, der mit Zuversicht und Gottvertrauen auf einen gesegneten Erfolg hoffen läßt. Mit eben so großer Zuversicht setzen wir unser

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